in Lateinamerika

Kommentar – In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, stellt sich die Frage, ob eine kleine Brise an sozialer und gesellschaftlicher Revolution ganz Europa und auch vielleicht sogar der ganzen kapitalistisch geprägten Welt gut tun würde.

Mit Fidel Castro ist nun einer der letzten großen Revolutionäre und Sozialisten auf unserem Erdball von uns gegangen. Der Comandante, dem Oliver Stone eine eigene Dokumentation widmete, ist tot. Sein Geist und sein revolutionäres Erbe werden weiterleben, so wie der Mythos seines Mitkämpfers Che Guevara, der bis heute Vorbild für Freiheitsbewegungen und Bürgerinitiativen ist.

Castros Ära wird so sicher nicht mehr wiederholbar sein und hatte zweifelsohne auch seine Schwachstellen. Doch in einer Gesellschaft, die immer mehr zum turbokapitalistischen System mutiert, wäre es vielleicht der richtige Moment für eine Revolution, die den gesellschaftlich Benachteiligten und jenen Menschen, die durch den Rost fallen, wieder eine ehrliche und echte Chance gibt.

Dass diese sozialromantische Diagnose nicht ganz falsch ist, belegen aktuelle Trends in der globalen politischen Landschaft (siehe USA, Russland oder Türkei), wo sich Menschen rund um den Erdball nach starken Anführern sehnen.

Comandante und Maximo Lider

In Zeiten, in denen stromlinienförmige Politiker ihren Weg durch die Systeme und Institutionen mit scheinbar makellosem Lebenslauf meistern, sticht eine Persönlichkeit mit einem Profil eines Fidel Castros klar hervor. Für seine Anhänger mit einem Charisma und einer Konstitution wie kaum ein anderer ausgestattet, leitete der Robin Hood der Revolution 47 Jahre die Geschicke Kubas vom Sturz Batistas, der Kuba Krise und dem US-Embargo bis weit über die Jahrtausendwende hinaus.

Der Jesuitenschüler und promovierte Jurist war nicht von Anfang an Gegner der USA. Das Feindbild des Imperialismus und des Kapitalismus kristallisierte sich aber immer klarer heraus und der Comandante hielt es sich dann stets vor Augen.

Das Erbe Castros Kuba war ein Gegenentwurf zum globalisierten, inhumanen Raubtierkapitalismus, bei dem der Mensch auf der Strecke bleibt. Der Glauben an den revolutionären Erfolg war auch der Grund, dass sich die Kubaner im Untergrundkampf Castro und seiner Bewegung anschlossen und ihm auch durch Zeiten des wirtschaftlichen Embargos im wahrsten Sinne bis in den Tod die Treue hielten.

Sozialismus oder Tod

Internationale Solidarität war damals nicht nur ein Marketingag. Sie wurde unter sozialistischen Ländern wie Kuba, der DDR und der Sowjetunion durch strategische Kooperation gelebt. Zweifelsohne war und ist Kuba kein reiches Land gemessen an westlichen Standards, aber Kraft des Idealismus der Menschen reich an Sozialkapital.

Dies manifestierte sich in einem weltweit vielbeachteten Gesundheits- und Bildungssystem. Auch wenn die individuelle Freiheit der Menschen in Kuba doch nicht immer so groß war, wie von den Idealen suggeriert, stellt sich die berechtigte Frage, wie gut es um die Freiheit und wahre Individualität im westlich kapitalistischen Hamsterrad wirklich bestellt ist.

Vielleicht sollten wir das Modell Castros als Anregung nutzen unsere bestehenden Mechanismen zu reflektieren und im Sinne der Solidarität mit gesellschaftlich schwächer Gestellten zu adjustieren. Es bedarf nicht viel. Nur Mensch zu sein und zu bleiben im Bemühen Begeisterungsfähigkeit an Stelle von purem gewinnorientiertem Materialismus in den Mittelpunkt aller politischen Interessen zu stellen.

Egal ob man die Werte Castros, der Revolution und des Sozialismus teilt oder nicht – in Zeiten, in denen es einen manifesten Werteverfall in der Gesellschaft gibt, ist oder besser gesagt war Fidel Castro jemand, der ein einzigartiges politisches Profil aufwies. Castro sagte einmal treffend „Menschen können sterben aber unsere Ideen leben für immer“.

Wie kaum ein anderer hielt der Comandante an seinen Ideen und Idealen fest – bis zu seinem Tod. Daher Viva la Revolution und Adios Fidel!

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Kommentar

  1. Wieviel Revolution steckt in einem Absolventen eines Jesuiteninternats? Fidel Castro war auf einem Jesuiteninternat! Im übrigen sehr viele Ataman der Ukraine auch. Wer hat die Kosaken aufgenommen? Antwort das waren die Waränger(Nordmannen, Händler, byzantinische Söldner) und die Nachfahren Ruriks(Nordmannen später Zar), heute Russen. Heute weiß die Ukraine nix mehr davon! Wir erinnern uns wie dumm Kennedy nach der Invasion in der Schweinebucht dastand?

  2. Fidel Castro hat Geschichte geschrieben und sein Name wird noch geflüstert werden, wenn man kapitalistische Politiker im Müllsack der Geschichte entsorgt hat. Es ist unwichtig wo er herkam oder wie seine menschlichen Fehler waren. Bleibend ist sein Tatwerk, das er lebte, für sein Volk und für viele freiheitsliebende Völker, die nicht an der Zitze des Kapitalismus hängen. Respekt und Ehre El Comandante R.I.P.

  3. sozialismus hat mit freiheit und menschenwürde nicht das geringste zu tun. castro hat sein land völlig ruiniert und uzählige menschen auf dem gewissen. sozialisten sind entweder grenzenlos naiv oder menschenverachtende psychopaten.