May plant Noteinsatzplan für No-Brexit-Deal

Am 29. März 2019 wird Großbritannien aus der Europäischen Union austreten. Soviel steht fest. Bis jetzt. In London machen derweil viele Unsicherheiten und Debatten die Runde, ob es einen Brexit-Deal mit der EU geben wird oder nicht. Für diesen Fall rechnen die Briten mit einem Chaos. London hat deswegen begonnen, Lager und Depots für Lebensmittel und Medikamente zu organisieren. Nudeln, Trockenfleisch, H-Milch, Dosen, Medikamente, Infusionsbeutel, Blutkonserven, Medizingeräte etc. – alles, was für einen Notfall gebraucht werden könnte, wird gebunkert.

Das Brexit-Ministerium wurde damit beauftragt, die medizinische und die Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Denn die Verhandlungen mit Brüssel kommen anscheinend noch immer kaum voran. Die Differenzen zwischen den verhandelnden Parteien seien zu groß, hieß es. Die Gefahr eines „No-Deals“ sei in den vergangenen Wochen nach Ansicht vieler Beobachter erheblich gestiegen. In diesem Fall würde Großbritannien aus der EU austreten und wieder auf die Regeln der WHO zurückgeworfen werden.

Logistiker rechnen schon jetzt mit Chaos an Häfen sowie an der Zufahrt zum Eurotunnel. Sie befürchten, dass es zu erheblichen Verzögerungen von Warenlieferungen kommen wird. „Man wolle auf alle Eventualitäten vorbereitet sein“, sagte May. Innerhalb der britischen Regierung herrscht zudem enorme Uneinigkeit. Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister Davis hatten Anfang Juli ihre Ämter niedergelegt. Sie wollten den von May eingeschlagenen Weg nicht mehr länger mittragen.

Kritiker sprechen von Angstmache. Die Bevorratungspläne wurden bereits als „Project Fear“ bezeichnet. Theresa May schüre damit Ängste, um am Ende auf einen noch schlechteren Deal mit der EU einzugehen oder am Ende einen Rückzieher vom Brexit zu machen. Ganz Großbritannien scheint sich auf einen eventuellen Notfall vorzubereiten. Selbst die Royal Army soll im Notfall mit Helikoptern und LKWs einspringen, um die Versorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.

Trotz der eingeleiteten Vorsichtsmaßnahmen ist der neue Brexit-Minister Raab davon überzeugt, dass „die besten Tage noch vor Großbritannien liegen“. Die offizielle Zuständigkeit wurde dem Brexit-Ministerium aber entzogen. Diese liegt nun direkt im Cabinet Office, dem Stab von Theresa May.