in Politik

Mythos Nr. 1: Es ist ökonomisch

Um ökonomisch zu sein, muss etwas mehr wert sein, als es kostet. Ökonomische Aktivität per se ist eher günstig als schädlich. Technisch ausgedrückt: „marginelle Nützlichkeit ist besser als marginelle nicht-Nützlichkeit“.

Wenn man einen Teppich mag, aber die Enkelkinder mehr mag, wäre es nicht schön, ihnen den Teppich unter den Füßen wegzuziehen. Das ist elementare Mikroökonomie. Doch wenn wir uns umschauen und ein bisschen nachdenken, sieht es dann nicht so aus, dass all die ökonomische Aktivität den Großen Teppich allen unseren Enkeln unter den Füßen wegzieht? Wasserknappheit, Umweltverschmutzung, Klimawechsel, Lärm, Staus, gefährdete Spezies … für die Nachwelt wird es kein Ritt auf dem Fliegenden Teppich werden.

Wachstum ist wahrscheinlich größtenteils in der amerikanischen Geschichte ökonomisch gewesen. Aber wir müssen erkennen, wenn sich die Zeiten ändern und frühere ökonomische Ziele überholt sind. Im 21. Jahrhundert, als wir das fracking von Teersand überall betrieben und tonnenweise Rohöl in die schönsten Fischereigründe kippten beim Versuch, die Ökonomie noch mehr wachsen zu lassen, sah das mehr nach vergeblicher Mühe aus. Das ist elementare Makroökonomie.

Mythos Nr. 2: Ökonomisches Wachstum ist oft wunderbar

Jetzt haben wir das chinesische Mirakel. Angeblich stehen wir an der Schwelle zu einem indischen Mirakel. Und wir hatten ja auch schon ein allgemeines asiatisches Mirakel, als wir es mit „Tigern“ zu tun hatten.

Wir hatten ein brasilianisches, italienisches, griechisches (ja griechisches!), spanisches und nordisches Mirakel. Es hat ein Taiwan-Mirakel gegeben, das Mirakel in Chile und sogar ein Massachusetts Mirakel. Vergesst nicht das frühe Japan Mirakel und die mehr als ein deutschen Mirakel.

Lasst uns hoffen, dass es nicht die Art von Mirakeln sind, nach denen Leute zu Heiligen gemacht werden. Ein heiliger Dukakis vielleicht?

Nein, ökonomisches Wachstum war niemals nirgends ein „Wunder“. Es war niemals was anderes als zunehmende Produktion und Konsumption von Gütern und Diensten insgesamt. Es bringt mit sich zunehmende Bevölkerung oder pro-Kopf-Konsum, die in einer wachsenden Ökonomie Hand in Hand gehen. Es wird mit dem BNP gemessen.

Großartig, nicht? Vielleicht sind die Wallstreet-Investoren und Journalisten leicht erregbar, und man kann leicht von einer Wachstumsrate überrascht werden, aber „Mirakel“?

Mythos Nr. 3: Wachstum ist kein Problem für die Umwelt, weil wir die Ökonomie ent-materialisieren

Na, das wäre ein Wunder.

Lasst uns eins klar machen: Die Ökonomie dreht sich allein um Materialien. „Güter“ mit einem Wort. Oh, natürlich, Dienstleistungen zählen auch. Aber der überwiegende Teil der Dienstleistungen dient dem Zweck der Beschaffung, des Managements oder Genießens unserer Güter.

Der größte Dienstleistungssektor ist der Transport, der für enorme Umwelt- (und soziale) Auswirkungen verantwortlich ist. Transport ist auch lehrreich für die Beziehung zwischen Gütern und Dienstleistungen. Die Leute stellen sich nicht um x-beliebige Transporte an. Nein, es geht darum, Materialien zu bewegen – Güter für die Leute – von Punkt A nach Punkt B und sie ökonomisch zu bewegen. Jede Form des Transports braucht Energie und reichlich Nachschub an Material (für Fahrzeuge und Infrastruktur) und Platz.

Bei all dem Gerede von der „Ent-Materialisierung“ muss es doch sicher Dienstleistungen geben, die jenseits des Physischen liegen oder? Wie steht’s mit der Informations-Ökonomie?

Mythos Nr. 4: Die menschliche Ökonomie gelangt über das Jagen und Sammeln zur Landwirtschaft und weiter zur Fabrikation und schließlich zur Informations-Ökonomie.

Vergesst nicht unsere Lektion über den Transportsektor: kein Transport um des Transportes willen. In der „Informations-Ökonomie“, wozu wird denn all die Information benutzt? Wenn nicht für Aktivitäten wie Landwirtschaft und Fabrikation (und Transport), wie kann sie dann für ökonomisches Wachstum eine Rolle spielen?

Tatsache ist, es gab niemals – oder immer – eine Informations-Ökonomie. Die Jäger im Pleistozän mussten besser die Mammuth-Spuren lesen können als wir unsere Twitter-feeds.

Wenn es jetzt um die Verarbeitung der Information geht, dann war der Komputer mehr oder weniger eine „revolutionäre“ Erfindung, wie die Verbrennungsmaschine für den Verkehr. Aber was ist weniger materiell daran? So wie die heutigen Jäger halbautomatische Waffen mit Hochleistungsoptik, so hat man nun (materielle) Komputer, die einem helfen, Informationen zu sammeln, um mehr (materielle) Gewehre, besser das (materielle) Terrain zu sondieren und mehr (materielles) Wild zu schießen. Sieht irgendetwas grüner aus als zuvor?

