in Naher Osten

Ein Angriff auf Syrien, der „eigentlich“ einer auf die Hisbollah gewesen sein soll – ein Affentheater, das  (lt. syrischen Angaben) zwei Tote und fünf Verwundete auf der Bühne zurück ließ.

Wollt ihr glauben, daß dieser Mann (Foto links), Matthew Lewitt, Verantwortlicher Direktor für die Abteilung Terrorismusabwehr und Aufklärung am Washington Institut for Middle East Policy, nicht weiß, was das untenstehendes Foto zeigt? Das ist eine Batterie, also die kleinste kampffähige Einheit des Luftabwehrsystems, von dem der  Aussage Lewitts gegenüber der NYT zufolge die israelische Armeeführung annahm, es habe sich „in (!)  LKW’s verladen“ befunden, welche die IAF auf syrischem Territorium bombardiert und zerstört haben will, weil sie befürchtet habe, das System solle der libanesischen Hisbollah übergeben werden.

Ich gestehe, es macht mich fast sprachlos, das ich mich genötigt sehe, solche „Meldungen“ zu kommentieren, anstatt sie einfach für sich selbst sprechen zu lassen. Der Chartophylax (apxwn) hat sich vor Tagen mit einer ähnlichen Meldung zu Fordo (dem iranischen Anreicherungszentrum) beschäftigt.

Diese Häufung muß zumindest den Verdacht aufkommen lassen, es stecke System hinter einer methodischen Verschaukelung nicht nur der internationalen Öffentlichkeit, sondern auch der politischen Repräsentanten der am Syrien- und Irankrieg interessierten Staaten.

Gleichwohl halten bis zur Stunde alle prominenten Desinformationskanäle des Westens, also neben der NYT auch z.B. die BBC und das Deutsche Fernsehen, an dieser, israelischen Stellen zugeschriebenen Darstellung des israelischen Angriffs fest, gegen die Version der syrischen Agenturen, die nach einigem Hin und Her vor wenigen Stunden Russia Today für sich gültig machte.

Dies System wäre dann allerdings leicht zu entschlüsseln, da es mindestens seit November letzten Jahres in Kraft wäre, wenn man die Verhackstückung eines von den USA – vertreten durch William Burns – autorisierten Hamas-Unterhändlers, Ahmed al-Jabari an den Beginn setzt,  nebst der folgenden, vom militärischen Gesichtspunkt schlichtweg absurden Bombardierung des Gaza mit ca. 200 überwiegend zivilen Todesopfern und ungefähr Tausend Schwerverletzten.

Es folgte die Entscheidung zum zügigen Ausbau jüdischer Landnahme in den besetzten Gebieten, der systematische Einsatz von Kriegsmunition gegen Unbewaffnete, überwiegend in Verstümmelungsabsicht und unter Verwendung geächteter Dum-Dum-Geschosse, kurzum: Ein international verheimlichter Krieg auf der Westbank und im Gaza. Es konnte niemanden überraschen, dass Israel einer UN-Menschenrechtskomission unter diesen Umständen die Einreise verweigerte und das UNHCR-Forum boykottierte – ein einmaliger Vorgang in der UN- Geschichte.

Selbst die Offenlegung (1) eines seit mindestens 6 Jahren von der gleichgeschalteten Presse tot geschwiegenen schmutzigen kleinen Geheimnisses (2), nämlich die eugenische „Euthanasie-light“-Strategie israelischer Mediziner und Einwanderungsbehörden gegen ihrer Hautfarbe wegen als „unecht“ empfundene äthiopische Juden, kann, ja, muß man in diese Reihe stellen, die einen vorläufigen Höhepunkt in einem Angriff auf Syrien erreicht, der lt. o.zit. Artikel der NYT vom obersten Amtsrichter des internationalen Rechts, dem Herrn der Heerscharen Obama, nicht beauftragt und nicht gedeckt war.

Der Luftangriff auf Syrien – welches konkrete Ziel er immer traf oder nicht traf – fungiert in dieser Reihung als Bestandteil eines zionistischen Krieges gegen die aktuelle, die regierungsamtliche US-Weltordungsstrategie im Mittleren Osten.

