in Naher Osten

Im Arabisch-Israelischen Krieg 1973 überraschten die syrischen Streitkräfte Israel und stießen rasch vor an den Rand der steilen Golanhöhen, die von Israel im Krieg 1967 eingenommen worden waren. Es sah so aus, als würden syrische Panzer und Infanterie den Golan zurückerobern und dann in das israelische Galiläa vordringen.

Von Eric Margolis und Klaus Madersbacher – Sowjetische Überwachungssatelliten beobachteten, dass Israel seine atomar bestückten Jericho-Raketen mit 500 km Reichweite aus geschützten Höhlen auf die Startrampen brachte. Gleichzeitig wurde Israel dabei beobachtet, wie es Atombomben in seine von den Vereinigten Staaten von Amerika zur Verfügung gestellten F-4 Kampfbomber auf der Luftbasis Tel Nof lud.

Im Glauben, dass Israel dabei war, Atomwaffen gegen Syrien und Ägypten einzusetzen, setzte Moskau beide massiv unter Druck, ihre vorstoßenden Kräfte zurückzuhalten. Damaskus, bereits in Reichweite der israelischen Artillerie auf dem Golan, orderte seine bewaffneten Kräfte auf dem Golan einzuhalten und ermöglichte Israel, mächtige Gegenangriffe zu führen und die strategischen Höhen wieder einzunehmen.

1981 annektierte Israel formell den 1.500 km² großen Teil des Golan, den es besetzt hielt. Dieser illegale Anschluss wurde von den Vereinten Nationen, den Vereinigten Staaten von Amerika und von den europäischen Mächten verurteilt. Aber Israel behielt sich den Golan und verpflanzte 50.000 Bewohner in rund 41 subventionierte Siedlungen.

Die Welt erinnert sich kaum noch daran, wie nahe sie 1973 einem Atomkrieg über den Golan kam. Die Höhen wurden zu einem primären nuklearen Auslösepunkt wie Kaschmir, Deutschlands Fulda Gap und die demilitarisierte Zone, Koreas innere Grenze.

Der Golan tauchte vor kurzem wieder in den Nachrichtenmeldungen auf, als Israels rechtsgerichteter Premierminister Benjamin Netanyahu Russlands Präsident Vladimir Putin sagte, dass sein Land niemals den Golan an Syrien zurückgeben werde. In einer kurz danach gehaltenen Rede schwor Netanyahu, Israel würde am Golan „für alle Ewigkeit“ festhalten. Er gab auch zum ersten Mal zu, dass Israel „Dutzende“ von Angriffen über die Grenze nach Syrien durchgeführt hat.

Das langgestreckte Basaltplateau ist fürwahr eine wertvolle Beute. Es erstreckt sich vom schneebedeckten 2.814 m hohen Mt. Hermon im Norden bis zum See Genezareth und zum Jarmuk im Süden. Der Golan liefert 15% des knappen israelischen Wassers und könnte Erdgas- oder Erdölvorkommen enthalten.

Die israelische Artillerie auf dem Golan kann die syrische Hauptstadt Damaskus erreichen, israelische Sensoren erfassen Damaskus und alle Bewegungen des syrischen Militärs. Ich bin einen großen Teil des Golan sowohl auf der syrischen als auch auf der israelisch besetzten Seite abgegangen und kann seine außerordentliche militärische Bedeutung und die massiven Verteidigungsanlagen bestätigen.

Nach dem Krieg 1967 führte Israel im Golangebiet eine ethnische Säuberung durch, walzte die Hauptstadt Kuneitra mit Bulldozern nieder und vertrieb nahezu alle 130.000 drusischen und arabischen Bewohner des Golan. Jüdische Siedler wurden herbeigekarrt, um sie zu ersetzen. Die Vereinigten Staaten von Amerika schirmten Israel vor Maßnahmen der UNO und vor weltweiten Protesten ab.

Vor 2011 deutete Israel an, dass es den Golan im Rahmen eines umfassenden Friedensabkommens an Syrien zurückgeben würde – vorausgesetzt Damaskus würde aufhören, Ansprüche der Paläatinenser auf ihr verlorenes Land zu unterstützen. Sobald jedoch praktischerweise der Krieg in Syrien begonnen wurde, wurde vom Golan nicht mehr gesprochen.

In der Tat ist ziemlich klar, dass Israel stillschweigend den syrischen Konflikt durch diskrete Unterstützung von sogenannten „gemäßigten” syrischen Rebellen mit Waffen und Logistik und Lobbying für den Krieg in Washington und mit den Medien der Vereinigten Staaten von Amerika angeheizt hat. Netanyahu hat sogar gesagt – ohne die Miene zu verziehen – dass Israel Golan nicht zurückgeben oder auch nur darüber verhandeln kann, bis Ruhe nach Syrien und in den Irak zurückkehrt.

Netanyahu hält sich eindeutig an die große Strategie des Gründers seiner rechtsgerichteten Likud-Partei, Zeev Jabotinsky, eines militanten russischen Zionisten. Jabotinsky behauptete, dass die arabischen Staaten ein künstliches, zerbrechliches Mosaik aus feindlichen arabischen Stämmen sind.

Schlagt sie hart genug, forderte Jabotinsky, und sie werden in kleine Teile zerbrechen und Israel zum Beherrscher der Levante (zentraler Teil der arabischen Welt) machen. Die Zerstörung des Irak und Syriens haben Jabotinskys Theorie bestätigt.

Dementsprechend ist Israel hocherfreut, Syrien, einen Hauptgegner, als Ergebnis eines von den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, der Türkei und Saudiarabien angestifteten Bürgerkriegs in Ruinen liegen zu sehen. Damaskus ist nicht in einem Zustand, um die Rückgabe des Golan zu fordern, und der Rest der Welt macht sich nix draus.

Die Zerstörung Syriens als Einheitsstaat bietet dem expansionistischen Likud-Regime viele Möglichkeiten, seinen Einfluss nach Syrien hinein auszuweiten – wie es der Fall war im Libanon während dessen blutigem Bürgerkrieg 1975-1990. Oder noch mehr syrisches Territorium herauszureißen, „um Israels Sicherheit zu schützen.“

Die Worte von Israels Gründervater David Ben-Gurion hallen noch immer nach: der Staat Israel ist ein unfertiges Werk, und seine Grenzen sollten nicht festgelegt oder auch nur definiert werden. Insbesondere nicht die Grenzen mit Syrien und Jordanien.

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Kommentar

  1. die Gründe für diesen und viele andere Kriege sind uns doch alle längst bekannt…
    Ob das Machtstreben des Großtürken in Syrien, Iran und Irak.
    Die Bestrebungen der Zionisten für ein Großisrael.
    Die neokapitalistischen Raubtierkapitalisten (Großkapital) bzgl. der Ausbeutung der Bodenschätze usw.

  2. Das ist auch der Grund weshalb man die dortigen Einheimischen los werden will. Menschenverachtende Komplizen sind die westlichen Politiker allen voran Merkel, verschiedene sogenannte Hilfsorganisationen (NGOs) Nur die Russen können dem Einhalt gebieten wenn es gelingt die westlichen Kriegsverbrecher aus der Region militärisch zu vertreiben.