in Lateinamerika

Mehr als 24 Stunden dauert der landesweite Stromausfall in Venezuela nun schon an. Die Regierung von Nicolás Maduro in Caracas macht eine angebliche Hackerattacke aus den USA für den Stromausfall verantwortlich. Unterdessen häufen sich Berichte von „chaotischen Zuständen“ im Land.

Landesweiter Stromausfall hält weiter an

In Venezuela bleiben die Lichter weiterhin aus. Auch mehr als 24 Stunden nachdem landesweit der Strom ausfiel, hält der Zustand an. Zwar konnte der Strom in manchen Teilen des Landes und der Hauptstadt Caracas kurzzeitig wiederhergestellt werden, jedoch brach das Stromnetzwerk des krisengeplagten Landes erneut zusammen. Das bedeutet für Hunderte Menschen am internationalen Flughafen von Caracas weiter auszuharren, bis der Flugverkehr wieder anlaufen kann.

Unterdessen werden aus anderen Teilen des südamerikanischen Landes teils chaotische Zustände gemeldet. Menschen würden in langen Warteschlangen vor Tankstellen stehen, um Benzin für Stromgeneratoren zu bekommen. Andere zapften Benzin bereits aus ihren eigenen Autos ab. In manchen Krankenhäusern soll es keinen Notstrom geben, heißt es von landesinternen Medienkreisen. In der Dunkelheit würden kranke Menschen versorgt „so gut es gehe“ und Angehörige würden versuchen ihre Liebsten in andere Kliniken mit Notstromversorgung zu schaffen.

Keine Handels- und Geldgeschäfte möglich

Das öffentliche Leben in Venezuela ist durch die anhaltende, politische Krise ohnehin schon eingeschränkt. Jetzt werden durch den Stromausfall Handels- und Geldgeschäfte unmöglich, da in Venezuela kaum noch Bargeld verwendet wird. Die eigentliche Landeswährung, der Bolívar, ist schon lange durch die Inflation entwertet. Kartenzahlungen funktionieren aber nicht ohne Strom. Auch der Verkehr läuft völlig aus den Rudern, da Ampeln nicht funktionieren. Der öffentliche Nahverkehr ist zudem betroffen, da U-Bahnen und Züge nicht fahren können.

Unterdessen macht die Regierung rund um Staatspräsident Nicolás Maduro weiterhin die USA für den anhaltenden Stromausfall verantwortlich. Kommunikationsminister Rodríguez sprach von einem Hackerangriff der USA auf Venezuela. Es soll der „brutalste Angriff, dem das venezolanische Volk in den vergangenen 200 Jahren ausgesetzt war“ sein. Speziell macht Caracas den US-Senator Marco Rubio verantwortlich. Er gilt als großer Kritiker und Gegner des venezolanischen Präsidenten Maduro. Zudem stellt sich Washington hinter Juan Guaidó, den selbsternannten Interimspräsidenten Venezuelas.

Venezuela angeblich Opfer eines Cyberangriffs der USA

Weiter lässt die Regierung in Caracas verlauten, dass sie den Vereinten Nationen „ausreichend Beweise“ für den Cyberangriff der USA auf Venezuela vorlegen würden. Die Opposition in Caracas, versammelt rund um Juan Guaidó macht stattdessen fehlende Investitionen in das Stromnetz des Landes für den Ausnahmezustand verantwortlich. Stromausfälle würden in Venezuela fast schon zum Alltag gehören. „Das Volk weiß, dass das Licht kommt, wenn die unrechtmäßige Machtübernahme endet“, schrieb Juan Guaidó hierzu auf Twitter.

Unterstützung erhält er dabei von Mike Pompeo, dem Außenminister der USA. Pompeo bekräftigte, dass Maduro nicht länger als „rechtmäßiger Präsident von Venezuela“ in Washington anerkannt werde. „Maduros Politik bringt nichts als Finsternis“, hieß es von Pompeo. „Kein Essen, keine Medizin, jetzt auch kein Strom mehr. Bald: kein Maduro mehr.“

Autor: Thomas Schmied

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