Sein Szenario verrät m.E. allerdings noch ein wenig mehr über die konkret verfolgten Absichten.

 Haaretz zeigt ein Bild, wo das nach Angaben des syrischen Fernsehens getroffene Ziel des israelischen Angriffes liegt. Demnach handelt es sich um die Siedlung Al-Hameh nördlich ca.1-1,5 km nord-nordöstlich des Damaszener Vorortes Qudssaya. Das ist maximal 8 km vom Regierungspalast entfernt. Eine aus dieser Entfernung abgeschossene Cruise Missile ist schwierig abzufangen.  (Update: SANA nannte den Ort Jamraya, das ist entweder wenige hundert Meter nördlich, oder es ist derselbe Ort – das Kartenmaterial ist nicht eindeutig.)

Damit ist das taktische Ziel des Angriffes klar: Wir hätten Assad töten können – diesmal haben wir nicht gewollt.

Die erste Sensation der Affäre ist also, dass die syrische Armee nach eigenen Angaben außerstande gewesen sein soll, die angreifenden Maschinen zu orten und anzugreifen, geschweige abzuschießen. Wenn ihr euch die Spezifikationen des Buk-Systems im oben verlinkten Wikipedia – Eintrag anschaut, hieße das, dieses System ist gerade mal den Schrott wert, in den man es zusammen schmelzen kann. Es soll Ziele bis in 80 km Entfernung erfassen und hinunter auf 100m Flughöhe verfolgen können, und das Terrain, das ihr auf der Karte seht, ist nun wahrlich nicht schwierig!

Wenn ihr euch mal das Gelände Richtung libanesischer Grenze anschaut, wird die Sache noch deutlicher. Die Pässe des Gebirgszuges unterliegen ganz gewiss strengster Überwachung, und jeder Flieger, der über die Höhen einschwebt, wird von entfernter Ortung sicher erfasst. Sollen wir dem syrischen Militär also glauben, die israelischen Maschinen hätten „sich eingeschlichen und wieder ausgeschlichen“ („sneakt in and out“, Sana lt. gestrigen, jetzt editierten Meldung von RT)? Die unterstellte Flugzeit über syrischem Territorium will ich gar nicht erst berechnen!

Möglich ist das freilich! Im Jahr 2007, während der Operation Orchard ist das der IAF in Zusammenarbeit mit der USAF mit fortgeschrittener Electronik Warfare gelungen. Aber wenn es trotz syrischer Aufrüstung, unter anderem mit den ominösen Buk-Systemen, erneut gelungen wäre, dann wüßte es die libanesische Armee – und die Russen, mit ihrer hochmodernen Radarstation auf dem Golan, wenige Kilometer entfernt, natürlich auch, ECM-Techniken sind halt nicht „still“.  Deshalb kann ich mich des -zugegeben höchst spekulativen – Verdachtes nicht erwehren, die Operation sei von der russischen Staatsführung gedeckt, die mit der syrischen Widerstandskraft die Geduld verloren hat und für ihre Partizipationspläne an der ökonomischen Erschließung der Levante endlich „Ruhe im Karton“ will. Oder aber Netanyahu hätte Syrer und Russen mit einer ultimaten, vielleicht gar atomaren Vernichtungsdrohung zum Stillhalten genötigt,  weil sein Ziel erklärtermaßen gar nicht Syrien, sondern der Libanon und die Hisbollah sind.

Letzteres macht auch der Haaretz-Bericht über die Affäre in seinen Schlußwendungen sehr deutlich.  Aus Zeitgründen verzichte ich diesmal auf die Übersetzung:

The fact that almost 24 hours have gone by with no response from Hezbollah could be seen as encouraging. But it’s hard to predict whether the organization’s restraint will last. If, contrary to expectations, it decides to respond forcefully, this will be a very different war than November’s operation in Gaza: Hezbollah’s ability to hurt the Israeli home front is much greater than that of Hamas.
The bigger problem is that this wasn’t a one-time event: The worse Assad’s position grows, the more attempts Hezbollah will make to grab whatever weapons it can get its hands on. And it seems Israel, if it was responsible for the air strike, has made its red lines clear.

