in Naher Osten

Nach dem unerwarteten, letzten Wahlsieg, der Recep Tayyip Erdogan die absolute Mehrheit bescherte und die Opposition ausschaltete, scheint der türkische Präsident am Ziel seiner Machtträume. Doch der osmanische Pate verfolgt unverhohlen größere Ziele. In der Tat kann man den Eindruck gewinnen, dass der Erdogan-Clan sich mit mafiösen Strukturen vergleichen lässt, in jedem Fall aber geht es um skrupellose Machtpolitik und gewinnbringende Geschäfte. Konkret nachweisbar ist die direkte und indirekte unterstützende Rolle Erdogans hinsichtlich der Terrormiliz Islamischer Staat.

Was anhand der Vergangenheit längst bekannt war, etwa das damalige, zögerliche Vorgehen der Türkei gegen den „IS“, selbst als sich die Kämpfe im unmittelbaren Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei zuspitzten, das Verweigern von Luftstützpunkten für ausländische Kräfte, das Freihalten von Versorgungs-und Handelswegen für die islamistischen Kämpfer und das Vorgehen gegen kurdische Einheiten, nachdem diese von Bündnispartnern unterstützt wurden, ist nun für jedermann offensichtliche Gewissheit. Ein Sicherheitsbericht des russischen Geheimdienstes FSB prangert auch G 20-Staaten an, die wesentlich an der Unterstützung des „IS“ beteiligt sind. Der russische Präsident Vladimir Putin unterrichte seine Kollegen beim G-20 Gipfel hierrüber. Die Türkei steht hierbei ganz oben auf der Liste.

Bilal Erdogan, Sohn des türkischen Präsidenten spielt hierbei eine führende Rolle. Eine der wichtigsten Einnahmequellen für den „IS“ ist der illegale Ölhandel. Bilal Erdogan besitzt gleich mehrere Schifffahrtsgesellschaften und soll laut diversen internationalen Quellen, den Erdölexport des vom „IS“ okkupierten Territorium kontrollieren. Bilal hat Verträge mit europäischen und asiatischen Kooperationsgesellschaften geschlossen. Er verfügt über wichtige Anlegestellen in den Häfen von Beirut und Ceyhan, wohin das „Schmuggelöl“ teilweise verbracht wird, um von hier mit anderen Tankern weiter transportiert zu werden.

In der Türkei sind die Geschäfte des Präsidentensohnes längst bekannt. Gürsel Tekin, Generalsekretär der oppositionellen Republikanischen Volkspartei sagte in einem Interview, dass der Präsident am Vorgehen seines Sohnes keinerlei Verstöße gegen Gesetze sehe, er betreibe einfach Geschäfte mit asiatischen Partnern. Ferner gab Tekin an, dass Bilals Unternehmen BMZ Ltd., die mit Öl aus „IS“ Quellen handelt, ein Familienunternehmen sei. Einige Verwandte des Präsidenten besitzen Anteile an der Firma. BMZ Ltd. wird durch öffentliche Mittel gefördert und mit günstigen Bankkrediten der Türkei versorgt.

Erdogans Tochter Sümmeye soll ein geheimes Krankenhaus an der unmittelbaren Grenze zu Syrien leiten, in welches jeden Tag zahlreiche „IS-Kämpfer“ verbracht werden, um medizinische Versorgung zu erhalten. Nach Augenzeugenberichten und nach Angaben des syrischen Politologen Ali Salim Assad verstecken sich immer wieder Kampfverbände des „IS“ in der Türkei, um so den Luftangriffen der syrischen- und russischen Armee zu entgehen. Türkische Grenztruppen hindern die „IS-Kämpfer“ nicht daran.

Nach Aussagen des französischen Journalisten Thierry Meyssan soll Ankara von der Demontage großer Fabriken und Werksteile aus dem syrischen Aleppo profitiert haben und auch an dem Diebstahl von kulturellen und archäologischen Schätzen nicht unwesentlich verdient haben.

Die Führung in Ankara wirkt also klar mit dem „IS“ zusammen, im Geschäft mit dem Ölhandel und dem Kampf gegen die Kurden, ist aber offiziell Teil der von den USA geführten internationalen Koalition, die gegen den „IS“ kämpft. Erdogan weiß nur zu gut, dass der Westen ihn mehr denn je braucht, zum einen als in der Region unersetzbaren Partner der NATO und zum anderen als „Frontland“ für die nicht enden wollenden Flüchtlingsströme mit Ziel Europa. Auch hinsichtlich dieser Problematik erhielt er kürzlich finanzielle Zusagen in Milliardenhöhe.

Der jüngst stattgefundene Abschuss eines russischen SU-24 Militärjets, durch die Türkei, hat die prekäre Lage weiter verschärft. Luftraumverletzungen hatte es in der Vergangenheit, auch anderen Ortes, immer wieder gegeben. Noch 2012 hatte der türkische Präsident erklärt: „Luftgrenzen werden in der ganzen Welt verletzt, so dass man dies zurückhaltend bewerten sollte: “Er führte aus, dass der türkische Luftraum zu dieser Zeit bereits im ersten Halbjahr 114 Mal verletzt worden sei. Die Türkei lasse sich hiervon nicht provozieren. Zuvor war ein türkischer Kampfjet über Syrien abgeschossen wurde.

Es scheint gerade so, als ob Erdogan darauf gewartet hat, den Russen die Grenzen aufzuzeigen und ein Exempel zu statuieren, wohlwissend, dass sich hiermit die augenblickliche Situation zwar verschärfen wird, im Ergebnis aber keine tiefgreifenden Folgen für seine Politik zu erwarten ist. Nach dem üblichen diplomatischen und strategischen Säbelgerassel, hat der russische Präsident Putin gestern noch einmal ganz klar gemacht, dass er die Mafiamethoden, der den „IS“ unterstützenden Türkei nicht billigt und denen ein Ende bereiten wird.

