in Naher Osten

Kaum ein Tag vergeht, ohne Nachrichten  aus Syrien oder über den „Islamischen Staat“. Nur der blutige und erschütternde Stellvertreterkrieg im Jemen findet kaum Beachtung in den hiesigen Mainstream-Medien. Saudi-Arabien hat in jüngster Vergangenheit seine Luftschläge drastisch verschärft. Das Land ist verwüstet. Not und Elend sind gegenwärtiger Alltag. Durch den bewaffneten Konflikt zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen, die von iranischer Seite unterstützt werden und den Regierungstruppen des Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der das Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens hinter sich weiß, ist das Land förmlich zerbrochen.

Die anhaltenden Luftangriffe der Saudi-Arabischen Streitkräfte haben viele Zivilisten getötet, hinterlassen humanitäres Leid und zerstörte Infrastruktur. Anfang dieses Monats starben mindestens sechs Menschen bei einem Luftangriff auf das Krankenhaus von „Ärzte ohne Grenzen“ in der Provinz Sa‘dah. Am 19.01. kam in der Stadt Taiz eine Gruppe von 10 Schulkindern, die sich auf dem Nachhauseweg befanden, durch einen Luftschlag ums Leben. Bereits im Oktober letzten Jahres wurde im Bezirk Haydan ein anderes Krankenhaus von „Ärzte ohne Grenzen“ komplett zerstört. Aufgrund der aktuellen Situation haben bereits einige Krankenhäuser schließen müssen, wodurch allein in den Regionen im Nordjemen Hundertausende von medizinischer Versorgung abgeschnitten sind.

Die sogenannte „arabische Koalition“ der Saudis war auch verantwortlich für die Zerstörung eines Pflege- und Rehabilitationszentrums für Blinde in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Nach Berichten der internationalen Organisation „Human Rights Watch“, setzen die Saudi-Arabier und ihre Verbündeten  seit diesem Monat vermehrt Streubomben ein, um bestimmte Einrichtungen in Sanaa zu zerstören.

Zu beachten ist, dass die massiven Unruhen im Jemen 2011begannen, als direktes Ergebnis des sogenannten „Arabischen Frühlings“, inszeniert von den USA und ihren Verbündeten. Ab 2014 kämpften schiitische Stammesangehörige der Huthi, wie wir  heute wissen, mit erheblicher Unterstützung der Bevölkerung, gegen die Truppen der Regierung und brachten weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle und Verwaltung. Im März 2015 begann Saudi-Arabien verstärkt erste Luftangriffe gegen die Huthis. Diese Luftschläge waren nach Angaben verschiedener Menschenrechtsorganisationen schlecht koordiniert und hatten massiv zivile Opfer zur Folge.

Besorgt über die ernste Situation im Jemen, hat der Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte Prince Zeid bin Ra’ad al-Hussein, bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates angemahnt, dass die arabischen Koalition verantwortlich ist für die absolute Mehrheit der Angriffe auf Wohngebiete und zivile Ziele im Jemen. Nach Berichten von Reuters sagte er:

„Wir beobachten mit äußerster Besorgnis die schweren Bombardements vom Boden und aus der Luft in den Gebieten des Jemen, mit einer hohen Konzentration von Zivilisten und die Zerstörung der zivilen Infrastruktur, wie z. B. von Krankenhäuser und Schulen“.

Zum Erreichen ihrer Ziele im Jemen, wurde Saudi-Arabien seit 2012 überwiegend mit Waffen, aus dem Vereinigten Königreich beliefert. Großbritannien steigerte allein den Verkauf von Raketensystemen an die Saudis, in den letzten Monaten, um mehr als 11000 %. Aber auch Militärberater entsenden die Briten, um die saudische Koalition bei ihren Angriffen zu unterstützen. Aus diesem Grund warnten Ende des letzten Jahres, führende britische Diplomaten und Juristen David Cameron, dass er Gefahr läuft, vor einem internationalen Tribunal für Kriegsverbrechen angeklagt zu werden, da die Waffensysteme, die seine Regierung liefert, von den Saudis, zu einem erheblichen Anteil, für den Einsatz gegen zivile Ziele im Jemen verwendet werden.

