in Naher Osten

“Geschlossene Militärische Zonen” sind in al-Khalil (Hebron) im besetzten Westjordanland quasi zu einem ‚legitimen‘ Mittel der Unterdrückung und Diskriminierung der palästinensischen Bevölkerung geworden. Palästinensische und internationale Organisationen, die diese unmenschlichen Taktiken dokumentieren und Bericht erstatten sind dabei zunehmend der Willkür und vollständigen Strafflosigkeit des israelischen Militärs ausgesetzt.

Die palästinensische Nachbarschaft Tel Rumeida in al-Khalil (Hebron) wurde am 1. November vom israelischen Militär als ‚geschlossene militärische Zone‘ deklariert – alle palästinensischen Bewohner wurden dadruch gezwungen, sich und ihre Familien beim Militär als Bewohner zu registrieren.

Seitdem ist nur noch den auf den langen Listen registrierten Personen das Betreten dieses Gebietes gestattet, allerdings erst nach erniedrigenden Taschen- und Ausweiskontrollen sowie Ganzkörperdurchsungen.

„Wir sind nur noch Nummern, keine Menschen“, erläutert Imad Abu Shamsiyyeh diese Taktik. Familie, Freunde, Ärzte oder Klempner – wer auch immer nicht registriert ist, ist damit effektiv der Zutritt verboten.

Die Grenzen dieser ‚geschlossenen militärischen Zone‘ sind dabei bewusst so gestaltet, dass sie die ohnehin streng reglementierte Bewegungsfreiheit der Palästinenser weiter einschränkt, die illegale israelische Siedlung allerdings ausspart. Israelische Siedler sind daher, neben dem Militär, die einzigen, die sich auf den Strassen dieser ‚geschlossenen militärischen Zone‘ frei bewegen können.

Nachdem Ende Oktober zwei palästinensische Jugendliche in dieser Nachbarschaft vom Militär niedergeschossen wurden, ist die Angst der Bewohner groß. „Ich habe einen unbewaffneten Mann die Straße in Richtung der Soldaten entlang laufen sehen, und plötzlich haben sie auf ihn geschossen“, berichtet Orion, ein Augenzeuge.

Trotz zahlreicher ähnlicher Augenzeugenberichte, behauptet das Militär in beiden Fällen von den Jugendlichen angegriffen worden zu sein. Einem Aufruf das Material der Videokameras, die 24/7 die gesamte Straße überwachen, freizugeben, ist die israelische Regierung nicht nachgekommen.

Im Zuge der immer drastischeren Einengungen im alltäglichen Leben, denen palästinensische Bewohner in Tel Rumeida ausgesetzt sind, bleibt einigen Familien nichts anderes übrig, als die Nachbarschaft zu verlassen um ein halbwegs sicheres und ’normales‘ Leben führen zu können.

Für die Anwohner ist die ‚geschlossene militärische Zone‘ daher nicht nur eine illegalle Kollektivstrafe, sondern auch „eine neue Taktik um palästinensische Familien zu vertreiben und [illegalle israelische] Siedlungen auszudehnen“, wie Imad Abu Shamsiyyeh erklärt.

Internationale Menschenrechtsbeobachter, ebenso wie palästinensische Aktivisten, die diese besorgniserregenden Entwicklungen dokumentieren, werden dabei immer mehr von den israelischen Kräften ins Visier genommen. Dadurch soll eine Berichterstattung verhindert werden, die Stimme der Palästinenser und deren Lebensrealität zum verstummen gebracht werden.

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11 Kommentare

  1. Da die Verbrechen des zionistischen Regimes nicht von den Leitmedien bekannt gemacht werden, ist es ein Gebot der Humanität und internationalen Solidarität mit dem geschundenen Volk von Palästina, jeden dieser barbarischen Übergriffe mit Hilfe sozialer Medien und in unabhängigen Foren ins Licht der Weltöffentlichkeit zu ziehen. Darüber hinaus wäre eine zentrale Dokumentation angezeigt, mittels derer die UNO zum Handeln aufgefordert werden müsste. Wenn dies nicht durch die Regierungen geschieht, dann eben durch zivilgesellschaftlich organisierte Kräfte.

  2. In Israel spricht man bei illegal eingereisten Afrikanern üblicherweise von ‚histannenut‘, was in der englischsprachigen israelischen Presse mit ‚infiltrants‘ (‚Eindringlinge‘) wiedergegeben wird. [4] Es handelt sich dabei konkret um eine Gruppe von ca. 42.000 Afrikanern, vor allem aus Eritrea und dem Sudan, von denen ein Teil bisher im Anhaltelager Holot in der Negev-Wüste festgehalten wurde.

    Die israelische Einwanderungs- und Grenzbehörde hatte bereits im Vorjahr angekündigt, dass diese Leute in nächster Zeit entweder abgeschoben werden, oder, wenn sie sich der Abschiebung widersetzen, zu Haftstrafen verurteilt werden können.

  3. Das Zentrum für israelische Einwanderungspolitik (EITAN) begrüßte diese Politik und erklärte, dass „jedes Land das Recht hat, insbesondere auch aufgrund des Völkerrechts, Eindringlinge aus seinem Hoheitsgebiet zu entfernen, so lange diese dadurch keiner Lebensgefahr ausgesetzt werden.“

    Seit Beginn der neuen Politik sollen bereits 3988 Afrikaner Israel verlassen haben, 1500 allein im vergangenen März. [5]

  4. @ Buergerblick das hast du sehr schön formuliert
    hier wird eine Minderheit auf barbarische weise durch die zionistische Regierung israels unterdrückt. jede person die wiederstand gegen diese unterdrückung leistet wird sofort von unseren mainstream Medien als terrorist bezeichnet. jede aussenstehende person die diese verbrechen öffentlich verurteilt, wird als antisemit bezeichnet. in welche Richtung sich unsere Gesellschaft verwandelt hat, sieht man an diesem bsp. sehr gut. traurig traurig.
    liebe Leser dieses Artikels – hört bitte nicht auf kritisch mit der thematik Gaza Streifen umzugehen. macht es in eurem Umfeld publik. sorgt dafür, dass die menschen in Gaza nicht in Vergessenheit geraten.
    danke

    mfg

  5. Landraub en gros auf administrativem Wege

    Wo bleiben die Sanktionen gegen Israel? Ein Land dieser Größe kann man zu raison rufen.

    Oder ist die globale Medien- und Finanz- Macht doch schon zu groß?