Massaker in Bagdad: US-Blackwater-Söldner wegen Mordes verurteilt

Eine Gewaltorgie mitten in Bagdad vom Jahr 2007 ist mit dem Schuldspruch für vier Beteiligte gesühnt worden. Die Verurteilten gehörten der bekannten US-amerikanischen privaten „Sicherheitsfirma“ Blackwater an. Der damalige Blackwater-Chef Prince und politisch Verantwortliche bleiben verschont. Die Militärfirma wird oft von den USA genutzt um nicht-staatliche Operationen im Ausland durchzuführen.

Gewaltorgie im Irak

28 Tage hatten sich die Geschworenen in den USA zum Überlegen zurückgezogen, gestern erfolgte dann der Schuldspruch gegen vier ehemalige Blackwater-Mitarbeiter: einmal Mord, drei Mal Totschlag im Affekt. Das Urteil des Richters zum Strafmaß steht noch aus, wann es erfolgt, ist unklar. Sieben Jahre sind seit der blindwütigen Schießerei, die Blackwater-Angestellte am Nisour-Platz in Bagdad veranstalteten, vergangen. Ein Prozess war bereits gescheitert. Der Prozess geht auf einen blutigen Vorfall in der irakischen Hauptstadt Bagdad von 2007 zurück, als die privaten Wächter eines Konvois das Feuer eröffneten und in einer wahren Gewaltorgie 14 Iraker umbrachten und 17 weitere verwundeten. Dieses Urteil ist eine lautstarke Bekräftigung des Bekenntnisses des amerikanischen Volkes zur Rechtsstaatlichkeit, auch in Zeiten des Krieges“, erklärte der leitende Staatsanwalt Ronald Machen am Mittwoch. Die Angeklagten seien für die „abscheuliche Attacke“ endlich zur Rechenschaft gezogen worden. „Ich bete, dass dieses Urteil den Überlebenden des Massakers etwas Trost spendet.“ Ein Datum für die Verkündung des Strafmaßes stand zunächst nicht fest.

Privatisierter Krieg

Wie fließend der Übergang bei solchen Militärunternehmen der Übergang vom Sicherheitsdienst zum Söldnertum ist, zeigt die US-amerikanische Firma Blackwater auf einzigartige Art und Weiße. Ihre Angestellten unterscheiden sich meist nur durch ein fehlendes Armeeabzeichen auf der Uniform von herkömmlichen Soldaten, oft kämpfen sie sogar Seite an Seite mit ihren Kameraden von der US-Army. Vom professionellen High-Risk-Operation-Anbieter mit eigenem Nachrichtendienst bis hin zu Zwei-Mann-Betrieben abenteuerlustiger Hasardeure tummeln sich im Irak derzeit Dutzende Sicherheitsunternehmen. Die Bekanntesten sind Blackwater, DynCorp und Triple Canopy. Nach Angaben des irakischen Innenministeriums besitzen 25 ausländische Firmen die entsprechende Lizenz.

Nur ist das mit dem freien Markt für Sicherheit und solche, die sie bereitstellen, natürlich so eine Sache. Eigentlich sollten dafür, so will es nach wie vor die herrschende Theorie vom Nationalstaat und seinem Gewaltmonopol, allein die staatlichen Sicherheitskräfte zuständig sein, Polizei, und in Kriegs- und Krisengebieten, das Militär. Das war das Prinzip, spätestens seit Napoleon und den großen Volksarmeen der Neuzeit. Die Privatisierung der Gewalt und des Krieges hat hingegen keinen besonders guten Ruf. Das Outsourcing der Gewalt, die heute immer häufiger so genannten PMCs, private military companies, oder PMFs, privatized military firms, und ihre diversen Untergruppen auf dem freien Markt anbieten, war einst unter einem anderen Namen bekannt: Söldnertum.