Der „Independent“ berichtete dazu:

„Es haben sich rechtliche Hinweise verstärkt, dass der Verkauf von Spezial-Raketen und Streubomben an die Saudis, die in den letzten neun Monaten fast tägliche Bombenangriffe im Jemen zur Folge hatten, möglicherweise gegen das internationale, humanitäre Recht verstoßen…

…Tausende von jemenitischen Zivilisten wurden getötet. Schulen, Krankenhäuser und nicht-militärischen Infrastruktur wurde getroffen. Kraftstoff- und Nahrungsmittelknappheit, haben nach Angaben der Vereinten Nationen Versorgungsengpässe und Hungersnöte in vielen Teilen des Landes ausgelöst.

Amnesty International, Human Rights Watch (HRW) und andere Organisationen, geben an, dass kein Zweifel darüber besteht, dass Waffen von Großbritannien und den Vereinigten Staatengeliefert wurden, die auch zivile, jemenitischen Ziele treffen. Ein Rechtsberater des Foreign and Commonwealth Office (FCO) sagte dem Independent: Der Außenminister hat bestätigt, dass einige Waffen von der britischen Regierung geliefert wurden. Solche Verkäufe sollten durch den internationalen Waffen-Vertrag geregelt sein.“

Der „Guardian“ stellte fest, dass „Saferworld“ und „Amnesty“ ein Rechtsgutachten von Professor Philippe Sands  und einer Reihe andere Juristen in Auftrag gegeben haben, nach denen der Verkauf der britischen Waffen an Saudi-Arabien, im Lichte seiner militärischen Interventionen und Bombardierung von Jemen, verletze sowohl die nationalen, europäischen und internationalen Gesetze. Die Juristen wiesen darauf hin, dass für den Zeitraum von 9 Monaten, vor Juli 2015, das Vereinigte Königreich, Bomben und Raketen im Wert von etwa 9 Millionen Pfund verkaufte, während in den nächsten drei Monaten diese Zahl auf 1 Milliarde Pfund anstieg. Außerdem gibt es klare Beweise, dass diese Waffen gegen Krankenhäuser, Schulen, Märkte, Lagerhäuser, Häfen und Camps für Vertriebene eingesetzt wurden. Die „Saferworld Human Rights Organisation“ ist davon überzeugt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Zunahme der Verkäufe von Waffen und Munition und den Bombardierungen im Jemen gibt.

Viele britische Beobachter, einschließlich denen des Guardian, fiel auf, dass einige Tage nach David Cameron’s Aussagen über seinen Versuch,  einer „Einleitung eines politischen Prozesses im Jemen“ und der Bemerkung, dass „da kann es keine militärische Lösung im Jemen geben“, die von der Regierung veröffentlichten Daten zeigten, dass die britische Regierung weitere Verkäufe  von Waffen und Bomben nach Saudi Arabien genehmigte.

Die humanitäre Notsituation im Land spitzt sich gegenwärtig immer weiter zu. Hilfsorganisationen alles Art verlangen den Zugang zu den Hilfsbedürftigen und fordern Saudi-Arabien auf, die Kampfhandlungen augenblicklich zu beenden.

Unter diesen Umständen stellt sich natürlich die Frage: Werden die internationalen Menschenrechtsorganisationen und die internationale Gemeinschaft als Ganzes, alle diejenigen, die nichts weiteres sagen, außer  ein klares „Nein“ zu westlichen, militärischen Interventionen in Irak, Syrien, Libyen, Afghanistan, jetzt auch schweigend die Zerstörung des Jemen hinnehmen? Wie viele Länder braucht die Weltgemeinschaft noch zur Lösung von Konfliktsituationen innerhalb eines politischen Rahmens? Wie viele Leben sollte es noch kosten?  Werden die wirklich hierfür Verantwortlichen jemals zur Rechenschaft gezogen?

