in Naher Osten

In Ankara rollen mal wieder die Panzer gegen das eigene Volk. Der mutmaßliche CIA-Mann Michael Rubin ahnte nicht nur den gestrigen Militärputsch in Ankara schon im März voraus, sondern setzte heute gleich noch mit einem Jubelartikel für die Putschisten nach -seine Auftraggeber sitzen im Bushclan-nahen AEI, einem der ältesten und mächtigsten Think Tanks der USA. Das AEI fördert freie Märkte und freies Unternehmertum, auch wenn man dabei über Leichen gehen muss. Gern auch über viele, viele Leichen.

Von Gilbert Perry – Michael Rubin, der sich für das Pentagon in Iran, Irak, Jemen und Afghanistan herumtrieb und die Taliban trainierte, aber nur bis 9/11, könnte ein agiler CIA-Agent sein. Er publizierte vor vier Monaten den Artikel „Could there be a coup in Turkey?“ beim „neokonservativen“ American Enterprise Institute (AEI). Rubin trommelt darin gegen Erdogan, für einen Putsch gegen sein AKP-Regime und überschüttet den als „verrückter Sultan“ titulierten türkischen Präsidenten mit Häme,  weil dessen Sohn bei Geldwäsche ertappt wurde. Aber liegt Mr.Rubin dabei das Schicksal des türkischen Volkes am Herzen? Wohl eher nicht.

Das „American Enterprise Institute for Public Policy Research“ ist ein erzreaktionärer Think Tank in Washington, in der Tradition seines Gründers Lewis Harold Brown (1894 – 1951), der als Asbestbaron 40 Jahre die tödlichen Folgen von Asbeststaub verheimlichte. Mit ähnlichen Methoden steht das AEI für die Ölbarone hinter den Klimaleugnern, die korrupten Klimaforschern je 10.000 Dollar geboten haben sollen, wenn sie die CO2-Wirkung öffentlich abstreiten. Heute gilt das AEI als Denkfabrik auch jenes Militärisch Industriellen Komplexes (MIK) in den USA, der besonders durch die Regierungen des Bush-Clans (Ölbarone, Halliburton & Co.) und seine Kriege vor allem in Nahost (Irakkriege, Afghanistan, War on Terror etc.) vertreten wurde.

Während noch die Putschgeneräle ihre Panzer in Ankara aufmarschieren ließen, kam der eifrige Mr.Rubin mit einem neuen Artikel bei AEI heraus, indem er die kommende (und die vergangene) Militärdiktatur in der Türkei bejubelte und Erdogan, aber auch alle demokratischen Parteien der Türkei kritisierte:

„Die Türkei hat eine Geschichte von Coups, aber das Militär hat nie versucht, die Macht zu behalten, sondern vielmehr habe es immer versucht, sie zurück nach einer verfassungsrechtlichen Anpassung eine Neukalibrierung vornehmen, die das Gleichgewicht der Kräfte wieder herstellt.

Im Laufe seiner 13 Jahre an der Macht hat Erdogan die Bürokratie komplett verändert. Er veränderte das Bildungswesen und hat seine eigenen Leute tief in der Bürokratie verankert. Dies alles rückgängig zu machen, wird kein leichtes Unterfangen, zumal Erdoğan die Unterstützung von etwa 50 Prozent der Bevölkerung hat.

Mit Ausnahme von Atatürk und seiner republikanische Völker Volkspartei (CHP), ist es keiner politischen Partei je gelungen, Entfernung oder Tod ihres charismatischen Führers zu überdauern.

Das Militär muss introspektiv. Der Grund, warum so viele Türken mit Erdoğan und gegen das Militär sind, ist, dass die Genräle den Kontakt mit der türkischen Öffentlichkeit verloren hatten.

Die Opposition ist kein Allheilmittel. Türkische Parteien-Gesetze erlauben jeder politischen Parteiführung ihre Partei wie eine Diktatur zu organisieren. Demokratie und Rechenschaftspflicht sind bitter nötig, auch jenseits der herrschenden AKP.“ Michael Rubin, AEI

Hintergrund: Das AEI (American Enterprise Institute)

The American Enterprise Institute for Public Policy Research (AEI) is one of the oldest and most influential of the pro-business right-wing think tanks. It promotes the advancement of free enterprise capitalism, and has been extremely successful in placing its people in influential governmental positions, particularly in the Bush Administration. AEI has been described as one of the country’s main bastions of neoconservatism.

Established: 1943; President/Executive Director: Christopher DeMuth;
Finances: $24,934,545 (2003 income); Employees: more than 50 resident scholars and fellows
Board of Trustees: Chairman Bruce Kovner (Caxton Associations, LLC); Vice Chair Lee R. Raymond (Exxon Mobil Corporation); Treasurer Tully M. Friedman (Friedman, Fleischer, & Lowe LLC); Gordon M. Binder (Coastview Capital, LLC); Harlan Crow (Crow Holdings); Christopher DeMuth (American Enterprise Institute); Morton H. Fleischer (Spirit Finance Corp.); Christopher B. Galvin (Motorola); Raymond V. Gilmartin (Merck & Co.); Harvey Golub (American Express Co.); Robert F. Greenhill (Greenhill & Co., LLC) ; Roger Hertog (Alliance Capital Management Corporation); Martin M. Koffel (URS Corporation); John A. Luke, Jr. (MeadWestvaco Corp.); L. Ben Lytle (Anthem, Inc.); Alex Mandl (Gemplus International); Robert A. Pritzker (Colson Associates, Inc.); J. Joe Ricketts (Ameritrade Holding Corporation); Kevin B. Rollins (Dell, Inc.); John W. Rowe (Exelon Corp.); Edward B. Rust, Jr. (State Farm Insurance Co.); William S. Stavropoulos (Dow Chemical Co.); Wilson H. Taylor (CIGNA Corp.); Marilyn Ware (American Water); James Q. Wilson (Pepperdine University)

