in Naher Osten

Christof Lehmann (np) 132 Tunesier wurden in der syrischen Stadt Aleppo und dem Umland getötet. Die Tunesier sind im Rahmen des derzeitigen Versuches, Aleppo mittels ausländischer Söldner zu erobern und als Sitz einer vom Ausland unterstützten Übergangsregierung auszurufen, zu Tode gekommen.

Mittels einer Übergangsregierung soll die internationale Aufmerksamkeit vom nationalen Aussöhnungsprozess abgelenkt werden. Tunesien wird in jüngster Zeit zunehmend von Problemen mit salafistischen Radikalen heimgesucht.

Am Donnerstag den 14. Februar 2013 berichteten tunesische Radio- und Fernsehsender, dass 132 tunesische Staatsbürger bei Gefechten um Aleppo getötet wurden. Die Stadt im Norden von Syrien wurde in den letzten eineinhalb Wochen von schweren Gefechten zwischen syrischen Streitkräften und Aufständischen erschüttert. Mittlerweile gelang es dem syrischen Militär den Großteil der Stadt zurückzuerobern und noch verbleibende Terrorzellen zu einzukreisen.

Die massiv von ausländischen Söldnern unterstützte Kampagne wurde zu einem Zeitpunkt eingeleitet, als erfolgreiche Gespräche zwischen der syrischen Regierung und politischen Parteien und Organisationen im Rahmen des Programms für einen nationalen Dialog die Hoffnung aufkommen ließen, die syrische Aussöhnungsinitiative könnte erfolgreich sein, es sei denn, es gelänge, sie durch vom Ausland angeworbene und bezahlte Söldner zu entgleisen.

Im Laufe der letzten Woche hatte der syrische Ministerpräsident Al-Halaki, als Vorsitzender der Ministerkonferenz die dem nationalen Dialog vorsteht, erfolgreiche und konstruktive Gespräche mit den Vertretern der Nationalinitiative der Kurden in Syrien und Vertretern der Volks Wille Partei geführt. Die Kampagne in Aleppo wird von vielen Analysten als ein verzweifelter Versuch seitens Katar, der Türkei, Saudi-Arabien und den USA angesehen, den nationalen Dialog zu stören, noch bevor wachsende russische Kritik es unmöglich machen könnte, die Subversion weiter mit Geld und Waffen zu unterstützen.

Die Berichte über die zahlreichen tunesischen Gefallenen demonstrieren, dass der Zustrom von Aufständischen aus dem Ausland organisiert wird. Der tunesische Radiosender Express FM berichtete, dass die meisten der Gefallenen aus der Sidi Bouzid Provinz Tunesiens stammen. Viele von ihnen wurden bei der mit der Alkaida verbundeten Al-Nusra eingesetzt. Laut Express FM, hat Al-Nusra Fotos von einigen der Getöteten veröffentlicht und versprochen, dass Fotos aller Gefallener an die Führer der Söldner in Sidi Bouzin geschickt werden, um eine Identifizierung zu ermöglichen.

Die Tatsache, dass der Einsatz von ausländischen Söldnern in Syrien gut organisiert ist, war schon seit Beginn des bewaffneten Aufstands bekannt. Während der gescheiterten Juni-Juli 2012 Kampagnen zur Eroberung von Homs, standen zum Beispiel 20,000 Söldner unter dem Kommando des Libyers Abdelhakim Belhadj. Der Kommandant der mit AlKaida verbundenen LIFG, wurde nach dem Sturz der Gaddafi Regierung 2011 zum Militärgouverneur von Tripolis ernannt.

Im Frühjahr 2012, vor der Kampagne um Homs, wurde bekannt, dass der türkische Militärgeheimdienst in der Mekkastrasse von Amman (Jordanien) ein Anwerbungsbüro eröffnet hatte. Söldner, inklusive der 20,000 unter dem Kommando von Belhadj, marschierten in der Umgebung der Jordanischen Grenzstadt Al-Mafriq auf.

Nach der entscheidenden Niederlage der „Freien Syrischen Arme“ im Juli 2012 wurden dann, hauptsächlich durch Saudi-Arabien, die Türkei und Katar, Söldner durch salafistische Terrornetzwerke angeworben. Dabei wurden auch sich in Gefängnissen befindende AlKaida Terroristen rekrutiert.

So konnte der syrische Journalist Maya Naser dokumentieren, dass die Türkei wegen Terrorismus verurteilte Sträflinge nach Syrien schickte. Unter den getöteten Aufständischen fand Maya Naser den Bruder des Hauptverantwortlichen für den Bombenanschlag gegen die HSBC Bank in Ankara, bei dem zahlreiche Türken getötet und etwa 700 verletzt wurden. Der gefallene Söldner hätte eigentlich im Gefängnis sein müssen. Maya Naser wurde etwa eine Woche nachdem er zusammen mit türkischen Oppositionspolitikern, einem Anwalt, und dem Autor dieses Artikels weitere Untersuchungen anstellte, von einem Scharfschützen in Damaskus ermordet.

Ein als Verschlusssache klassifiziertes Dokument der saudischen Regierung das 2012 bei nsnbc veröffentlicht wurde dokumentiert, dass Saudi-Arabien hunderten von zum Tode verurteilten Strafgefangenen die Wahl zwischen Enthauptung und heiligem Krieg in Syrien ließ. Die Handlungen der Türkei und von Saudi-Arabien sind ein eklatanter Verstoß gegen die Genfer Konventionen, in denen die Rechte ziviler und militärischer Gefangener in Kriegszeiten garantiert sind. Der gezwungene Einsatz Gefangener ist eines der schwersten Kriegsverbrechen.

Tunesien entwickelt sich zunehmend zu einer Brutstätte des salafistischen Extremismus. Ein neulich veröffentlichter Bericht der Internationalen Krisen Gruppe macht auf eine erhöhte Präsenz von Salafisten und von AlKaida in Tunesien aufmerksam. Laut dem Bericht könnte dieses besonders darum gefährlich für Tunesien werden, weil das Land nach der Ermordung von Oppositionsführer Shokri Belaid in eine institutionelle Krise geraten ist und destabilisiert wurde.

Die malische SADI Partei des neulich von der malischen Staatssicherheit entführten aber wieder freigelassenen Oppositionsführers Dr. Oumar Mariko gibt bekannt im Besitz von Informationen zu sein die beweisen, dass Frankreich und von Frankreich unterstützte Politiker in Mali mit Touareg und AlKaida Verbänden zusammengearbeitet haben, um einen Vorwand für die Militärintervention zu schaffen. Es wäre denkbar, dass eine Entwicklung von Tunesien zur Brutstätte von Salafisten und AlKaida, einem ähnlichen modus operandi folgt.

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