in Politik

Die Wohnungsnot in Deutschland ist schon fast dramatisch. In Großstädten verlangen die Verhältnisse von den Mietern unglaubliche Geduld und Zugeständnisse. Die Grünen, die Linke und die SPD wollen sich das nicht mehr bieten lassen. Die sehen in ihren Äußerungen, die sie vor kurzem tätigten, vor allem die Notwendigkeit, Vermieter zu enteignen.

Nur Wohnungsbaukonzerne?

Die Drei von der etwas linkeren Seite der politischen Gesellschaft sind derzeit vor allem für ein „letztes Mittel“, das nicht ausgeschlossen werden sollte. Bald ist wieder der Tag der Arbeit. Der 1. Mai. Heraus zum 1. Mai, heißt das Motto des Arbeitertages in aller Regel.

Fraglich ist, ob die Enteignungen nicht inzwischen von der Bewegung als weiteres politisches Ziel gepflegt werden. Massenproteste könnte gerade in dieser Frage relativ schnell zu organisieren sein.

Und in dem Sinne sind die Forderungen nach Enteignungen dann populistisch. Die Wohnungsknappheit existiert zunächst, weil es zu wenige Wohnungen gibt. Die großen Gesellschaften können Wohnungen bauen oder kaufen, weil die Kosten für den Betrieb und die energetischen Anforderungen relativ schnell und sicher umgelegt werden können. Vermieter kleinerer Einheiten hingegen sind gerade bei steigenden Anforderungen an die Energie-Bedingungen etc. nicht so schnell und gut in der Lage, die Kosten aufzufangen bzw. in der Vermietung wieder zu erlangen. Die Investitionsbereitschaft der Kleinen verringert sich, die „Großen“ hingegen setzen ihre Forderungen einfacher durch.

Zudem können größere Vermieter auch den Staat und dessen Interessen relativ rigoros ausnutzen. Die Konzerne, die jetzt in Berlin „enteignet“ werden sollen, entstanden in der aktuellen Größe vor allem durch den Verkauf der Wohnheiten im ersten Jahrzehnt des Jahrtausends seitens der Stadt. Das schnelle Geld lockte – und jetzt haben die Staaten die Zinsen nach unten getrieben und Investoren mit hohen Renditewünschen angelockt. Die Probleme sind hausgemacht. Enteignung wäre der vollkommen falsche Weg.

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11 Kommentare

  1. Warum wurden all die kommunalen oder staatlichen Wohnungsgenossenschaften verscherbelt?
    Wohl doch nur um ein paar Dinge wegen:
    Guten Freunderln ein gutes Geschäft zuzuschanzen.
    Die notorisch klammen Haushaltskassen ein klein wenig zu füllen.
    Obwohl, im Falle Berlin geht das Richtung Verbrechen.

    Boris Palmer sagte es. Er hat noch einige Wohnungen im Kommunalbesitz. Ansonsten hätte er überhaupt keine Steuerungsmöglichkeiten mehr.

    Es wird werden wie bei der Bahn in England.
    Zuerst privatisieren, danach um teures Geld wieder verstaatlichen.
    Inzwischen haben sich die sogenannten Investoren krumm und dämlich verdient.

    • Eben, die Investoren sind das Problem.

      Ansonsten verzeichnet die Aktie der Dt. Wohnen auf Zwölfmonatssicht immer noch ein Plus von 5,5 %. Bestünde hier wirklich die Gefahr einer verlustträchtigen Enteignung, wäre der Aktienkurs längst eingebrochen.
      In den letzten zehn Jahren betrug die Wertsteigerung etwa 450 %. Das alles zuzüglich Dividende.

      Um das noch ein wenig zu verdeutlichen.
      Hätte ich vor zehn Jahren Aktien der Dt. Wohnen zu ca. 6 € erworben hätte mir mein damaliger Einsatz im letzen Jahr eine Dividendenrendite von ca. 14 % eingebracht. Hinzu kommt noch die oben erwähnte Wertentwicklung.

      Fazit: Jawoll! So funktioniert Umverteilung.

      PS: Dinge wie Wohnen, Gesundheits- oder Altenpflege hat in Investorenhand nichts zu suchen.

