in Naher Osten

Nachdem das künstliche Drama um das iranische Atomprogramm ein vorübergehend glückliches Ende gefunden hat, dürfte sich das Augenmerk der Medien in den kommenden Wochen und Monaten wieder auf Syrien richten.

Der Krieg in Syrien in den Monaten der medialen Vernachlässigung aber nichts an Aktualität verloren; es toben heftigste Kämpfe an verschiedenen Fronten und mit den unterschiedlichsten Gruppierungen. Wenn die vergangene Berichterstattung irgendeine Indikation bieten soll was wir wahrscheinlich in den Zeitungen und Onlineartikeln zu lesen bekommen werden, dann wird eine Organisation wieder vermehrt Beachtung erhalten: die „Syrische Observation für Menschenrechte„.

Deshalb ist es angebracht hier einen Artikel über diese Organisation zu veröffentlichen, die ich bereits am 15.04.2013 geschrieben habe, aber nach wie vor seine Gültigkeit besitzt. Gerade bei der zu erwartenden Zitierung und Referenznahme der Organisation, soll dieser Artikel dazu beitragen dass die Informationen mit Vorsicht zu bewerten sind.

„Syriens Observation für Menschenrechte“: bezahlte Propaganda?

Die grössten Medienhäuser der Welt, Regierungsorganisationen wie auch UN-Organisationen, haben sich bei ihrer Berichterstattung, oder besser gesagt bei der Publikation von Opferzahlen oder vermeintlicher Verbrechen, fast aussschliesslich auf die Angaben einer Organisation berufen, welche sich selbst „Syrische Observation für Menschenrechte“ nennt und ihr Domizil in Coventry/Großbritannien hat.
Was lange schon unter der Hand behauptet wurde, ist vor kurzem von der New York Times zum ersten Mal öffentlich zugegeben worden. Nämlich das es sich bei dieser „Observation für Menschenrechte“ um eine One-Man-Show handelt und der Hauptakteur Rami Abdul Rahman ist.

Nach eigenen Angaben nimmt er bereits Morgens um 05.30 Uhr Kontakt zu seinen 4 Hauptinformanten in Syrien auf und erkundigt sich was in der Nacht passiert ist. Dann bearbeitet er den ganzen Tag Nachrichtenfetzen der diversen TV-Sender, führt weitere Gespräche über Skype zu syrischen Kontakten die er während seiner Kindheit in Syrien aufgebaut hat, und sendet die letzte E-Mail um 21.00 Uhr.

Man mag sich nun fragen was daran denn so schlimm sein soll, wenn ein Mann eine Organisation als One-Man-Show leitet und sich in der Öffentlichkeit auch sehr gerne als Direktor dieser Organisation gibt? Immerhin trägt er ja dazu bei, das Leid der Syrer zu dokumentieren und Zahlen über Opfer zu bringen, welche ansonsten kaum vorhanden wären da es nur sehr wenige westliche Reporter in Syrien gibt, welche diese Tragödie objektiv beobachten können.

Wie in vielen anderen Dingen auch, darf der Weg des Geldes, der sogenannte „money-trail“, nie aus den Augen gelassen werden. Herr Rahman ist nicht Angestellter einer grossen Organisation, und seine Tätigkeit als „Direktor“ ist ein Vollzeitjob wie er es ja selbst beschreibt.
Woher kommt dann das Geld für Miete, Essen, Strom, Telekommunikation usw., also das was jeder von uns auch ausgeben muss? Dabei sind die Ausgaben für seine Reisetätigkeiten noch gar nicht mitberücksichtigt.
Gerade deswegen weil er eine One-Man-Show ist, ist dieser Punkt von elementarster Bedeutung. Und angesichts der Veröffentlichung der New York Times erscheint dieser Punkt noch viel wichtiger als zuvor. In diesem Bericht heisst es: „Geld von zwei Bekleidungsgeschäften decken das Minimum an Kosten welche er zur Berichterstattung benötigt, nebst kleinen Zuschüssen der Europäischen Union und einem europäischen Land, welches er aber nicht bekannt geben möchte“.

Dass es sich um dieses „europäische Land“ um Großbritannien selbst handelt, scheint angesichts der Fakten als ziemlich sicher zu gelten. Immerhin war es die britische Regierung selbst, die Rami Abdul Rahman im Jahr 2000 nach Coventry umgesiedelt hat und bereits zu diesem Zeitpunkt der Kontakt zum „Foreign Office“ (Aussenministerium) hergestellt war. Dass Rahman auch über einen direkten Zugang zum britischen Aussenminister William Hague verfügt, wurde oft dokumentiert und vom Aussenministerium in London nicht abgestritten. Auch der britische Drang in Syrien militärisch irgendwie aktiv zu werden, spricht dafür dass sich der Oberste Diplomat Seiner Majestät mit einem Vertreter der Opposition offen zeigt.

Wie neutral und objektiv kann also eine Organisation sein, die nur aus einer Hauptperson besteht und finanzielle Mittel der EU und einem nicht näher benannten europäischen Land erhält? Jene Organisationen welche sich um Fördermittel der Europäischen Union schon mal bemüht haben, wissen wie schwer es ist überhaupt solche Gelder zu erhalten; und auch nur dann von Brüssel bewilligt wird, wenn es den Zielen der EU dienlich ist.

Und die „Syrische Observation für Menschenrechte“ aus Coventry/UK wird dabei keine Ausnahme bilden.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Wäre noch interessant ,
    die Hintergründe der Organisation „Go free Syria“
    aufzudecken .
    Diese Organisation hat u.a. durch professionelle Poster
    in den verschiedensten Medien (z.B der Standard)
    offensichtlich Kriegshetze gegen die syrische Regierung betrieben .

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  • “SYRIEN” | kein Blatt vorm Mund 18. August 2015

    […] Von Zlatko Percinic – Am 17. Aug. 2015 – unter Naher Osten 2 Kommentare […]