in Politik

In einer Grundsatzrede zur Atomwaffendoktrin Frankreichs hat Präsident Macron den Europäern einen „strategischen Dialog über die atomare Abschreckung“ angeboten. Macron fordert von der EU, die eigene Sicherheit stärker in die Hand zunehmen. Nach dem Großbritannien aus der EU ausgetreten sei, sei Frankreich die einzige Atommacht der EU. Die EU-Partnerländer könnten sich an französischen Militärübungen beteiligen. Sein Ziel sei eine „echte strategische Kultur zwischen Europäern“.

Angesichts des nuklearen Wettrüstens könnten sich die Europäer nicht mehr nur „auf eine Rolle als Zuschauer“ beschränken, so Macron. Macron tritt seit Längerem für eine eigenständige EU-Verteidigung ein, die unabhängiger von den USA ist. Macron sprach sich erneut dafür aus, eine „internationale Agenda zur Rüstungskontrolle“ zu etablieren. Die Europäer sollten in Verhandlungen über einen künftigen INF-Vertrag über ein Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenwaffen einbezogen sein.

Die EU könnte „in Ermangelung eines rechtlichen Rahmens“ schon bald ein neues Wettrüsten mit konventionellen und atomaren Waffen auf „eigene Boden“ erleben, sagte Macron mit Blick auf den Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag mit Russland. Sein Ziel sei es aber nicht, dass sich Deutschland oder andere EU-Partner eigene Atomwaffen zulegen müssten. Die EU solle auch nicht an „ihren Abmachungen mit Washington rütteln“. Aber die Diskrepanzen zwischen den Verteidigungsbudgets innerhalb der EU müssten aufgehoben werden, so Macron.

„In einer Zeit, in der die globalen Herausforderungen, vor denen unser Planet steht, eine erneute Zusammenarbeit und Solidarität erfordern sollten, erleben wir eine beschleunigte Auflösung unserer internationalen Rechtsordnung und der Institutionen, die die friedlichen Beziehungen zwischen den Staaten strukturieren. Es wird eine neue Hierarchie der Mächte skizziert, die einen globalen ungehemmten strategischen Wettbewerb herbeiführt, der in Zukunft die Gefahr von Zwischenfällen und unkontrollierter militärischer Eskalation mit sich bringen könnte“, so Macron. „Frankreichs vitales Interesse habe jetzt eine europäische Dimension.“

Nachdem Großbritannien aus der EU ausgetreten ist und Merkel schwächelt, wittert Macron offenbar Morgenluft. Der kleine Möchtegern-Napoleon will die Macht in der EU unbedingt an sich reißen und seine größenwahnsinnigen nuklearen Großmacht-Visionen verwirklicht wissen. Hier haben wir darüber bereits berichtet…

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

12 Kommentare

  1. Nach dem Brexit ist Frankreich die einzige Atommacht in der EU. Ein Grund, warum Macron Frankreich als europäische Führungsmacht ins Spiel bringt. Die Uneinigkeit der EU-Staaten und die von den USA beanspruchte Weltmachtrolle macht Macrons Traum zur Utopie.

    Die New York Times berichtete über ein geheimes Papier des Pentagons aus dem Jahr 1992: „In Europa bleibt eine wirksame amerikanische Präsenz und eine fortgeführte Zusammenarbeit innerhalb der westlichen Allianz vital, aber um zu vermeiden, dass sich eine Beziehung des Wettstreits entwickelt, müssen wir [die USA] danach trachten, das Aufkommen einer ausschließlich europäischen Sicherheitsregelung zu verhindern, welche die NATO unterminieren würde.“

    Transatlantiker stehen zur USA.

    • Nachtrag:

      In seinem Buch „The Grand Chessboard“ schreibt der US-Geostratege Zbigniew Brzezinski 1998: „Für Amerika ist der geopolitische Hauptgewinn Eurasien. […] Jetzt hat eine nicht-eurasische Macht die Vorherrschaft in Eurasien – und Amerikas weltweite Vorherrschaft ist direkt abhängig davon, wie lang und wie effektiv es seine Vormachtstellung auf dem eurasischen Kontinent aufrechterhalten kann.“

      Alle Transatlantiker – gerade auch die deutschen – werden alles unternehmen, das Herrn Macrons Träume von einem starken, souveränen, zur Selbstverteidigung fähigen Europa Träume bleiben.

      Für die deutsch-französischen Beziehungen sieht es trübe aus. Herrn Macrons überraschende pro-Russland-Äußerungen kann man durchaus erklären und verstehen.

