in Naher Osten

Am Ahn: Wie es aussieht, gibt es inzwischen einen veritablen Grund die völkerrechtswidrige Beteiligung Deutschlands am NATO-Unterstützungseinsatz für den Islamischen Staat in Syrien endgültig aufzugeben. Damit könnte die Verlagerung deutschen Militärs in das Nicht-Nato-Land Jordanien endlich vom Tisch gefegt werden. Entsprechende Gründe für eine solche Distanzierung wurden jüngst in Syrien seitens der USA mit Waffengewalt vom Himmel geschossen. Soweit zur Theorie, der allerdings die Kriegsgeilheit der aktuellen Bundesregierung diametral entgegensteht.

Es gibt lobenswerte Beispiele denen Deutschland in diesem Falle wortlos folgen könnte. Australien wird seine Syrien-Flieger beispielsweise auf dem Boden belassen. Da würde es Sinn ergeben, die deutschen Flieger gar nicht erst nach Jordanien zu verlegen, sondern wieder nach Deutschland. Da unsere überaus wohlwollende Propaganda einen kriegstreibenderen Sinn hat, berichtet sie sehr anrührend zu dem Vorgang. Das liegt in der Natur der Sache, wenn man weiß welchen Interessen sie zu dienen hat.

Man kann es hier sehr gut nachvollziehen: Kampfeinsätze in Syrien ausgesetzt – Australien reagiert auf russische Drohung … [SpeiGel auf Linie]. Sicher, wenn die USA völkerrechtswidrig einen syrischen Jet vom Himmel holen, dann ist das eine echte Heldentat. Die findet zumindest innerhalb der Nord-Atlantischen-Terror-Organisation (ugs. NATO) passenden Beifall. Selbstermächtigung ist in dem Verein ein verbreitetes Übel. Sofern die Russen konstatieren, dass sie auf solche Neckereien absolut keinen Bock haben und sich was passendes dazu einfallen lasen wollen, dann ist das logischerweise eine offene wie ernsthafte Bedrohung die sich gegen die vorerwähnte Terror-Organisation richtet.

Insoweit ist die unangekündigte US-Eskalationstrategie mit dem Abschuss der syrischen Maschine vollends aufgegangen. Das tiefgehende Problem in Syrien sind die nationalen Sicherheitsinteressen der USA, die in Syrien massiv verletzt werden. Ähnlich wie Deutschland, das seine Außengrenzen seit geraumer Zeit am Hindukusch verteidigt, unterhalten die USA überall auf der Welt ihre imaginären roten Linien, die niemand überschreiten darf.

Die eine oder andere davon soll sich in Syrien befinden, weshalb sich die USA dort militärisch so sehr engagieren. Besonders die Förderung von moderaten und gutwilligen Terroristen, die als gemeinsames Ziel den Sturz von Assad mit den USA teilen, gilt es vor bösen Bomben des Despoten und seiner russischen Kumpanei zu bewahren. Verniedlichend spricht man gern von einer gemäßigten Opposition unter Waffen, das hört sich demokratischer an und ist ggf. auch für die hiesige Opposition auf Dauer eine Option.

Genau daran beteiligt sich auch die Bundeswehr, wobei der IS lediglich der unverzichtbare Vorwand ist überall in der Region Bomben werfen zu dürfen. Zugegeben, die Bundeswehr macht nur die Vorbereitungen für die Tötungsmaschinerie mit ihrer Luftaufklärung und wähnt sich deshalb aus unerfindlichen Gründen auf der moralisch unblutigen Seite. Ohne den IS wäre übrigens der NATO-Militäreinsatz in Syrien völlig absurd. Das lässt zweifelsfrei erkennen wie sehr die NATO dort auf den IS angewiesen ist, um Syrien auch weiterhin schamlos destabilisieren zu können.

Amerikanische Bomben fallen vorzugsweise auf Ziele die dem Assad Regime nützlich sind, eher selten auf den IS, der ebenfalls von den USA mitbegründet wurde. Wer will schon seine eigenen Geschöpfe schlachten? Das ist aus der beschrieben Sicht zwar alles verständlich, aber in der öffentlichen Darstellung an Falsch- und Verlogenheit leider kaum zu überbieten. Da ist es unabdingbar, wenn man die großen, profitorientierten Medien zumindest an der Heimatfront, im Kampf um die Meinungshoheit, hinter sich weiß. Die gelungene Täter-, Opfer-Umkehr gehört dabei eher zum Standardrepertoire besagter Medien. Russland ist jetzt der Täter, weil es US- und NATO-Kräften droht. Letztere dann die Opfer, die es doch mit dem Abschuss einer syrischen Maschine nur gut gemeint haben.

Gescheiterte Gründe für einen Kriegsausstieg

Die Verlagerung der Bundeswehrflugzeuge aus Kostengründen auszulassen ist im Moment leider das schlechteste Argument. Schließlich kann jeder Cent, der seitens Deutschland weltweit für Mord und Totschlag aufgewendet wird, auf das imaginäre Zwei-Prozent Ziel der NATO vom BIP angerechnet werden. Ebenso gut könnte man Dollar-Milliardenbeträge mittels der deutschen Tornados über Syrien abwerfen. Auch das bekäme man sicherlich darauf angerechnet und würde die Syrer deutlich stärker als Bomben erfreuen. Nur leider dient so ein Unfug nicht unsere wohlwollenden Rüstungsindustrie und ist deshalb schon als kontraproduktiv zu verwerfen.

Selbstverständlich wissen wir alle längst, das Krieg = Frieden ist und jeder Militäreinsatz der “Guten”, zu denen wir als Nation zweifelsfrei zählen, stets nur eine Friedensmission sein kann. Die Russen dagegen sind eben allzeit nur aggressiv auf diesem Planeten unterwegs (siehe auch zweiter Weltkrieg, mit dem Überfall auf Deutschland), setzen rücksichtslos ihre Gier durch. Anders als wir, die “Guten”, haben die Russen keine Interessen zu haben und sind von uns in ihrer Aggressivität unbedingt einzudämmen. Das wird jedes halbwegs indoktrinierte Schlafschaf sofort kapieren. Mithin scheidet auch der klare Sachverstand noch aus, den Umzug der Luftwaffe nach Jordanien abzusagen.

Russen-Belastungs-Tests … mit deutschen Tornados

Ferner müssen wir davon ausgehen, dass die USA demnächst erneut Russen-Bereitschaftstests in Syrien durchführen werden. Nur so ist eine weitere Eskalation zielsicher auf den Weg zu bringen. Anfangs wird man ein paar Opfer-Drohnen über den Jordan / Euphrat gen Westen gehen lassen, um zu sehen wie der Russe reagiert. Um allerdings endgültig zu eskalieren, muss NATO-Blut fließen. Da wird der ein oder andere Piloten zu opfern sein. Oder anders gesagt, ein bemannter Flieger ist den Russen zum Abschuss vorzusetzen, damit man sich anständiger aufregen kann.

Hier wiederum böten sich die Uralt-Tornados der Bundeswehr (mit Besatzung) geradezu an … der Schrott muss sowieso weg. Noch hat die Bundeswehr keine Gedenktafel für im Syrienkrieg gefallene Soldaten. Das kann sich alsbald ändern. Auch solche kleinen Opfergaben sind wir unseren Freunden vom NATO-Angriffsbündnis, aus heutiger Sicht schuldig. Wir können uns bei den blutigen Themen nicht ewig mit dem Scheckbuch aus der Affäre ziehen, da sind Menschenopfer erforderlich.

Also! Bei NATO-rationaler Betrachtung bleibt jetzt kaum mehr ein Grund übrig, den völkerrechtswidrigen Einsatz der Bundeswehr im Syrien-Krieg zu beenden. Da weht nur noch der wüste NATO Win-Win-Wind. Die Kosten sind dringend notwendig! Menschenopfer als Zeichen der Willigkeit ein “Muss” und Materialverlust ebenso dringend geboten! Alles, um eine modernisierte Neubeschaffung von verbrauchtem Kriegsgerät gut begründen zu können. Sowas aber auch!

Vielleicht sollten wir noch die Zwangsaufnahme Syriens in die NATO-erwägen. Natürlich nur aus rein humanitärer (Ein)Sicht, zum Schutz aller Syrier agieren zu können? Hernach werden wir das arme, geschundene Land direkt vor Ort vom “bösen Aggressor” Russland befreien. Das erst wäre der Gipfel aller feuchten NATO-Träume. Nur wie bringen wir das dem Assad bei? Die ganze deutsche Kriegsbeteiligung in Syrien wird dadurch derart absurd, dass man zumindest aus einem “lichten Moment” heraus den Unsinn doch besser ganz abblasen sollte.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Jetzt einmal abgesehen von Syrien .
    Ist doch logisch :
    Deutschland verteidigt seine Freiheit am Hindukusch
    und der IS verteidigt seine Freiheit in Berlin und Brüssel.
    Und es ist noch die Frage offen, wann Pakistan seine Freiheit in den RockyMountains verteidigt und die Malediven ihre Freiheit in den Alpen .

  2. Die Kriegsgeilheit der Deutschen ist schon legendär.
    Es geht ja munter weiter. Das kann mir als Deutschland keiner befehlen.
    Wenn ich als Deutschland nicht in den Krieg ziehe so mache ich das nicht.
    Nur die Kriegsgeilheit spricht Bände. Dazu umgeht man sogar den Bundestag. Könnten ja doch einige plötzlich das Hirn und Gewissen einschalten und nein sagen.

  3. es bleibt leider nur sarkasmus, denn „Normale Menschenverstant“ will dass aktuelle „Werte Politik“ nicht verstehen!
    Es ist dennoch sehr traurig das es die Merheit der EU, ganz besonders DE, nicht besonders interessiert und sie denken die Frau Merkel „wird schon Schaffen“ !!!?????

  4. In Jordanien werden größere Umbau Arbeiten an der gesamten Anlage erforderlich sein. Um das Deutsche Vorschriftenwerk für solche Basen einzuhalten wird das nicht Monate, sondern Jahre dauern, bis dort ein Bundeswehr Tornado abheben kann. Dann muss für das Personal, wie die Piloten und die Waffentechniker ein ordentliches soziales Umfeld geschaffen werden. Ich gehe davon aus, dass der Russe den Krieg dort beendet hat, bevor die Basis einsatzfähig ist.