in D/A/CH

Kaum finden die Nachlassverwalter im SPD-Vorstand die sensationelle Lösung aller Probleme, die „Doppelspitze“, da prescht das erste Kandidatenpaar in die Bütt. Gesine Schwan, ehemalige Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, wäre zu einer Kandidatur für den SPD-Vorsitz bereit: „Wenn die Bitte an mich herangetragen würde und wenn die auch eine erhebliche Unterstützung hätte, würde ich dies tun“, sagte Schwan im „Deutschlandfunk“. Denkbar sie eine Doppelspitze mit dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert. Diesen habe sie immer „fair und nachdenklich“ erlebt. Schwan und Kühnert (Abiturient) können sich also vorstellen, die SPD zu retten.

Abgesehen davon, dass an den Erfolgsaussichten dieser zwei Spitzenfachkräfte Zweifel angebracht sind, Unterhaltungswert hat das sicher nicht. Da gäbe es lustigere Kandidatenpärchen, die die SPD auch nicht retten würden. Schwan sagte im „Deutschlandfunk“, dass sie sowohl der Zustand der SPD als auch der Rücktritt von Andrea Nahles sehr beunruhigt habe. Die Vorstellung, dass die SPD wochenlang ohne Bewerber für den Parteivorsitz dastehe, sei peinlich und bedrückend, so Schwan.

Die 75-jährige Gesine Schwan war 2004 von SPD und Grünen für das Amt der Bundespräsidentin vorgeschlagen worden. Sie unterlag bei der Wahl gegen Horst Köhler. 2009 trat sich noch einmal gegen Köhler an und verlor erneut. Schwan leitete die Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin, die jedoch 2014 pleite ging.

Kühnert ist 30 und hat als einzigen Abschluss das Abitur. Ein 2009 begonnenes Publizistik-Studium an der Freien Universität Berlin hat er abgebrochen und arbeitete dreieinhalb Jahre in einem Callcenter. Seit 2016 „studiert“ Kühnert Politikwissenschaft an der Fernuni Hagen. Kühnert sagte, sollte er für den SPD-Vorsitz kandidieren, würden es seine Eltern als Erste erfahren.

Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer sagte im ARD-Morgenmagazin, sie sei ganz zuversichtlich, dass es Personen gebe, die großes Interesse und auch Lust hätten, die SPD zu führen. Die neue Parteispitze soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. Na dann „Glückauf“. Die SPD hat derzeit wieder einen Rekord-Tiefwert erreicht. Begleiten Sie den Niedergang der Partei hier. 

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