in legal

Als weltweit zweites Land nach Uruguay legalisiert Kanada jetzt den privaten Gebrauch von Cannabis-Produkten wie Haschisch oder Marihuana. Verkauf und Besitz sind mit regionalen Einschränkungen erlaubt. Damit ist Kanada das erste G7-Land, das Cannabis freigegeben hat. Erlaubt ist die Bestellung im Internet oder der Kauf in autorisierten Fachgeschäften. Der persönliche Besitz ist jedoch auf 30 Gramm beschränkt.

Mit der Legalisierung will Kanada die illegalen Drogenmärkte bekämpfen und der organisierten Kriminalität eine der wichtigsten Einnahmequellen nehmen. Kanada gehörte schon vor der Legalisierung zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch von Marihuana weltweit. Kritiker warnen vor gesundheitlichen Schäden durch den Cannabis-Konsum.

Die Kritik muss differenziert gesehen werden. Denn die heilenden Wirkungen von Cannabis sind, in der richtigen Dosierung eingenommen, enorm – das Spektrum der zu behandelnden Krankheiten riesig. Eine steigende Zahl von Studien belegt die umfangreiche und gesundheitsfördernde Wirksamkeit. Außerdem ist bei der Legalisierung des Konsums von medizinischem Marihuana der Opioidmissbrauch und die Abhängigkeit durchschnittlich um 25 % gesunken.

Viele Menschen suchen nach legalen Alternativen, die aus dem Teufelskreis der Abhängigkeit und Kriminalität heraushelfen. In 23 US-Bundesstaaten ist die Einnahme von medizinischem Cannabis bereits legalisiert. Dort sind die Todesfälle durch Opioid-Überdosierungen um 25 % gesunken. Kalifornien und Oregon waren die ersten Staaten, die Cannabis legalisierten.

Seit März 2017 dürfen auch Ärzte in Deutschland Cannabis auf Rezept verschreiben. Für viele Patienten dürfte diese Nachricht eine große Erleichterung bringen. Eine 72-jährige Frau hatte berichtet, Cannabis-Öl zunächst noch illegal eingenommen zu haben, um ihre rheumatischen Schmerzen zu lindern. Ihre Schmerzen waren so schlimm, dass kein Schmerzmittel mehr half. Von Cannabis als Schmerzmittel hatte sie in einer Zeitung gelesen. Seit der Einnahme des Heil- und Schmerzmittels hatte die Seniorin kaum noch Schmerzen. Zudem hellte sich ihre Stimmung auf und ihr innerer Zustand entspannte sich.

Suchtforscher, Kriminalbeamte und Strafrechtler in Deutschland fordern auch eine Legalisierung von Cannabis. So forderte der Bund Deutscher Kriminalbeamter das Ende des Cannabis-Verbots. Konsumenten müssten entkriminalisiert werden. Die Aufhebung des Cannabis-Verbots sei sogar aus mehreren Gründen sinnvoll, so der BDK. Das Cannabis-Verbot sei willkürlich eingeführt worden und weder intelligent durchdacht noch zielführend. In der Menschheitsgeschichte habe es immer Drogenkonsum gegeben. Daran änderten auch Verbote nichts.

Da das Verbot ohnehin nicht mehr lange aufrechtzuerhalten sei, könne man die Entkriminalisierung schon jetzt beschleunigen. Zum einen fördere das deutsche Rechtssystem kriminelle Karrieren. Außerdem gebe es bessere Maßnahmen, einen verantwortungsvollen Drogenkonsum zu lehren, als auf Strafen zu setzen, so die Meinung der Kriminalbeamten. Die Bundesregierung lehnt bislang die Legalisierung von Cannabis ab.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

  1. Da die Pharmaindustrie ein großes Interresse am Verbot von Cannabis hat ,wird es bei uns so schnell, wenn überhaubt ,niemals legalisiert.