American Enterprise Institute, 1150 Seventeenth Street NW, Washington, DC 20036
Website: www.aei.org, Publications: Monthly newsletter, dozens of books and hundreds of articles and reports each year, and a glossy policy magazine, The American Enterprise.

Read the latest news on the American Enterprise Institute on the group’s Right Wing Watch index page

„Auch wenn US-Präsident Obama anlässlich des aktuellen Putsch-Versuchs zur Unterstützung der „demokratisch gewählten“ Regierung in der Türkei aufgerufen hat, ist nicht auszuschließen, dass eine andere Fraktion der US-Herrschaften eine andere Politik in der Türkei wünscht.“ Rationalgalerie

Und diese „andere Fraktion“ ist wohl der MIK, Bushclan, Öl- und Rüstungsmafia, ergo die Republikanische Partei, die ihren Ärger über den  Sieg des innerparteilichen  Außenseiters Donald Trump an den armen Türken auslässt.

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14 Kommentare

  1. Zumindest steht fest, das Erdogan – mit der Türkei als NATO-Mitglied! – sich plötzlich wieder Richtung Russland um orientiert, nachdem er vorher fast einen Krieg mit Russland angefangen hätte.

    Sicher ist, das Erdogan darüber mehr weis, und wenn er sich plötzlich von den Amerikanern „abwendet“ das wohl sehr gute Gründe hat. Wenn der Putsch aus den USA organisiert wäre, wäre das so ein Grund.

    • Naja, ich vermute mal mehr, das Erdogan begriffen hat, das die USA ihn nur als Marionette benutzten, für ihren Stellvertreter Krieg gegen Russland!
      Denn auch der feige Abschuß, des russ.Bombers, muß den Amis zumindest bekannt gewesen sein, denn wenn die Türkei amerik.Kriegsgerät, außerhalb ihrer Landesgrenzen, einsetzen, so müssen sie das dem Amis sagen (um Erlaubnis fragen), so war es mal zu lesen.
      Und Fakt ist auch eins, der Ami wird nie zulassen, das Erdogan seine Träume vom „Groß-Osmainschen Reich“ umsetzen kann.
      Zudem darf man die russ. Wirtschaftssanktionen, gegen die Türkei, nicht unterschätzen!
      Die werden hier, in unseren Systemmedien, nur nicht erwähnt, aber diese setzen der Türkei massiv zu und das schwächt Erdogan.

  2. ´Der Bush-Clan´ macht eigentlich keine „halben Sachen“ und der Bush-Clan hatte schon die Finanzierung und Machtergreifung von A.H. und den Nazionalsozialisten vermittelt/ermöglicht (Goldman Bank/Rothschild, siehe dazu auch Oliver Stone ´Die Geschichte Amerikas´ – Den Oliver Stone sollte wohl frei sein von Verschwörungstheorien).
    Darum bezweifel ich, das dieser dilettantische „Putsch“ vom Bush-Clan, bzw. von „Usrael“ kam, sondern das er von Erdogan selber initiiert wurde.
    Ob im arabischen Raum, Europa, oder Südamerika, seit Jahrzehnten konnte man sehen, wie „Usrael“ das (erfolgreich) macht und das in der Türkei trägt nun wirklich nicht deren Handschrift!

  3. Die Verursacher des Putsches verraten sich durch die Positionierung zum Putsch.
    Die üblichen transatlantiker Kampfblätter haben sich durchgehend gegen die demokratisch gewählte Regierung der Türkei gestellet und nach dem Scheitern des Putsches die Putschisten als Opfer dargestelt.
    Vor dem Putsch in der Türkei bekamen auch andere Länder wie der Irak und Libyen und Syrien zu spüren ,was es heißt ,dem Imperium USA nicht den Kotau zu machen.

  4. Nun hat Merkel ein noch größeres Problem in der Themenlage wie umgehen mit dem Beitrittskandidaten Türkei ohne sich erneut den Strom der Flüchtlinge sich auszusetzen. Erdogan hat das Heft des Handels wieder übernommen und erpresst Deutschland und damit ganz Europa. Die Frage wer steht eigentlich wirklich hinter dem Pusch und welche Interessen hatten die Militärs an einer Umwälzung in der Türkei. Ist es die Angst vor einen groß Osmanischen Reichs. Die USA und Europa haben kein Interesse an einer islamischen Ausrichtung der Türkei. Das Geschrei der USA nach der Niederschlagung war schon groß und verwunderlich. Zum Schluss finde ich eine Bemerkung besonders gut von Mona Lisa: „Im Zweifel war es der Russe.“