      • >> PS: Dinge wie Wohnen, Gesundheits- oder Altenpflege hat in Investorenhand nichts zu suchen. <<

        OK, etwas ungünstig ausgedrückt.
        Mit "Wohnen und Investoren" meinte ich natürlich in dieser Form. Wer sich mal mit den Renditen bei Wohnimmobilien durch Einzelinvestoren beschäftigt hat, wird wissen , dass die Renditen da von den o. g. Zahlen weit entfernt sind.

        • So, so, ich habe also nichts begriffen!?

          Sozialer Wohnungsbau ist nochwendig, damit den schwächten der Gesellschaft bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht.

          Ist es in Ordnung, dass Rentner nach Jahrzehnten ihre Wohnung verlassen müssen, weil sie sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten können.

          Dass die Kommunen Volkseigentum verschwerbeln ist dann wohl auch in Ordnung?

  2. Warum prangert man hier nur Deutsche Wohnen an? Was ist mit Vonovia, die z.B. in Dresden von der Stadt (ehemals Gagfah )bereits renovierte Wohnungen erworben hat und dann sinnlose, weil nicht notwendige Badrenovierungen vorgenommen hat und somit erhebliche Mietsteigerungen durchgesetzt hat? Warum prangert man derartige Praktiken an? Großinvestor hier ist Blackrock, der ehemalige Arbeitgeber von Herrn Merz (CDU). Sitzt der Herr nicht immer noch im Aufsichtsrat? Im Wohnungsbau hat die Politik versagt, weil staatseigene Immobilien verscherbelt wurden und nun wollen die gleichen Versager enteignen! Eine noch größere Katastrophe droht!

    • Warum das Geschrei der Enteignung, nur politisches Ablenken,. Für wie dumm werden wir von den Politikern gehalten, hätten Sie die ganzen Flüchtlinge nicht hier aufgenommen, dann hätten wir die Wohnungsknappheit so nicht. Ein Deutscher muß lange warten bis er den richtigen Wohnraum findet, dazu noch bezahlbar, doch Jeder Hergelaufene bekommt so schnell wie möglich eine Wohnung, dazu noch die Einrichtung, aber nicht gebrauht , sondern neu. Wo trifften wir hin, wünsche mir den Aufstand vo 1989, hoffentlich fängt es bald an. So kann es nicht weiter gehen, die ganzen Schmarotzer im Bundestag führen uns am Nasenring umher.Sie drehen alles zu ihren Gunsten. Das Volk wird ausgeblutet, schauen wir uns nur um, was hier an Armut und Gewalt passiert.

      • Da bin ich ganz Ihrer Meinung ! Da wir hier alles rein lassen was nicht Niet und Nagelfest ist , brauchen wir uns auch nicht wundern das es Wohnungsknappheit gibt. Es geht ja schon so weit das man sich als Deutscher bald wie ein Ausländer fühlt und das im eigenen Land. Wir werden von unseren viel zu hoch bezahlten Politiker veräppelt und ausgenommen das es schon kracht.

  3. Wer bitte soll denn neue Wohnungen bauen, nachdem man die „bösen“ Investoren enteignet hat? Doch nicht etwa „der Staat“ – der bekommt ja nicht mal einen popligen Provinzflughafen hin!

    Die ganze Enteignungsdiskussion ist einfach nur unglaublich dämlich, primitiv und weltfremd – absolut typisch für die Links-Grünen.

  4. Die grünen und roten Genossen haben hier in Hamburg kräftig mitgemischt. Unter dem Deckmantel „städtischer Verdichtung“ haben die Netzwerke der Genossen viel Geld eingesackt. Gefördert wurde mit Hilfe der Genossen vor allem ungezügelter privater Wohnungsbau. Die Folgen sind dramatisch. Und wie immer wird abgelenkt. Sperrung einer Strasse wg. angebl. Nox Belastung gleichzeitig wird der innerstädtische Großflughafen ausgebaut. „ Politikerinnen lügen. Immer!“

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  • „Heraus zum 1. Mai“: Was passiert jetzt mit den Wohnungsenteignungen? - Leserbriefe 2. Mai 2019

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