Schlussrunde in Syrien: Wieviel Runden will Obama noch verlieren?

Meinung. Die Meinungen sind gespalten. Vor einer Woche schon war sich Sputnik News ziemlich sicher, dass Aleppo der letzte Nagel im Sarg des verbrecherischen US-Abenteuers ist. Die Stadt, so schrieben sie, wäre schon längst gefallen, würden die USA nicht mit Zähnen und Klauen ihre Terrorfreunde im östlichen Stadtteil verteidigen.

Dieser Meinung ist auch Prof. Tim Anderson (hier kann man sein Buch „The Dirty War on Syria“ (Der schmutzige Krieg gegen Syrien) für nur 15 $ bestellen.). Die Befreiung Aleppos ist der Anfang vom Ende, sagt er in einem neuen Artikel von vorgestern. Im übrigen ist Aleppo nie in die Hände der ISIS gefallen, sondern nur ein kleiner Teil. Und dies auch nur durch massives Eingreifen der USA, die der ISIS auf die Beine geholfen haben, der es gelang, eine größere Landmasse an sich zu reißen, die zum größten Teil aus Wüste bestand, aber leider auch die Erdölquellen enthielt. Die Regierung hatte immer 85% der Bevölkerung unter ihrer Kontrolle.

Washingtons Plan A ist in die Brüche gegangen. Der begann ja mit der Entsendung von zehntausenden Terroristen aus allen islamischen Ländern, die von USRAELNATO plus Golfstaaten plus Saudiarabien bis an die Zähne bewaffnet und bestens ausgebildet wurden. Die wurden im wesentlich geschlagen. Da meinte man, ein einheitliches Oberkommando der hundert verschiedene Terrorgruppen im ISILStaat könnte das Blatt wenden. Nach anfänglichen Erfolgen und dem verstärkten Eingreifen der Türkei griff Russland an Assads Seite ein, wodurch die ISIS erhebliche Verluste erlitt. Syriens Armee bekam Luft und konnte große Geländegewinne machen und wichtige Städte zurückerobern.

Darauf griff Washington zum Plan B, die ‚Kurdische Karte‘, die die Spaltung des Landes bedeutete. Das aber trieb Erdogan auf die Palme und letzlich wieder in die Arme Putins und zu einer Annäherung an Assad. Die Kurden haben auch gelernt, was amerikanische Versprechen wert sind und liefen mit wehenden Fahnen zu Assad über. Anderson schreibt:

„Plan B ist gescheitert wegen des Zusammenhalts der syrischen Gemeinden, ihrer Unterstützung der syrischen Armee und der starken regionalen Solidarität, besonders zwischen Iran, Russland, Hisbollah und der nationalistischen palestinensischen Miliz sowie den syrischen Kurden.“

Dieser starken Allianz hat sich im übrigen auch der Irak angeschlossen.

Plan C könnte in einer Annäherung liegen. Putin hat Obama schon einmal einen Rückzug ohne Gesichtsverlust ermöglicht. Er könnte es noch einmal schaffen, indem er die Möglichkeit zu einer Art Friedensschluss findet, die Obama in seiner verbliebenen Amtszeit auf den letzten Drücker das image eines Friedensapostels zuschiebt, worüber die Welt lachen würde außer ihm selbst.

Die andere Meinung ist pessimistischer. Paul Craig Roberts schreibt, der „Chef-Lügner“ Obama unterstützt die Terroristen, will Krieg mir Russland und China und will immer noch die syrische Regierung stürzen“. Nur wird ihm in der kurzen Zeit, die ihm noch bleibt, nicht gelingen, was ihm in über fünf Jahren nicht gelungen ist. Natürlich wird er nicht aufhören zu geifern und große Töne zu spucken, aber damit holt er nicht einmal Spatzen vom Himmel. Einen Krieg mit Russland und China wird er erst recht nicht mehr entfachen können. Das überlässt er der Killary, die allerdings schon auf dem letzten Loch pfeift.

Selbst der Moon of Alabama schaut nicht optimistisch in die Zukunft in seinem Artikel „Kerry’s And Al-Qaeda’s „Very Different Track“. Und das obwohl er doch sehen muss, dass nicht einmal Washingtons Rote Linien beachtet werden und auch nicht Kerrys Ultimatum zum 1. August. Bis dahin sollte Präsident Bashar al-Assad zurückgetreten sein, andernfalls würden andere Seiten aufgezogen, sagte der Kerry

Auch all die Verhandlungen in Genf haben zu gar nichts geführt, weil Kerry ständig nur sein Mantra vom Rücktritt Assads runterleiert. „Die anderen Seiten“ waren wohl der Superangriff von 10 000 Terroristen auf Aleppo. In drei Wellen stürmten die Terroristen gegen die syrischen Stellungen an. Hier und da gelang ihnen ein kleiner Durchbruch, der in der Nacht wieder zunichte gemacht wurde. Auch ein versuchter Ausbruch von 3000 Terroristen im besetzten Teil von Aleppo ist misslungen.

Die russische Luftwaffe zerstörte ein großes Waffenlager an der türkischen Grenze und mehrere Waffenkonvoys auf dem Weg nach Aleppo. Danach brachen die Terroristen ihre weiteren geplanten Angriffe ab. Sie haben 1000 Mann verloren und große Mengen an Ausrüstung. Man darf annehmen, dass sie auf ihrem ungeordneten Rückzug noch weit größere Verluste erleiden werden.

Moon of Alabama meldet außerdem, dass nach wie vor große Mengen Leute und Waffen aus der Türkei kommen. Aus diesem Grund sieht er wohl kein Ende. Bedeutungsvoll ist, dass die westlichen Medien bislang über diese wichtige und entscheidende Schlacht mit keinem Wort berichtet haben – außer alte Lügen, dass die Terroristen Aleppo halten und die syrische Armee die Stadt bombardiert – alles ein haarsträubender Unsinn. Andererseits macht es uns leichter: einfach den Quatsch, den Washington und sein Medien-Gefolge von sich geben, ins Gegenteil verkehren, dann kommt man der Wahrheit einen entscheidenden Schritt näher.

Und hier ist ein Artikel, in dem ihr euch schlau machen könnt über zehn Fakten, die von den Mainstreammedien dem Publikum verheimlicht werden.