Labour-Chef Corbyn erhebt Anklage gegen Tony Blair in Den Haag

Bischof Desmond Tutu (84), Menschenrechtsaktivist, Friedensnobelpreisträger, erster farbiger Erzbischof aus Südafrika und ehemaliger Generalsekretär des Südafrikanischen Kirchenrates (SACC), Symbolfigur, forderte schon im Jahre 2012 in der wöchentlich erscheinenden englischen Tageszeitung The Observer deutlich:

»Mehr als 110.000 Iraker haben im Irak-Krieg seit 2003 ihr Leben verloren, Millionen sind vertrieben worden. 4.500 amerikanische Soldaten sind getötet und mehr als 32.000 verletzt worden. In einer gerechten Welt würde das allein ausreichen, dass diejenigen, die dieses Leid und diesen Verlust an Menschenleben verursacht haben, denselben Weg beschreiten müssen wie manche ihrer afrikanischen Kollegen, die sich für ihre Taten in Den Haag verantworten mussten.«

Das könnte jetzt durchaus Wirklichkeit werden. Was viele gehofft, aber nicht wirklich mehr erwartet hatten, strebt der britische Labour-Parteichef Jeremy Corbyn nun offenbar ganz konkret an. Noch vor der lange erwarteten Veröffentlichung des Chilcot-Berichts am 06. Juli 2016, bereite Corbyn derzeit mehreren Zeitungsberichten zufolge eine Anklage wegen Kriegsverbrechen gegen den ehemaligen Premierminister Tony Blair vor. Seit über sechs Jahren wartet die Öffentlichkeit nun schon auf die Ergebnisse der Chilcot-Untersuchung. Mehrmals verschob der Chef der Untersuchungskommission, Sir John Chilcot, den Veröffentlichungstermin.

Washington hätte die Hand drauf, sind sich Beobachter einig. Immerhin ist das ein heißes Eisen, geht es um nicht weniger als die rechtlichen Konsequenzen des illegalen Angriffskrieges auf den Irak im Jahre 2003. Dieser Krieg, der Millionen Menschen das Leben kostete, bis heute unendliches Leid verursacht und ohne Legitimation gestartet wurde, sei ein Fehler gewesen, gibt Tony Blair (63) heute zu. Fast 13 Jahre hat er für diese Einsicht gebraucht. Aber auch die späte Einsicht macht nichts besser, nichts ungeschehen und – mit Verlaub – Strafe sieht anders aus. Bei Kriegsverbrechern anderer – vor allem afrikanischer – Staaten ist man da nicht so zimperlich.

Jeremy Corbyn ist schon vor Herausgabe des Chilcot-Berichts sicher, dass er bestätigen wird, was man ohnehin schon weiß:

„In ein paar Wochen wird der Chilcot-Report herauskommen und uns erzählen, was wir wissen müssen. Was wir, denke ich, ohnehin schon wissen. Es gab keine Massenvernichtungswaffen, keine Notwendigkeit, innerhalb von 45 Minuten anzugreifen und es gab im Vorfeld eine Absprache darüber zwischen Blair und Bush. Ich denke, es war ein illegaler Krieg. Ich bin mir absolut sicher, auch Kofi Annan (ehem. Generalsekretär der Vereinten Nationen) bestätigte, dass es ein illegaler Krieg war. Und dafür muss sich Blair erklären. Jeder, der Kriegsverbrechen begeht, gehört vor ein Gericht.“

Der 67-jährige, der im September 2015 zum neuen Parteivorsitzenden der Labour-Partei gewählt wurde, gilt als einer der schärfsten Kritiker von Gordon Brown und Tony Blair. Er hat sich immer entschieden gegen den Irak-Krieg ausgesprochen und tritt außerdem für eine friedlichere Außenpolitik, die Abschaffung der Studiengebühren und den NATO-Austritt ein. Die Hoffnung lebt!

Foto: Labour-Chef Jeremy Corbyn / YouTube/RevolutionBahrainMC / wikimedia.org / CC BY 3.0

Foto: Labour-Chef Jeremy Corbyn / YouTube/RevolutionBahrainMC / wikimedia.org / CC BY 3.0

Quellen:
http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/27056–Premier-Blair-bald-vor-dem-Tribunal-Den-Haag.html
https://www.rt.com/uk/343403-corbyn-chilcot-blair-iraq/

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