in Naher Osten

Unbekannte sollen sich in das Smartphone des israelischen Spitzenkandidaten Benny Gantz für die anstehenden Parlamentswahlen gehackt haben. Vermutet dahinter wird der Iran. Benjamin Netanyahu nimmt das alles zum Anlass um von den juristischen Problemen, die ihn umgeben, abzulenken.

Fragen zum Hackerangriff wichtiger als Wahlkampfrede zur Sicherheit Israels

Israel rätselt über einen Hackerangriff auf das Smartphone von Benny Gantz. Er ist Spitzenkandidat für die anstehenden Parlamentswahlen in Israel. Auf einer Wahlkampfveranstaltung an der Grenze zum Gaza-Streifen wollte der Politiker eigentlich eine profilierende Rede über Israels Sicherheit halten. Jüngst war der Großraum von Tel Aviv mit 2 Raketen aus dem Gaza-Streifen beschossen worden. Es gab keine Verletzten, auch keinen nennenswerten Schaden. Dennoch flog Israel Luftangriffe auf eine Vielzahl an Zielen im Gaza-Streifen.

Dieser Vergeltungsschlag gegen die Aggressionen aus den benachbarten, palästinensischen Gebieten wird vom früheren Generalstabschef befürwortet. Er forderte gar eine noch härtere Antwort Israels. Doch zu der Rede kam es nicht. Hauptthema für die anwesende Presse war ein Hackerangriff auf Gantz‘ Smartphone. Unbekannte sollen sich in das Smartphone des Politikers gehackt haben. Es gab zahlreiche Fragen dazu. Gantz erklärte zusammenfassend:

Es gibt auf diesem Telefon keinerlei Dinge, die die Sicherheit betreffen und auch keine Bedrohung, die gegen mich gerichtet ist, auch keine Erpressung. Das ist einfach nur eine unethische Einmischung, auf die ich mich nicht einlassen möchte.

Keine Details zum Hackerangriff auf Gantz‘ Smartphone bekannt

Der Hackerangriff selbst soll wohl schon einige Zeit her sein. Das zumindest geht daraus hervor, dass der israelische Inlandsgeheimdienst den Spitzenkandidaten Gantz schon vor „einiger Zeit“ über den Angriff informierte. Vermutet wird hierbei der Iran. Aber mit welchem Hintergrund?

Das beantwortet der Inlandsgeheimdienst leider nicht. Zumindest nicht öffentlich. Der israelische Experte für IT-Sicherheit, Ran Bar-Zik, sagt dazu: „Uns liegen keine genauen Informationen vor, ob es sich zum Beispiel um einen Angriff auf die Bilderdateien des Telefons handelte oder ob ein Programm installiert wurde. Es gibt so viele Wege, ein Telefon anzugreifen. Aber gerade, weil es sich um einen ehemaligen Generalstabschef handelt, hätte ich erwartet, dass der Geheimdienst seinem Schutz größere Aufmerksamkeit schenken würde.“

Opposition wirft Benjamin Netanyahu Ablenkungsmanöver vor

Das Lager um Benny Gantz, dem Chancen auf einen Sieg über den amtierenden Premierminister Benjamin Netanyahu eingeräumt wird, ist zu Recht verärgert. Denn die Meldungen über den Hackerangriff kommen höchst ungelegen. Und wer hat eigentlich die Medien über der Hackerangriff informiert? Etwa die Regierung? Es kursieren wilde Spekulationen und Ermittlungen werden gefordert.

Für die Opposition und das Lager von Benny Gantz steht jedenfalls auch ohne Ermittlungen fest, dass der amtierende Premierminister lediglich von seiner eigenen Korruptionsaffäre ablenken wolle. Das sieht auch Avi Gabbay, der Vorsitzende der oppositionellen Arbeitspartei so:

Ich habe keinen Zweifel daran, dass diese Nachricht nicht zufällig drei Wochen vor der Wahl bekannt wird. Was uns vielmehr Sorgen machen sollte, ist, dass unser Premierminister den Wahlen entgegengeht als wäre nichts geschehen.

Benjamin Netanyahu drohen rechtliche Konsequenzen wegen Bestechlichkeit, Betrug und Untreue. Eine Anklage soll Justizkreisen zur Folge noch erfolgen. Der Wirbel um den Hackerangriff auf Gantz‘ Smartphone käme Netanyahu hier offensichtlich gut gelegen. Und der amtierende Premierminister versucht auch bereits die Situation für sich zu nutzen. In einem auf Twitter veröffentlichten Video bezichtigt Netanyahu Gantz der Nähe zu Teheran. Das müsse „die Frage beim Wähler aufwerfen“, ob jemand vom israelischen Volk unterstützt werden soll, der selbst „vom Iran unterstützt“ werde und das „Atomabkommen mit Teheran“ befürworte.

Autor: Thomas Schmied

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