Die Information ist umfangreicher geworden, gewiss, im Gleichschritt mit den materiellen Gütern und Diensten, wofür sie genutzt wird. Aber von einer „Informations-Ökonomie“ zu sprechen, heißt nach einer Art ökonomischem Mirakel zu greifen, und wir haben gesehen, wie billig die Wunder in der ökonomischen Rhetorik sind.

Mythos Nr. 5: Aber ökonomisches Wachstum ist wenigsten egalitär, weil eine Flut alle Boote steigen lässt.

Die Flut war vielleicht einmal eine Metapher von einiger Bedeutung. Im 21. Jahrhundert – denkt an die Ressourcen-Kriege, Klimatwandel, bedrohte Spezies – ist es eher eine Flut, die alle Häuser unter Wasser setzt. Was uns zum Mythos Nr. 1 zurückführt.

Es scheint, dass all das Gerede von ökonomischem Wachstum überzogen ist, eher das Ergebnis von Wallstreet-Aufregung und politischer Rhetorik als nüchternes Denken. Vielleicht ist das, was wir wirklich wollen, eine schlanker werdende Ökonomie.

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Kommentar

  1. Das die USA/BRD beherrschende Machtjudentum verlagerte die amerikanische Produktion in ferne Länder, um im Wahn der Spekulationsgewinne sogar gegen die eigenen Produkte zu wetten. Diese Führungselite des Judentums leidet an einer Art Geisteskrankheit, dafür können wir dankbar sein, denn so besiegen sie sich selbst. Ihre unersättliche Gier lässt sie immer wieder den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Geld, Geld, Geld, lautet ihr Lebensmotto, und so ersinnen sie einen Irrsinn nach dem anderen, wie sie den Lohn der Arbeit aller Menschen in ihre eigenen Taschen umleiten können.

  2. Putin hat das Gesetz zur Abschaffung der Leiharbeit ,wegen Volksschädlichkeit ,verabschiedet.

    Schöne Grüße an die Länder NGO s

    Wo sind die Rentenbeiträge der Väter, Mütter Großeltern verschwunden ?
    Das Eigentum der Bevölkerung in den Gemeinden ?
    kriminelle Bürgermeister, Zweckverbände Kommunalversorger. alles geklaut.

  3. Der Königs-Parasit FED/Wall-Street schaffte es nach 1945, sein Welt-Finanzsystems mit Hilfe der Weltleitwährung Dollar durchzusetzen. In Folge musste jedes Land der Welt im internationalen Zahlungsverkehr Dollars kaufen, die logischerweise wieder zurück in den US-Finanzkreislauf flossen, um Bezahlungen vorzunehmen. Somit konnte die FED das bunte Papier Dollar ohne Ende drucken, denn der Rest der Welt bezahlte dafür mit Werten. Heute wird das offen eingestanden: “Die USA verfügen über die Leitwährung und können jederzeit frische Dollar drucken, um ihre Schulden zu begleichen.” [5]

  4. Doch die Zeit der Weltausraubung geht jäh zu ende, da ein Land ohne Produktion, also ohne Wertschöpfung, dem andere Mächte Währungen mit Wert entgegenhalten, nicht überleben kann. “Die USA haben sich lange in der Illusion wähnen können, den Dukatenesel zu wahrem Leben erweckt zu haben und deshalb ihre gewerbliche Wirtschaft nahezu liquidiert – wozu produzieren, wenn unter Hegemonialdruck Falschgeld geliefert wird? … Der Wert für die Industrieproduktion wird 2007 mit nur noch 11,5 Prozent des BIP angegeben… Die mit den FED-Blüten in der Welt zusammengeraubte Hehlerware wird im Lande verteilt. … Es bedarf nur noch eines Signals der Schwäche und die Welt kippt den USA das grüne Papier auf den Hof oder verbrennt es auf öffentlichen Plätzen. ……

  5. Im Lichte dieser Illuminationen werden die USA als ein Drittweltland mit gefährlichem Militärschrott, verteilt auf der ganzen Welt, erkennbar werden. … Die immobile US-Hehlerware auf dem Territorium fremder Nationen wird eingezogen werden.” [6]

  6. Die westlichen Lobby-Medien reagierten fassungslos, als sie nur davon hörten, dass Russland ein eigenes Kreditkartensystem aufbaut, sehen sie doch dadurch den Zusammenbruch des parasitären Welt-Finanz-Systems noch schneller kommen: “Russland bedrängt Mastercard und Visa auf ‘beispiellose’ Art. Aufbau eines eigenen nationalen Zahlungssystems geplant. … Visa erklärte auf Anfrage einer russischen Nachrichtenagentur, einige der neuen Maßnahmen seien beispiellos und hätten schwerwiegende Folgen.” [12] Und jetzt ist es schon da, da eigene Kreditzahlungssystem Russlands

  7. Sehen Sie sich die amerikanische Politik an. Es ist doch ganz klar, die Vereinigten Staaten verfolgen die aggressivste und härteste Politik zur Durchsetzung der eigenen Interessen. So jedenfalls wollen es die amerikanischen Führer, und sie tun das jeden Tag. Es gibt praktisch keine russischen Truppen außerhalb Russlands, während amerikanische Militärbasen überall in der Welt ausgebreitet sind, und diese sind ständig verwickelt in das Schicksal anderer Länder, obgleich diese Länder Tausende von Kilometer von der amerikanischen Grenze entfernt sind.” [13]