in Naher Osten

Ein exklusiver Syrienbericht vom Sonderkorrespondenten der „Komsomolskaja Prawda“, Alexander Kots, der sich jetzt auf dem Luftwaffenstützpunkt Dumeyr neben Damaskus befindet.

Von Alexander Kots – Auf dem Betonboden vor zwei Hangars jagen mehrere syrische Soldaten den Ball. Aus 30 Meter knallt ein Bursche in T-Shirt und Shorts den Ball per Rückzieher in das improvisierte Tor aus Fliegerbombenkisten gemacht. Die Emotionen sind nicht schlechter als die bei einem echtem Fußballmatch. Und angesichts der Umarmung der „Fußballspieler“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Dumeyr neben Damaskus, ist es schwer zu glauben, dass sie vor ein paar Stunden mit der gleichen Genauigkeit den massiven Raketenangriff der drei Vertreter der Nordatlantik-Allianz abwendeten.

Ich bin nur fünf Stunden vor den Raketenangriff in Syrien angekommen. Unser Flugzeug landete mit allen nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim. Die Lichter an Bord sind ausgeschaltet, die Vorhänge geschlossen… Jemand hat das Handy eingeschaltet um einen Notausgang zu beleuchten. Er wurde wegen Verletzung der Lichtmaske beschimpft und so landeten wir in völliger Dunkelheit.

„Natürlich waren wir die ganze Zeit auf unserem Posten und jederzeit bereit, zu reagieren“ sagt mir der Kommandeur der BUK-Batterie auf dem Dumeyr-Flugplatz, Major Mouhamed. „Ich habe sogar die Trump Ansagen unbeachtet gelassen ist doch ziemlich egal, was er dort in Twitter genau schreibt. Wir haben hier unsere Anweisungen.“

Von diesem Luftwaffenstützpunkt aus fuhren wir aus Latakia an den anderen, den angegriffenen Flugplätzen vorbei. In der Provinz Homs gibt es zwei Objekte, die Washingtons Ansager in irgendeiner nur für sie selbst bekannten Weise mit einem „chemischen“ Angriff in Duma verbunden haben. Der Militärflugplatz Tiyas wurde vor kurzem von der israelischen Luftfahrt angegriffen. Es war eher wie eine Sondierung der syrischen Luftabwehrsysteme.

Der Militärflugplatz Schairat wurde vor einem Jahr, aus denselben „Grund“, einer angeblichen „chemischen“ Attacke von 59 Tomahawk angegriffen worden. Damals sind 22 davon tatsächlich an ihr Ziel geflogen, eine weitere ins Nachbardorf. Der Flugbetrieb wurde am nächste Tag trotzdem wieder aufgenommen. (In der Nacht vom 7. April 2017 hatten die USA damals 59 „Tomahawk“ Raketen abgefeuert. Bis zur syrischen Luftbasis, von welcher angeblich die Flugzeuge für den Chemieangriff abgeflogen wurde, haben es keine 40%, nur 23 Raketen geschafft. Ein Lagerhaus wurde vernichtet, eine Kantine und 6 Mig-23 Flugzeuge zerstört, 4 Soldaten wurden getötet, 2 Soldaten vermisst und 6 hatten Brand-Verletzungen.)

Der technischen Infrastruktur des Flugplatzes wurden keine irreparablen Schäden zugefügt. Ich war damals kurz nach dem Angriff auf dem Schairat: Erinnere mich an teilweise durchgebrochene Hangars, ein paar verbrannte Flugzeuge und die auf der ganzen Basis verteilte, teils zerbombte Munition. Aber schon damals sah ich erleichtert, wie von der unberührten Startbahn Mig-Flugzeuge in den Himmel aufstiegen.

Anscheinend haben die Syrer schnell Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Dieses Mal hat keine der Raketen diese Flugplätze erreichen können. Sie konnten auch nicht Dmeir erreichen.

„Ich habe eine gut ausgebildete Mannschaft“, lächelt Major Mouhamed. Hinter seinem Rücken stehen zwei Techniker vom Buk-System und hinter ihnen dieser Riese mit seinen Raketen. „Die entfernteste Rakete wurde in ca. 26 Kilometern Abstand vom Flugplatz erfasst, die naheste in 12 Kilometern. Es gab hier nur 12 angreifende Raketen, sie flogen niedriger als fünf Kilometer Höhe und erzeugten dabei falsche Ziele. Aber die Mannschaft hat es geschafft, die wahren Ziele davon zu unterscheiden, ich als der Kommandeur habe auf den Moment gewartet, bis es nötig war den Feuer-Befehl zu erteilen. Und dann machte dieses unglaublich zuverlässige Flugabwehrraketensystem den Rest, fing die smarten Trump-Raketen ab, als wären es nur gewöhnliche. Tja, die russische Technik ist halt humorlos störungsfrei, versteht einfach keinen smarten Spaß!

Der uns begleitende Absolvent der Kostroma-Militärschule schlägt vor, auf die Basis zu gehen, um uns persönlich von seiner Funktionalität zu überzeugen. Völlig intakte Hangars und Flugzeuge, keine Bombentrichter, nicht mal Ansätze irgendwelcher Schlaglöcher in der Start- und Landebahn, die wir von Anfang bis zu ihrer Endbegrenzung abfuhren… Ein recht seltsamer Versuch, den Präsidenten Assad für ein ungeprüftes Gerücht über angeblich „schreckliche Gräueltaten, den Tod von 70 Frauen und Kinder“ bestrafen zu wollen. Eher ist das eine geschickte Option, dass alle Parteien es schaffen können, ihr Gesicht zu bewahren. Herr Trump vor seinen Falken, Präsident Assad gegenüber seinem Volk und den Soldaten, die mithilfe der zwar kalendarisch alten, aber Top fitten sowjetischen Buk-Systeme reichliche 70 Prozent der schönen, smarten Raketen der NATO-High-Tech-Staaten neutralisiert, abgeschossen haben. Und nicht zu vergessen, Russland vor dem Gegner, das sich genau in dem Moment, als von seinen hier handelnden Militärs so „hoffnungsvoll“ irgendwelcher panikartige Aktionismus-Wahnsinn erwartet worden war, ganz gelassen „cool“ geblieben ist.

In Syrien stellt niemand den Anspruch an Russland, wegen des abartig „begründeten“ feindlichen Raketenangriffs doch bitteschön einen Dritten Weltkrieg zu entfesseln. In einem Land, in dem seit sieben Jahren ein ungerechter Krieg auf Leben und Tod herrscht, sind die fatalen Folgen von unzweckmäßigen Handlungen nur zu gut bekannt. Und dank Russlands haben sie wieder Hoffnung auf ein normales, ein friedliches Leben geschöpft.

Und Eines wird Russland ganz sicher verbessern und verstärken mithelfen: Die Performance der syrischen Flugabwehrtechnik.

Quelle: kp.ru – Übersetzung: fit4Russland

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Das war wohl“Ein Schuss in den Ofen“viel Lärm um nichts,wann wird endlich daraus gelernt das dies niemals eine Lösung sein kann ein fremdes Land versuchen in Schutt und Asche zu legen.Denken sie an die zahlreichen unschuldigen Menschen die ihr Leben lassen müssen.