in Politik

Jetzt wird in Thüringen gewählt. Die AfD ist stark geworden, die SPD bleibt schwach und die grüne Klimapolitik findet in Thüringen wenig Freunde. Dies ist nicht der Borniertheit in Ostdeutschland zuzuschreiben. Vielmehr entscheidet auch hier die alte Brechtsche Maßgabe: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“.

Ein Beispiel: Die Armut junger Menschen. Gerade in Ostdeutschland wird dieser Umstand auch heute noch deutlichst sichtbar und dürfte für Verbitterung sorgen. Denn: Nach einem Bericht des „Deutschlandfunk“ hat der „Paritätische Gesamtverband“ in Deutschland Alarm geschlagen. Bei uns würde jedes fünfte Kind in Armut aufwachsen. Dennoch würden wir zu wenig unternehmen, um diesem Misstand Einhalt zu gebieten. Die Zahlen sind indes klar.

Sachsen-Anhalt: 130.000 junge Menschen betroffen

Stellvertretend für die Armut wird etwa das Bundesland Sachsen-Anhalt benannt. Hier seien gut 130.000 junge Menschen im Alter von weniger als 25 Jahren betroffen. Dies seien über 25 % der betreffenden Altersgruppe. Der Bericht des Deutschlandfunks selbst zeigt dann in überraschender Klarheit, wie sich die Armut im Alltag niederschlägt. Der Besuch bei einem „Familienfrühstück“, bei einer Kindertafel oder etwa ein Gespräch mit „Kindheits- und Wirtschaftsforschern“ belegt eindrücklich, wie deprimierend, wie gesundheitsgefährdend und wie annähernd aussichtslos die Situation jeweils ist.

Wie sich die Armut nicht nur auf die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung niederschlägt, haben wir an anderer Stelle bereits dokumentiert:

„Während wird Wirtschaftsrekorde – angeblich – feiern, verlieren immer mehr Menschen Wohnung und Einkommen. Das kostet unter anderem auch Lebenszeit, wie eine Statistik zeigt.

In Österreich hat eine „Statistik Austria“ eine bedenkliche Erkenntnis an den Tag gebracht. Wer „arm“ ist, stirbt 10 Jahre eher als andere. Die Schere zwischen den Armen und den Reichen ginge weltweit immer stärker auseinander. Dies wirkt sich auf die Lebenserwartung aus. Das Rad lässt sich weiterdrehen: Wer arm ist und eine „Pension“, bei uns teils Rente, bezieht, finanziert vor allem die „Pensionen“ für die vermögenderen Menschen. Die leben länger.

10 Jahre Unterschied

Die Statistik enthüllt, dass die „armen“ Menschen bei dauerhafter „Armut“ tatsächlich 10 Jahre als der „Rest“ stirbt. Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis bei den Obdachlosen. Dabei sind in Österreich insgesamt 1,5 Millionen Menschen „armutsgefährdet“ und erzielen ein Einkommen von weniger als 1.238 Euro bzw. können die „notwendigen Grundbedürfnisse“ nicht decken. Das nennt sich „manifeste“, also dauerhafte Armut.

Wer „manifest“ arm ist, kann in der Regel weniger heizen. Hier wird einer der Gründe für die geringere Lebenserwartung deutlich. Frauen, deren Armut manifest ist, leben 4 Jahre kürzer als andere. Männer, deren Armut manifest ist, leben sogar 11 Jahre weniger als andere. Wer sehr lange in Armut lebt, stirbt noch früher: Frauen um 9 Jahre, Männer um 12 Jahre.

Umso bedenklicher ist der Umstand, dass die Pensionen selbst noch zu unterschiedlichen Renditen führen. Die sogenannte „Beitragsrendite“, das Verhältnis zwischen eingezahlten und ausbezahlten Geldern, steigt mit höheren Einkommen. Dies ergaben entsprechende Studien in Deutschland. Das Ergebnis, so die Meinung, ließe sich auch mühelos auf Österreich übertragen. Wollte die Politik also „Gerechtigkeit“ herstellen, müsste sie zumindest die unterschiedliche Lebenserwartung, die vom Einkommen abhängt, berücksichtigen. Wer einen hohen Teil seines Einkommens einzahlt und am Ende noch nicht einmal etwas davon hat, ist doppelt und dreifach betrogen worden, so die Meinung zu diesem Thema.“ Hier lesen Sie mehr dazu…

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