in Politik

In Internetforen kursieren grausame Videos missbrauchter Kinder. Erwachsene Männer sprechen in Chaträumen kleine Mädchen an. Bislang hatte die Polizei kaum Chancen, an die Täter ranzukommen. Das soll sich durch eine Reform ändern, der Kampf gegen Kindesmissbrauch in Deutschland soll damit verschärft werden.

Ermittler erhalten künftig neue Möglichkeiten. Sie dürfen sich mit „Fake-Videos“ in einschlägigen Internetforen einschleichen, beschloss der Bundestag. Denn Zugang zu „Tauschbörsen“ bekommt man oft nur, wenn man selbst Bilder oder Videos einer Missbrauchsszene hochlädt.

Bislang konnten Ermittler kaum als Maulwürfe in die Szene eingeschleust werden, weil die Herstellung (selbst gestellter) kinderpornografischer oder Missbrauchsbilder und -Videos einen Straftatbestand dargestellt hätte. Künftig sollen daher am Computer „künstlich erzeugte“ Bilder und Videos als Köder erstellt werden.

Auch das sogenannte „Cybergrooming“ soll künftig strafbar sein, d. h. der Versuch, in sozialen Medien sexuellen Kontakt zu Kindern zu suchen. Anders als bisher sollen auch Täter bestraft werden können, die zwar glauben, sie kommunizieren mit einem Kind, tatsächlich antwortet ihnen aber ein verdeckter Ermittler, der sich als Kind ausgibt. Justizministerin Lambrecht will Ermittlern alle Instrumente an die Hand geben, um Täter, Hintermänner und Portalbetreiber schneller zu verurteilen. Die computergenerierten Bilder sähen echten Bildern täuschend ähnlich, zeigten aber niemals echte Kinder, sagte Lambrecht.

Zur Herstellung dieser Computer-generierten Bilder und Videos dürfen keine echten Menschen als Vorlage genutzt werden. Die „künstlichen“ Videos und Bilder dürfen aber nur dann genutzt werden, wenn sich die Taten nicht anders aufklären lassen und ein Gericht zustimmt. Abgeordnete hatten Bedenken geäußert, Fake Bilder und Fake Videos in Umlauf zu bringen. Die Möglichkeit, so eine bessere Chance zu haben, um an die Täter ranzukommen, überwog schließlich bei der Entscheidung für die Zustimmung dieser Methode.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm-Rörig, warnte, die künstlichen Videos dürften „nur als Ultima Ratio in Umlauf gebracht werden“. „Aber wir sollten uns dieser Möglichkeit der Verbrechensbekämpfung nicht berauben“, sagte er. Wir werden den Fall und die Frage, ob daraus ein neues staatliches Ermittlungsinstrument in anderen Situationen konstruiert wird, genau verfolgen.

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Kommentar

  1. Am besten, die Ermittler fangen mal bei den Oberen in Politik und Wirtschaft, Kirche und dergl. an zu suchen. Solche Widerlinge werden oftmals durch Stellen und Menschen gedeckt denen wir das nicht mal im Traum zutrauen können. Im Übrigen müssen die Strafen für solche Ferkeleien drastisch erhöht werden. Keine Schmusubusijustiz sondern knallharte weibliche Richter.

Webmentions

  • Kampf gegen Kindesmissbrauch wird verschärft – Die Welt 24. Januar 2020

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