in Politik

Das Landwirtschaftsministerium unter Ministerin Julia Klöckner hat ein Video veröffentlicht, in dem die Ministerin mit Nestlé-Chef Boersch vor der Kamera steht und indirekt Werbung für den Konzern macht. Sie würdigt das Unternehmen für die Reduzierung von Zucker-, Salz- und Fettgehalt in seinen Lebensmitteln.

Den Nestlé-Konzern öffentlich zu loben ist eine kritische Sache. Wohl aber nicht für die von der Lobby gelenkte Landwirtschafts- und Ernährungsministerin Klöckner. Denn Nestlé werden, wie auch anderen Großkonzernen, immer wieder fragwürdige Geschäfte vorgeworfen. Nestlé steht für die Zerstörung des Regenwalds und für rücksichtslose Geschäfte durch die Ausbeutung von Grundwasser in oftmals armen und trockenen Ländern.

Die Kritik zu Klöckners Aktion ließ nicht lange auf sich warten. Kritiker sehen in dem Twitter-Video plumpe Werbung. Sie kritisieren Klöckner dafür, dass sie den Konzern glorifiziere, obwohl dieser auf Kosten seiner Millionen-Profite zur Zerstörung der Natur beitrage.

Auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte die Ministerin: „Nestlé hat gerade im Bereich Kinderlebensmittel ein völlig unausgewogenes überzuckertes Sortiment“, sagte Foodwatch-Chef Martin Rücker. „Man erwarte, dass die Ministerin sich nicht mit den Interessen von solchen Unternehmen gemein mache“, so Rücker.

Da der Ministerin Schleichwerbung vorgeworfen wird, prüft nun die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg den Fall: „Wir setzen uns mit dem @bmel in Verbindung“, hieß es. Unter @bmel twittert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit Frau Klöckner als Ministerin. „Man werde Kontakt mit dem Ministerium aufnehmen.“

Auch von anderen Politikern kam Kritik an dem Video. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende nannte das Video „Werbung“ und SPD-Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach bezeichnete das Video als „bitter, ja peinlich“. Merkel-Sprecher Seibert hingegen verteidigte Klöckner: „Vertreter der Bundesregierung würden sich immer wieder mit Vertretern von Unternehmen treffen und gemeinsam äußern – auch in der analogen, nicht-digitalen Welt. Darin sei nicht Werbung zu sehen.“

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