in Naher Osten

Zwei Wochen nach dem angeblichen Chemiewaffenangriff in Douma ist die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) am Samstag in Douma eingetroffen, um zu ermitteln. Die OPCW hatte die ganze Woche versucht, das Gelände zu erreichen, war aber durch Sicherheitsbedenken der UNO-Behörde für Sicherheit (UNDSS) blockiert worden.

Von Jason Ditz – Die OPCW betrat die Orte, an denen die Angriffe mit chemischen Waffen angeblich stattgefunden hatten und sammelte Proben. Beamte sagen, sie sind offen für einen zweiten Besuch für weitere Proben, wenn nötig. Sowohl Russland als auch Syrien haben beide die Sicherheit des Teams in der Region garantiert.

Der angebliche chemische Angriff auf Douma soll am 7. April stattgefunden haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika, das Vereinigte Königreich und Frankreich haben Syrien des Angriffs beschuldigt. Die USA führten am 13. April einen Angriff auf Syrien an, obwohl Russland gefordert hatte, die Untersuchung abzuwarten, bevor Reaktionen erfolgten.

Es wurde lange um die Verzögerung der OPCW herumgeredet. Das Vereinigte Königreich gab Russland die Schuld, wie üblich. Französische Regierungsvertreter behaupteten am Freitag auch, dass Russland den Zugang zur Örtlichkeit behindere. Die OPCW hat jedoch seit Tagen deutlich gemacht, was die Verzögerung verursacht.

Bei einem Besuch am Mittwoch besuchte die UNDSS zwei Stätten in Douma, floh aber beide Male. Sie beschwerte sich, dass der Ort zuerst zu überlaufen war und sie um die Sicherheit besorgt sei. Beim zweiten Einsatzort kam es zu einer Schießerei, wenngleich das einzige Opfer ein Syrer war, der zur zusätzlichen Sicherheit angeheuert worden war.

So oder so, die Behauptungen über Sicherheitsbedenken scheinen übertrieben. Die syrische Regierung hat es geschafft, einen Besuch von CBS-Reportern vor Tagen ohne Zwischenfälle zu ermöglichen. Viele Mediengruppen scheinen kein Problem damit zu haben, sicher nach Douma zu kommen.

Es gab zahlreiche Versuche der Medien, Vermutungen in die Tat umzusetzen. Eines der unerhörtesten Beispiele für Kriegspropaganda ist eine CNN-Reporterin in Douma, die angebliche Beweise gehandhabt und sogar beschnuppert hat.

Es gibt keinen öffentlichen Beweis dafür, dass der Angriff am 7. April stattgefunden hat, und eine wachsende Zahl von Zweifeln, dass dies nicht der Fall war, ausgelöst durch Nachforschungen von Robert Fisk. Die Bewohner von Douma haben ebenfalls Zweifel an dem Angriff geäußert.

OAN-Ermittler konnten auch keine Beweise für einen Chemiewaffenangriff auf Douma bestätigen. Soweit Untersuchungen stattfinden, deuten sie darauf hin, dass es keinen chemischen Angriff gab. AFP-Journalisten, die Zugang zu Douma hatten, haben Aussagen von Einheimischen erhalten, die einen chemischen Angriff verneinen.

Offensichtlich wurde Douma an diesem Tag und am Tag zuvor von syrischen Truppen angegriffen. Die syrische Regierung sagt jedoch, dass es sich dabei um rein konventionelle Angriffe handelte. Es gibt wenig, was andere Vermutungen nahelegt, außer den Behauptungen der Weißen Helme und der westlichen Nationen, die behaupten, geheime Beweise zu haben.

Syrien und Russland haben lange gesagt, dass der Besuch der OPCW die Wahrheit enthüllen würde. Nun, da die Proben genommen wurden, ist es nur noch eine Frage des Wartens auf die Ergebnisse. Aber erwarten Sie keine Reue von den westlichen Nationen, wenn die OPCW die Theorie eines chemischen Angriffs zurückweist!

Die Vereinigten Staaten von Amerika, das Vereinigte Königreich und Frankreich scheinen alle davon auszugehen, dass die Untersuchung der OPCW nicht ihren Weg geht. Die USA beschuldigten Syrien und Russland, sich an Douma zu vergreifen. Es gibt keine Beweise für Manipulationen jeglicher Art. Trotzdem beschweren sich westliche Regierungsvertreter über die Verzögerungen beim UNDSS, die Manipulationen erleichtern. Andere, darunter das französische Außenministerium, behaupten, die Beweise könnten einfach „verschwinden“, weil die OPCW so lange gewartet hat.

Trotz der Behauptungen, die OPCW jetzt zu unterstützen, waren es westliche Verantwortliche, die den UN-Sicherheitsrat veranlasst haben, einen russischen Vorschlag für eine Untersuchung überhaupt abzulehnen. Die US-geführte Koalition griff mehrere Standorte in Syrien an, bevor die Untersuchung stattfinden konnte.

Die OPCW ist also nur dazu da, als globaler chemischer Wachhund Fakten zu untersuchen, und ihre Schlussfolgerungen müssen von der UNO nicht übernommen werden. Dennoch wäre es eine extreme Vorgangsweise, wenn die UNO versuchen würde, ihre Ergebnisse zu ignorieren.

Quelle: antiwar.com – Übersetzung: Klaus Madersbacher

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. „… wenngleich das einzige Opfer nur ein Syrer war“

    WOW mir fehlen die Worte. Sehr sehr unglückliche Formulierung. Ich will nicht gleich von zwei Klassen denken schimpfen, aber jedes Opfer ist eines zu viel egal auf wessen Seite. Dieser Wahnsinn mit den populistischen Formulierungen auf allen Seiten der Berichterstattung lässt an den Motiven zweifeln.

    • Stimmt, das ist heftig. Es geht allein um das Wort „nur“, hiebei handelt es sich jedoch „nur“ um eine (Falsch)-Interpretation des Übersetzers, denn ein Blick auf die Text-Quelle offenbart: Kein „nur“ im Text, was auch verwunderlich wäre, da es sich um eine selbst benannte Anti-Kriegs-Seite handelt (antiwar.com): „There was a shooting incident at the second site, though the only casualty was a Syrian hired as extra security.“
      Bitte das nächste Mal etwas mehr Sortfalt beim Übersetzen.

      • Ah, das „nur“ ist weg, gut so. Ich bin überzeugt, dass es sich hier um keine Böswilligkeit handelte, sondern einfach um Schluddrigkeit – der Übersetzer wollte wiedergeben, dass es „nur ein Opfer gab“ und hat unglückerweise „nur ein Syrer“ geschrieben.

  2. Das was die „Inspektoren“ finden/suchen (sollen), muss Aufkleber haben wie: „Made in Russia“ oder ähnliches.
    Und sie werden/müssen finden. Genauso wie damals im Irak, wo von Kinderhand gemalte Bilder der Welt als „Beweise“ präsentiert wurden.

    „… wenngleich das einzige Opfer nur die Wahrheit ist“.