Zusammenfassend ist so, der von vielen erhoffte, internationale Kampf gegen den „IS-Terror“ nicht zu gewinnen und eher eine weitere Eskalation der Gesamtlage zu erwarten, sollte der Erdogan-Clan von den westlichen Verbündeten nicht in die Schranken gewiesen werden.

Quellen: F.Williams Engdahl (Journalist und Berater für den Erdölmarkt), Thierry Meysson (französischer Journalist), Infowars.com, Rossijskaja Gaseta, wiwo.de, Sputnik, Wikipedia, Zero Hedge
Bild: Recep Erdogan (free Wkicommons, ohne Lizenz)

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28 Kommentare

  1. Ein ausgezeichneter, da differenzierter Artikel. Besser: Merkels Pakt mit dem Teufel. Dass die 3 Milliarden unkontrolliert bei Erdogan, bei seinem Clan oder zur weiteren IS-Unterstützung versickern – das ist wohl klar. Und dass die Flüchtlinge zu Dumping-Löhnen in der Türkei den türkischen Oligarchen satte Gewinne erschuften werden – auch ziemlich klar. Dass Merkel von bald nur noch kleinen Teilen der hirngewaschenen Bevölkerung wieder gewählt wird – völlig klar. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/27/merkels-pakt-mit-den-komplizen-deutschlands-dunkle-stunde/

    • Ach, wir schulden auch der Türkei was !?
      Bitte hinten anstellen und den Diskretionsabstand einhalten !
      (Sorry, aber mir hängt unser permanenter Differenzierungswahn zum Hals raus ! Ich werd ab jetzt solche provokativen Anfragen nur noch Prolomäßig beantworten, das macht auch viel mehr Spaß.)

  2. Er wurde immerhin demokratisch vom Volk gewählt. Absolute Mehrheit. Alles ist gut! Und hier ist auch alles gut! Es gibt keine Probleme! Die EU ist gut für uns, Merkel ist gut für uns. Alles ist gut! Bitte wiederholen: Alles ist gut! Und das ganze jetzt bitte nochmal mit gesenktem Kopf und auf Knien.

    Und wehe, es äußert jemand Kritik!

    • Genau genommen ist alles “ gut „. Denn was hier läuft ist so etwas wie ein Ausgleich, der immer sattfindet, wenn sich eine Seite zu sehr ausbildet.
      Die Chinesen nennen es Yin und Yang. Ein kosmischen Prinzip.

      Danach ist tatsächlich wieder alles gut, nur im Dazwischen, wie jetzt, erscheint gar nichts gut und es wird sich auch lange nicht gut anfühlen.
      Und es wir das Newtonsche 3. Gesetz zuschlagen:
      Wer voran kommen will, muss etwas zurück lassen.

      Wir werden Federn lassen müssen.
      Wer glaubt, dass es ohne dem geht, hat das Leben nicht verstanden.
      Vielleicht kann es erst DANACH wirklich Demokratie geben.
      An die ich persönlich aber immer weniger glaube.

  3. Nicht nur die Türkei, auch von Saudi Arabien, immerhin engster Verbündeter der USA, ist seit langem bekannt, das es die IS mit Waffen (amerikanischen natürlich) unterstützt. Da wo übrigens auch Al Quaida herkam, und wo die Königsfamilie, deren Sohn Gründer Bin Laden dieses Vereins war, seit Jahrzehnten auf das Engste mit dem Bush-Clan befreundet war und ist.

    Alle Verbündeten der USA unterstützen aktiv oder passiv den IS.

    Jetzt muß man eigentlich nur noch eins und eins zusammenzählen, dann weis man, wem wir diese Terroranschläge in Paris wirklich zu verdanken haben.

    • Nicht zu vergessen die CIA. Die steht für mich an der Spitze dieses merkwürdigen Stammbauems der Weltherrschaft.
      Ich denke, da laufen alle Fäden zusammen.

  4. warum werden hier wieder behauptungen angestellt, die der Türkei kooperation mit der is vorwerfen. warum wird hier das zögerliche verhalten der Türkei angeprangert, wenn es um krieg geht. welches land hat schon lust auf krieg. aus diesem grund sollte doch purer aktionismus vermieden werden. in diesem Artikel wird behauptet, dass der Sohn erdogans mehrere schifffahrtsgesellschaften besitzt und daraus geschlossen werden kann, dass die Türkei ein umschlagplatz für syrisches öl ist, wie lächerlich. wir sind heute in der lage Sterne die Lichtjahre von uns entfernt sind, zu identifizieren. dann sollten wir doch auch in der Lage sein, durch Satelliten Beobachtungen den umschlag des öls in der Türkei zu beweisen oder?

Webmentions

  • “Schmutzige Kriege” – Die geheimen Kommandoaktionen der USA/Rainer Rupp – “Türkei” – Der “Erdogan – Clan” – “Abschuss der russischen Su-24” – “Beweise, dass IS-Öl dire 1. Dezember 2015

    […] 28.11.2015 • 12:01 Uhr Quelle: Twitter Die Türkei wird beschuldigt, den selbsternannten “Islamischen Staat” zu finanzieren. Das mache sie über den illegalen Öl-Handel. In den sozialen Medien kursieren unterdessen Bilder, die den Sohn des türkischen Präsidenten Erdogan mit angeblichen IS-Führern zeigen. RT-Reporter Ilya Petrenko reiste nach Istanbul, um zu sehen, wie türkische Medien mit den Anschuldigungen umgehen. http://www.neopresse.com/politik/naherosten/der-erdogan-clan-unterstuetzer-des-islamischen-staates/ […]