Quellen: Press TV, WND, Reuters, „Ärzte ohne Grenzen“, derStandard.at, RT, Nachrichten.at

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12 Kommentare

  1. Der Tag wird kommen wo alle Vasallen der USA untergehen und die USA selbst in sich zerbricht.Der Tag wird in die Geschichte eingehen,als Tag der Befreiung und als einer der bittersten und blutigsten die es je gegeben hat.Die Menschheit wird so gut wie ausgerottet sein.Aber das menschliche Leben wird weiter existieren !

    • Ich meine mittlerweile, es wäre tatsächlich besser, der Mensch würde sich endgültig ausrotten. Diese Spezies hat nur Leid und Elend über die Erde, die Tier- und Pflanzenwelt gebracht. Je schneller der Mensch sich auslöscht, desto besser.
      Leider steigt die Zahl der menschlichen Weltbevölkerung.

  2. Wir müssen einfach endlich damit aufhören, dem Staat die Herrschaft über uns zu verleihen!
    Wozu brauchen wir denn das Politiker-Pack?
    Ist uns das, was der Staat uns bietet wirklichch die 50% unseres Lohnes wert (Staatsquote) – oder würden diese Services in einer freien Wirtschaft nicht besser und günstiger angeboten werden können?
    Ich bin mir sicher, dass alles, was der Staat uns heute bietet, in einer freien Wirtschaft besser und günstiger angeboten werden könnte. Dazu noch auf freiwilliger Basis – und nicht durch den Zwang einer Staatsgewalt!
    https://www.youtube.com/watch?v=gecLqGB_Fww

    • … ich hab mir auch schwer vorgenommen, dass nächste mal werd‘ ich ein kleines niedliches Eichhörnchen oder sowas !

  3. Ein Mann, der an einem reißenden Fluss lebte, sah mit Entsetzen, dass immer mehr Menschen hilfesuchend im Fluss trieben und drohten zu ertrinken. Jeden Tag stürzte er sich in die Fluten und rettete Menschen vor dem wahrscheinlichen sicheren Tod. Er wurde ein wahrer Meister darin Menschen zu retten.

    Sein Problem war, dass er jeden Tag immer mehr Menschen retten musste.Der Mann hatte keine Zeit mehr sich um seine eigene Familie zu kümmern. Er hatte auch keine Zeit mehr um über die Ursachen dieses Dramas nachzudenken. Da er ein guter Mensch war, half er wo er nur konnte. Gab Essen, Geld, Kleidung, Unterkunft. Aber eines Tages konnte er es einfach nicht mehr allein schaffen.

    Er fragte seinen Nachbar „Kannst du mir helfen die vielen…

  4. Was ich bei einigen nicht verstehe ist, warum sie die Ausrottung der ganzen „bösen Menschheit“ wünschen oder fordern, anstelle die Rechtleitung, die Richtigstellung, oder wie Allah es sagt die Herrschaft der Unterdrückten über die Unterdrücker, weil sie wissen wie schlecht Unterdrückung ist, während die Unterdrücker immer die Kinder der Eltern sind welche auch schon unterdrücker waren…sie kennen unterdrückung höchstens seitens ihrer Eltern gegenüber den eigenen Kindern… wer die Menschheit ausrotten will tut den gerechtigkeitsliebenden Menschen nicht weniger Unrecht, denn derjenige tappt in die Falle satans wie die Unterdrücker…

  5. Ich habe mal in einer Wirtschftslehre Klausur geschrieben: Einzig ein bescheidenes Leben prophetischer Lebensweise ist maximale Schonung der Natur bei gleichzeitigem erreichen höchstem kulturellem Niveau.
    Der Lehrer hat mir vorgeworfen zu zitieren ohne Quelleangabe, aber ich habe für diesen Satz keine fremde Quelle….