in Politik

Während Europa und speziell der Westen des Kontinents schon länger nicht mehr von kriegerischen Auseinandersetzungen heimgesucht wurden, gilt dies leider nicht für viele andere Regionen auf der Welt. Im letzten Jahr waren vor allem die Ukraine und Palästina/Israel in aller Munde. Später hat sich Syrien und der Islamische Staat (IS) hinzugesellt, welche zu einem Eingreifen mehrerer westlicher Länder geführt hat. Die International Crisis Group hat vor kurzem einen Artikel veröffentlicht, in dem sie Konfliktregionen untersucht haben und daraus eine Prognose für Kriege im aktuellen Jahr 2015 veröffentlicht. Fazit: Trotz einigen positiven Entwicklungen nehmen Konflikte und Kriege tendenziell zu.

1. Syrien, Irak und der IS

Der als solcher bezeichnete Islamische Staat hat in der Region im mittleren Osten seit dem Juni 2014 für Chaos und Leid gesorgt. Mit einer verwunderlichen Leichtigkeit haben sie Teile Syriens und des Nordiraks unter ihre Kontrolle gebracht und damit ein Eingreifen westlicher Länder angeführt von den USA provoziert. Zehntausende Flüchtlinge sind über die Grenze in benachbarte Länder geflohen und harren dort aus. Die kurze Halbwertszeit dieses Konflikts in den Medien suggeriert den Irrglauben, dass der Konflikt abgenommen hat. Das Gegenteil ist leider der Fall.

2. Ukraine

Auch in der Ukraine hat es einen blutigen Konflikt innerhalb des eigenen Landes gegeben. Die unabhängigkeitssuchenden Ostukrainer hatten sich nach den Entwicklungen in Kiew von der Regierung losgesagt. Daraufhin folgten ein militärisches Eingreifen einer Allianz aus ukrainischem Militär und rechtsorientierter Milizen sowie die Besetzung der Krim durch Russland. Viele Zivilisten waren Opfer der Auseinandersetzung. Seit dem September 2014 gilt eine Waffenruhe, doch das Konfliktpotential ist weiter hoch. Die außenpolitischen Entwicklungen, allen voran die weitere Annäherung an die EU, nagen am dünnen Draht der Waffenruhe. Der Konflikt ist auch hier noch lange nicht vorbei.

3. Süd-Sudan, Nigeria, Somalia und der Kongo

Kriegerische Auseinandersetzungen gibt es leider auch in Afrika genüge, vor allem entlang ethnischen Linien. Hier sind es allen voran zivile Konflikte: Im Süd-Sudan kämpfen Rebellen gegen Regierungstruppen und beide Seiten werden von der sudanesischen Regierung unterstützt: 50.000 Menschen haben bisher ihr Leben lassen müssen. Die marode politische und finanzielle Situation des Landes hält die Spannung hoch. Nigeria hat weiter mit den Extremisten von Boko Haram zu tun, die erst vor einigen Tagen wieder für blutige Schlagzeilen gesorgt haben.[1] Die angespannte politische Lage könnte durch die Wahlen im Februar weiter destabilisiert werden. Somalia ist ohne funktionierenden Staat weiter von Extremisten geplagt, die ihre brutalen Aktionen in umliegende Länder tragen können. US Drohnenangriffe haben bisher keine signifikanten Veränderungen hervorrufen können.

4. Libyen und die Sahel-Region

Die chaotische Entwicklung in Libyen nach dem Sturz von Gaddafi ist nur selten von den Medien behandelt worden. Der Sturz des Staatsoberhauptes und Revolutionsführers hat der Regierung ihre Handlungsfähigkeit geraubt und das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen ist kaum noch existent. Die Bevölkerung ist entlang mehreren Linien gespaltet: Islam vs. Nicht-Islam, zwischen Klans und Stämmen, wirtschaftlich über die Verteilung vom Reichtum durch Öl und Gas und der Involvierung von fremden Interessen. Viele der Extremisten aus dem benachbarten Mali sind in dem Land untergetaucht und Waffen fließen in großen Zahlen ins Land. Dies treibt die Instabilität über die Grenze in benachbarte Länder. 2015 hält folglich ausreichend kriegerische Spannung bereit. Abschließend kann festgehalten werden, dass mit einer solchen Analyse sehr detailliert prognostiziert werden kann. Wir werden sehen, welche dieser Spannungsregionen in reale Konflikte eskalieren wird. Bleibt die Frage, wieso wir das uns Bekannte nicht verhindern können?

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Kommentar

  1. Man muss sich einmal auf einer Karte alle bekannten Konfliktherde eintragen. Europa ist ganz gut „eingekreist“. Ständig kommen neue hinzu, aber die meisten Menschen empfinden es bereits als „normal“ und bemerken nicht, das die Probleme näher rücken. Irgendwann wird es wieder auf dem Balkan ausbrechen, die Ukraine wird zum Schauplatz und Europa kann nicht genug stehende Heere aufwenden um zu reagieren. Spätestens dann, haben wir wieder Krieg, in dem Zivilisten Soldaten spielen müssen. Zu Düster? Ich hoffe sehr, glaube aber nicht an eine Entspannung.

  2. Man muss nur die Fakten addieren!!! Resolution 758 bereitet den Krieg gegen Russland vor. Die Ukraine will bis Juni 2015 alle Reservisten einziehen und in Frankreich gab es diesen Anschlag der im übrigen im totalüberwachten Europa zugelassen wurde der wiederum zur weiteren Überwachung führen soll ohne das die je zu etwas nütze war außer das die Menschen damit in Europa direkt drangsaliert werden können. Ein weiterer Schritt hin zum Totalitarismus in Form von Polizei und Überwachungsstaat und die Möglichkeit eines Krieges in Europa ab Juni 2015 und die Politik guckt zu wie zur Nazizeit!!!

  3. Wie kann es sein, dass wenige Personen auslöser für einen Krieg sein können? Wenn sich Staatsoberhaupte gegenseitig in die Haare kriegen, dürfen nicht millionen Menschen darunter leiden! Das Volk muss dem ein Ende setzten.