Milliardenschweres Investitionsabkommen zwischen Deutschland und Usbekistan

Usbekistan schloss mit Deutschland ein Investitionspaket in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar ab. Taschkent betrachtet Berlin als wichtigsten Handelspartner in der Europäischen Union. Die Vereinbarungen und Verträge wurden dem usbekischen Handelsministerium zufolge in Berlin unterzeichnet. Die Bandbreite der Abschlüsse reicht vom Feld der Chemieindustrie, dem Maschinenbau über die elektrotechnische sowie Textil- und Lebensmittelindustrie bis hin zur Produktion von Baustoffen.

Das usbekische Ministerium erklärte, dass die Delegation unter Rustam Azimov, stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister der zentralasiatischen Republik, an der ersten Veranstaltung des Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsrates (DUWiRat) teilnahm. Diese fand am 25. Februar in Berlin statt. Über 250 Vertreter führender deutscher Unternehmen aus Industrie und Finanzwirtschaft wohnten der Veranstaltung bei, darunter solche von MAN, Airbus, ThyssenKrupp oder der Commerzbank.

Eigenen Angaben zufolge lösten die Ambitionen Taschkents, in den kommenden Jahren ein umfassendes Reformpaket zur Modernisierung und Diversifizierung der Industrie einzuleiten, großes Interesse deutscher Unternehmen aus, die darauf spekulieren, diesen Prozess möglichst mit einer eigenen Präsenz begleiten zu dürfen. „Wir heißen Investoren willkommen, brauchen aber auch neue Technologien“, sagte der Vizepremier. Ubsekistan sei in eine neue Phase der wirtschaftlichen Entwicklung eingetreten. Zur Realisierung von 900 Projekten stünden dem Staat 60 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, hieß es.

Offizielle der deutschen Regierung lobten wiederum die bereits von Usbekistan geschafften Reformsprünge sowie dessen große wirtschaftliche Dynamik. Dabei wurden das investorenfreundliche Arbeitsklima in Taschkent, die Etablierung einer High-Tech-Industrie und bereits erfolgte, tiefgreifende Strukturreformen gelobt.  „Sowohl die Regierung als auch führende Unternehmen in Deutschland unterstützen aktiv die Arbeit des Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsrates und zielen darauf ab, die eigene Beteiligung in Usbekistan auszubauen“, gab das usbekische Ministerium für Außenwirtschaftsbeziehungen, Investitionen und Handel in einer Erklärung bekannt. Vertreter der deutschen Wirtschaft indes haben die enormen Chancen, die in Usbekistan winken, angepriesen. Begeistert sei man vor allem von den noch weit unter dem Möglichen liegenden bilateralen Handelsbeziehungen, auch der Finanzsektor sei ein interessantes Feld.

Darüber hinaus wurde eine Kooperationsvereinbarung mit dem Europäischen Institut für Management und Technologie unterzeichnet. Diese Vereinbarung sieht vor, dass die Organisation Führungspersonal und Spezialisten der usbekischen Wirtschaft in Taschkent künftig Fortbildungskurse in Unternehmensführung sowie deren anschließende weiterführende Ausbildung bei DAX-notierten Konzernen in Deutschland ermöglicht.

Die Bundesrepublik und Usbekistan pflegen seit mehr als zwanzig Jahren enge sowie vertrauensvolle Beziehungen. Dabei sieht Taschkent in Deutschland den wichtigsten Partner im gesamten Euroraum. So gehört die Bundesrepublik folglich auch zu den Top drei Handelspartnern von Usbekistan in Europa.

Bisher realisierten deutsche Unternehmer in Usbekistan Investitionsprojekte von mehr als einer Milliarde Euro. Das Interesse deutscher Unternehmen in Usbekistan jedenfalls ist weniger auf den Ausbau von Investitionsbeziehungen als auf den konzentrierten Ausbau der Handelsbeziehungen fokussiert. Gleichzeitig ist Taschkent bestrebt, das Investitionsklima weiter aufzupolieren. Die größten deutschen Investoren im Land sind MAN, Knauf und Claas. Alles in allem sind laut Auswärtigem Amt rund 70 deutsche Unternehmen in Usbekistan tätig.

Nachdem das Handelsvolumen beider Staaten 2013 noch bei 462.3 Millionen Euro lag, wuchs dieses im Folgejahr 2014 um ganze 10 Prozent, hieß es vonseiten der deutschen Botschaft in Taschkent. Auch für 2015 erwarten deutsche Offizielle eine überdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung.