in Politik

Der Euro hat nun 20 Jahre Geburtstag gefeiert. Die Währung ist da, aber allgegenwärtig mit einem Misstrauen verbunden. In Deutschland, in den nordischen Ländern, in Großbritannien, das auf den Euro verzichten wollte und in den südeuropäischen Ländern. Der Euro bindet die Wirtschaftskraft der Union nicht zusammen (das sogenannte Konvergenz-Modell), sondern sorgt für eine zunehmende Machtkonzentration in den Zentren. Dies jedenfalls behauptet Philipp Heimberger, tätig am „Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), die nun auf norberthaering.de diskutiert wurde. Die Argumente fördern zutage, welch falsches Denken die EU und der IWF in den Prozess der „Währungskonvergenz“ legen.

Gemeinsame Währung sorgt für Angleichung….

… Die Hauptthese der führenden Wirtschaftsorganisationen wie dem IWF und auch der EU selbst nennt sich „Währungskonvergenz“, weil eine gemeinsame Währung die Strukturen und Produktionsprozesse angleichen werden. Vereinfacht gesprochen: Durch den Zwang zur Anpassung in einem gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum wird es die Anpassung auch geben, sodass der Wettbewerb der Regionen am Ende für die bestmöglichen Lösungen sorgen wird. Wenn die Löhne in einer vergleichbaren Produktionswelt in einer Region deutlich günstiger sind als in einer anderen Region, werden im Zweifel die Produzenten den Standort wechseln, dort wiederum würden die Löhne etwas steigen, die Steuereinnahmen etc. Das klappt alles nicht.

Die führende Lehre der Ökonomie sieht dafür lediglich Hürden am Werk. Unfähige Regierungen, die Strukturen auf regionaler Ebene erhalten wollen. Handelshemmnisse und die Schuldenpolitik der jeweiligen Regierungen, die wiederum Investitionen verhinderten. Die Gegenthese lautet nun, in den Worten dieser Redaktion:

Die graue Theorie ging davon aus, dass die ärmeren Ländern einfach dieselbe Institutionen und Vorgehensweise an den Tag legen wollten oder auch nur könnten wie die reicheren Länder. Man fange sozusagen fast bei Null an. Das ist demnach grundfalsch.

Das Phänomen der Massenproduktion wird von der herrschenden Lehre schlicht übersehen. Abgebaute Handelshemmnisse, also Zölle, sonstige rechtliche Vorschriften und auch bürokratische Kosten, würden dafür sorgen, dass sich der Absatzmarkt der großen Produzenten schlagartig vergrößert. Führende Anbieter wiederum können durch die Massenproduktion die Durchschnittskosten je Einheit überproportional senken. Das Entscheidende an dieser Überlegung: Wer im Zentrum eines solchen größeren Marktes sitzt, wird in Kombination mit der Massenproduktion am günstigsten liefern können. Die Transportkosten sind in jede Richtung am günstigsten.

Das heißt: Wer groß ist und im Zentrum sitzt, wird wachsen. Die Peripherie, die Randgebiete, wird überproportional verlieren. Und genau das ist passiert. Der Zerfall setzt sich fort.

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