in Politik

Der türkische Präsident hatte vor wenigen Wochen angekündigt, den Norden Syriens erneut angreifen zu wollen. „Die türkische Armee wolle nun auch östlich des Euphrat aktiv werden, um die Menschen dort vor der Terrororganisation YPG zu retten“, hieß es aus Ankara. Bereits vor einem Jahr waren türkische Truppen in Nordsyrien einmarschiert, mit dem Ziel gegen die kurdische Miliz YPG zu kämpfen. Ein wissenschaftliches Gutachten des Bundestags hatte jetzt ergeben, dass der militärische Aufenthalt der Türkei in Syrien als Besatzungsmacht gewertet werden müsse und dass der Angriff auf die nordsyrische Region Afrin gegen das Völkerrecht verstoßen habe.

Durch den von US-Präsident Trump angekündigten Rückzug der US-Truppen aus Syrien drohte nun ein Machtvakuum in Syrien zu entstehen, das der türkische Präsident anscheinend für sich nutzen wollte. Russlands Präsident Putin stoppte jetzt allerdings eine erneute Invasion der Türkei in der Kurdenregion und wies Ankara in die Schranken. Moskau füllte das Machtvakuum, übernahm in Syrien die Regie und verhinderte damit eine neue Eskalation der Gewalt. Der Kreml machte unmissverständlich klar, dass er ein Machtvakuum in der Region ebenso wenig dulden würde, wie eine Invasion der autonomen Kurdenregion durch die Türkei, die Erdogan seit Tagen ankündigte.

Weder Russland noch Syrien noch der Iran habe ein Interesse daran, dass Erdogan seinen Einfluss in Syrien weiter ausdehne, so Putin. Deshalb wurden offenbar Absprachen getroffen, um eine erneute türkische Invasion im Keim zu ersticken. Zwar müssen die Kurden vorerst ihren Traum eines unabhängigen Teilstaats begraben – im Gegenzug erhalten sie aber Schutz gegen die türkische Aggression. Russland, das jetzt den syrischen Luftraum beherrscht, hatte Ankara vor einem Angriff gewarnt. Gleichzeitig sind syrische Regierungstruppen in die kurdisch beherrschte Stadt Manbidsch vorgerückt, die Erdogan zuerst angreifen wollte. Das sind gute Nachrichten, denn damit dürfte eine erneute Eskalation in Syrien vorerst abgewendet sein.

 

 

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Kommentar

  1. Eine sehr gute Nachricht, dass es nun nach Abzug der US-Truppen so herum laufen soll, wobei die US-Truppen ja noch nicht wirklich aus Syrien raus sind!! Eine ebenso gute Nachricht ist, dass der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Einmarsch der türkischen Truppen als Besatzung wertet. Damit dürfte auch klar sein, dass die 12 Stützpunkte, die der USI im Irak errichtet hat, ebenfalls als Besatzung gerechnet werden darf. Damit dürfte weiter klar sein, dass die Siedlungspolitik des zionistischen Regimes Israels im Westjordanland eine völkerrechtswidrige Besatzung ist. Aber spätestens bei diesem Problem wird auch der WD vom BT zurückschrecken um sich nicht einer Zerstörung auszusetzen. Und somit bleibt es dem deutschen Volk , dass die wohl sehr guten Ausarbeitungen dieses Wissenschaftlichen Dienstes nicht nur auf die Türken und den USI bezogen bleiben, sondern auch auf das zionistische Regime und den Bundestag selbst, der in gesammelter Mannschaft samt der Afd diesem Regime Staatsräson schwört, und zwar mit einer volksherrschaftlichen Verfassung.

  2. Wir alle sollten froh sein, dass es jemanden wie Putin gibt!
    Weitblick und Verstand sind nämlich im restlichen Europa (siehe ‚EU‘) Mangelware!