    • Nachtrag 2:

      Zbigniew Brzezinski äußert sich in seinem Buch „The Choice: Global Domination or Global Leadership“ (2004) unter Bezug auf die Herrschaftsprinzipien antiker Imperien über die imperialen Bestrebungen der USA:

      „Die drei großen Imperative imperialer Geostrategie sind, geheime Absprachen unter den Vasallen zu verhindern, ihre Sicherheitsabhängigkeit aufrecht zu erhalten, Tributpflichtige nachgiebig und beschützt zu halten, und die Barbaren davon abzuhalten, sich zusammen zu tun.“

      „Fortan müssen die Vereinigten Staaten festlegen, wie sie mit regionalen Koalitionen umgehen wollen, die danach trachten, Amerika aus Eurasien hinaus zu werfen und damit Amerikas Status als Weltmacht bedrohen.“

      Aus der Traum von einem „freien Europa“.

  2. Ein „Mann“ der seine Oma geheiratet hatte sollte in Irrenanstalt und nicht in die Politik! Es Reicht von diesen selbst Ernannten „Politikern“!
    Die machen alles Kaputt: Kultur, Tradition, Ehre dem ganzen Kontinent Europa!

    • Den Hinweis auf seine private Beziehung halte ich für unangebracht. Das geht niemanden was an.

      Im Beitrag geht es um die europäischen Staaten, ihre Verteidigungsfähigkeit und somit auch um deren Zukunft und Rolle zwischen den 3 Mahlsteinen China, Russland und USA.

      Die Zerstörung europäischer Werte, Traditionen und Kultur ist Programm und nachzulesen in den beiden Büchern des geostrategischen Beraters des Pentagon, Prof. Dr. Thomas Barnett. Die Frage, wie mit Europäern umzugehen ist, die Ihre Vorstellungen von Werten Kultur und Tradition teilen, beantwortet er lapidar mit „Kill them!“

      Es liegt an uns, das Kaputtmachen durch Politiker zuzulassen oder zu verhindern. Sie setzen sich nicht selbst aufs Stühlchen, sie werden gewählt.

    • Herr Macron sitzt nicht in der Luftblase deutscher Selbstvergessenheit und Realitätsferne.

      Selbstverständlich ist es seine Aufgabe als Präsident, sein Land gut zu positionieren. Er darf und muss das von seinem Wählerauftrag her auch immer wieder versuchen. In diesem Bemühen unterscheidet er sich ganz wesentlich von Frau Merkel, deren Hofschranzen und den deutschen Linksparteien.

      Sein kürzliches Signal an Russland könnte bedeuten, dass er seine Hoffnung aufgegeben hat, mit seinen traditionell uneinigen europäischen Nachbarn rundum in ein sinnvolles Einvernehmen zu kommen. Wenn nun seine nukleare Trumpfkarte auch nicht sticht, wird es in Europa absehbar zu neuen Interessenbündnissen und Gegnerschaften kommen, ohne Rücksichten auf die EU.

  3. Hat man schon mal soviel Unfug erlebt und gehört. Also Meier und Müller oder auch andere, laufen einfach mal los und machen natürlich Krieg und weil diese Müller etc. einfach mal loslaufen und Krieg machen…,,muss diese geistige Flache von Macron eine Atommacht sein. haben die es nicht alle? wenn man diese ganzen Mützen wegnimmt und die Menschen ihren Kopf frei haben, gibt es keine Kriege in jedem Fall keine die mit Atombomben laufen….also Bitte..
    Krieg macht kein Volk sondern nur Schweine die damit Geld verdienen wollen.

    • Das wissen die doch ganz genau. Wenn einer die Nerven verliert und aufs Knöpfchen drückt folgen andere. Das war es dann mit Mutter Erde.

      • Aus genau diesem Grund sind kleiner Atombomben entwickelt worden. Zwischen Oder und Weichsel gibt es 2.200 Zielkoordinaten für solche Bömbchen mit einer Zerstörungskraft von 0,1 Megatonnen bis 1,0 Megatonnen. im Ernstfall bedeutet das erstens einen undurchdringlichen atomaren Sperrriegel zwischen Ost und West; zweitens, dass die BRD und der polnische Westen Schlachtfeld der Großmächte ist und die Menschen dort zum Tod verurteilt sind. Drittens kenne ich keinen Bürgermeister dieser Region, dem bekannt ist, ob seine Gemeinde betroffen ist. Und viertens gibt es weder Schutzräume noch sonst eine Infrastruktur zur Abwehr solcher Angriffe oder Hilfe für die Menschen dort.
        Ich vermute, die neue Aufteilung Europas erfolgt auf anderem Weg.

Webmentions

  • Macron will EU-weite „Nukleare Abschreckung“ – Die Welt 13. Februar 2020

    […] Source link […]