Vor gut einem Monat schrieb ich auf meinem Blog den Eintrag Libanonkrieg, direkter Angriff auf Damaskus abgesagt, zu dem es in Kein Libanonkrieg, kein Luftkrieg gegen Syrien ein paar zusätzliche Argumente gibt. Jetzt hat Netanyahu Obama bedeutet, daß er sich damit nicht abzufinden gedenkt, oder zumindest blufft er mit seinem Vermögen, sich nicht abfinden zu müssen, das erstmal in der Loyalität der israelischen Luftwaffe zu ihrem obersten Kommandeur liegt, die hier nebenher auch getestet wurde. Und es ist gut möglich – diese Loyalität scheint es mir fast nahe zu legen – daß das eigentliche militärische Ziel hier zu suchen ist:

U.N. human rights inquiry says Israel must remove settlers

A UN human rights inquiry has called on Israel to remove all Jewish settlers from the West Bank and cease expansion. The report said the settlements violate international law, and are an attempt to drive out Palestinians through intimidation.

Das kommt juristisch einer Anklage wegen „Genozid“ gleich, deren „Adresse“ Reuters (und der UN-Bericht?) gleich dazu nennt:

The 1949 Geneva Convention prohibits the transfer of a civilian population into an occupied area – such an act could constitute war crimes if brought before the International Criminal Court.

Natürlich hat Israel Datum und Inhalt der Veröffentlichung im Voraus gekannt.

1) Über diesen Artikel der JP vom Oktober wurde drei Monate lang die Decke des Schweigens gebreitet, u.a. mit Hilfe von David Horowitz, bevor er wie ein Springteufel … von Haaretz frei gelassen wurde.

(2)  Daß das schmutzige kleine Geheimnis der zionistischen Rassenpolitik auf eine 50jährige Geschichte, einschließlich der ihrer Verheimlichung durch eine veritable publizistische Wasp-jewish-e „Verschwörung“ zurück blicken kann, entnehme man, falls gewünscht, diesem Artikel der israelischen Historikerin Yali Hashash in „Kin, Gene,Community: Reproductive Technologies among Jewish Israelis, Berghahn Press, 2010.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. „Israel“ *muß* gar nix – wenn die vorliegende Affäre immerhin das lehrte, wär schon was gewonnen. Die zionistische Militäroligarchie ist entschlossen, ihre Atomwaffen auch einzusetzen, wenn sie, die sie *ihr* Schicksal mit dem der (jüdischen) Geiseln verknüpfte, die sie auf dem israelischen Territorium und ‚drumrum gemacht hat, *sich* bedroht sieht. Entwaffnen kann (with a little help from their friends) allein die israelische Bevölkerung diese Klassen!herrschaft einer kolonialen Aristokratie.

  2. Also ich verstehe die Israelis schon, wenn sie verhindern, dass Hisbollah und Co. Waffen bekommen.
    Die syrische Regierung weiß genau, wann die Grenze überschritten wird.
    Vermutlich will Assad etwas provozieren, in der Hoffnung das sich der syrische Krieg ausweitet und dadurch seine Überlebenschancen steigen.

  3. Al Manar meldet acht in einem Hinterhalt der „FSA“ gefallene libanesische Soldaten. Al Akhbar bestätigt die Zahl der Getöteten, nennt jedoch die Angreifer nicht. „Daily Star Leb.“ behauptet, die Angreifer seien „Ortsansässige“ gewesen, der Anlaß eine Polizeiaktion des Geheimdienstes & spricht von 4 Opfern aber ebenfalls von einem „Hinterhalt“. Diese Zusammenstellung ist inkonsistent. Aber Al Manar’s Behauptung, das sei er „erste“ Vorfall seiner Art (Var.1), stimmt auch nicht.
    Sieht ein wenig danach aus, als mühten sich zwei Parteien mit unterschiedlichen Interessen, den Eindruch zu erwecken, die „FSA“ im Raum Homs versuche in konzertierter Aktion mit der IDF, den Libanon voll in den Syrienkrieg zu ziehen.