in Naher Osten

Seit 2012 liefern die USA Waffen und Kriegsmaterial an sogenannte „gemäßigte syrische Rebellen“ um einen Regimechange herbeizuführen. Nun, Monate nach dem brutalen Vormarsch des sogenannten Islamischen Staats im nahen Osten, wird dieser Kampfbegriff immer noch nicht beiseite gelegt. Doch die Verwobenheit der Freien Syrischen Armee mit der Al-Nusra Front und anderen extremistischen Gruppen zeigt: Die Märchenerzählungen von irgendwelchen „nur halb so schlimmen“ syrischen Rebellen wurden ad absurdum geführt – sie gibt es nicht.

Türkische und amerikanische Streitkräfte wollen 2000 gemäßigte syrische Rebellen in der Türkei trainieren, um sie für den Kampf gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) zu stärken, hieß es gestern. Die Ausbildung solle auf einem Stützpunkt in der Stadt Kirsehir in Zentralanatolien stattfinden, sagte ein Sprecher des türkischen Verteidigungsministeriums. Rebellen gegen den IS? Vor ein paar Monaten sprach man noch von Rebellen gegen Assad. Den Medien scheint diese Perversion nichtmal aufzufallen. „Rebellen“ ist eben ein dehnbarer Begriff.

Doch viel beliebter ist sowieso die sagenumwobene Formulierung „gemäßigte Rebellen“ – klingt ja auch besser. Nach kämpferischen Milizen, nur eben gemäßigt – irgendwie. Noch lieber als im Kampf gegen den IS benutzte man diese Formulierung im Kampf gegen Assad. Dort sprachen die USA auch von „gemäßigten syrischen Rebellen“ als sie Waffenlieferungen in Millionenhöhe beorderten. Ob die koptischen Christen, Jeziden, Alewiten und andere Minderheiten auch von „gemäßigt“ gesprochen haben als Al-Nusra-Kämpfer oder andere extremistische Milizen, die als Vorgänger des IS gelten, sie überfielen, eingesperrten oder gar brutal ermordeten? Wohl eher nicht.

Denn diese inhaltsleere Formulierung von „gemäßigten Rebellen“ ist nichts weiter als eine Lüge – ein Propagandabegriff. Damit machen Islamistische Terroristen Öffentlichkeitsarbeit und holen sich bei der CIA Waffenlieferungen ab. Selbst wenn man anzweifelt, dass die die in Syrien nach 2 Jahren Bürgerkrieg immernoch gegen Assad kämpfen, nicht nach Demokratie und Frieden streben, kann man nicht ausblenden, dass zwischen „gemäßigt“ – was auch immer das ist – und „extrem“ mehr als nur ein schmaler Grad liegt. Ja, oftmals ist es schon fast dasselbe. Gerade in Bürgerkriegsländern kann man solche Gruppierungen und Milizen nicht einfach getrennt betrachten. Die sogenannte „Freie Syrische Armee“ ist keine homogene Gruppe und auch der Islamische Staat ist keine. Wenn man jetzt, bei solchen engen Verworbungen und Vernetzungen, dem Pentagon die Attributierung nach „gemäßigt“ und „extrem“ überlässt, begeht man einen riesen Fehler.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

  1. Den Leuten dort ist es egal, ob sie von einem „gemäßigten syrischen Rebellen“ ermordet werden oder von der anderen US-gesponserten Mördertruppe ISIS, Salamiartisten oder wie die Kreationen der Medien dafür auch heißen mögen.