in D/A/CH

Die Währungsunion der EU schreitet voran. Die Haftungsfragen zwischen den Banken sind geregelt, es soll einen gemeinsamen Haushalt geben. Alles wird besser – und jetzt plant der Vorsitzende der sogenannten Euro-Gruppe eine weitere „Stärkung der Währungsunion“. Dies schrieb Mario Centeno in einem Beitrag für das Handelsblatt.

„Gemeinsame europäische Einlagensicherung“

Er kündigte eine „gemeinsame europäische Einlagensicherung“ (Edis) an. Damit würde das Risiko sinken, dass es im Fall einer Bankpleite zu einem „Bankrun“ kommt. Ein „Bankrun“ liegt vor, wenn ein Großteil von Bankkunden in einer Krisensituation versucht, an das Geld auf den Bankkonten zu kommen. Es bildeten sich in der Vergangenheit, auch in der Finanzkrise vor zehn Jahren, oftmals lange Schlangen vor den Banken. Tatsächlich haben die Geldhäuser nicht hinreichend viel Geld, um die Kunden auszubezahlen. Ein Großteil des „Geldes“, das im Wirtschaftskreislauf umhergeht, wird elektronisch per Kredit erzeugt.

Mit anderen Worten: Die EU möchte eine Panik verhindern, die das System schließlich schnell in sich zusammenfallen lassen würde. Die Finanzminister, so kündigte es Centeno an, würden sich mit Beginn des neuen Jahres treffen, um ein „Mandat für eine hochrangige Arbeitsgruppe“ zu bekommen. Also ein Gremium, das über eine solche Einlagensicherung entscheiden wird.

Die Einlagensicherung würde bedeuten, dass die Banken in der ganzen EU in einen Topf zahlen und die konkursreifen Institute damit zumindest die Kundengelder auszahlen könnten. Auch wolle die EU bei dem gemeinsam geplanten Haushalt „noch enger zusammenrücken“, heißt es.

Worte, die für viele Ökonomen ein Alptraum sind. Die Regierungen verlieren die Souveränität über einen der wichtigsten Faktoren von Einzelstaaten, das Geldwesen. Am Ende wird die Budgethoheit zudem Stück für Stück an die EU verlagert. Damit verliert sich der Einfluss der Basis bei Wahlen weiter. Bislang wird ein bedeutungsloses EU-Parlament gewählt. Mehr Mitbestimmung über den Einsatz des gemeinsamen Geldes gibt es nicht. Die EU zeigt sich als genau der Zentralstaat, den Kritiker stets beschrieben hatten.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar