in Politik

Christof Lehmann (np) Dr. Oumar Mariko, der Generalsekretär und Präsidentschaftskandidat der Linkspartei SADI, wurde am 11. Februar 2013, von in zivil gekleideten Bewaffneten in Bamako Mali, entführt.

Als Dr. Mariko entführt wurde, bereitete er sich auf eine Reise nach Schweden und Dänemark vor, um dort mit Politikern und befreundeten Parteien über Zusammenarbeit und politische Unterstützung zu reden. Engste Parteifreunde und Berater vermuten, dass französische Geheimdienste an der Entführung beteiligt sind.

Dr. Mariko spricht sich offen gegen den französischen Neokolonialismus und den bewiesener massen kriminellen Interims-Präsidenten Dioncounda Traoré und seine Partei aus. Traoré und seine ADEMA Partei werden massiv von Frankreich unterstützt.

Dr. Oumar Mariko wurde Augenzeugenberichten zufolge, von einem halben Dutzend bewaffneter Personen entführt. Die Täter brachen durch die Türen seines Büros in Bamako und ihn zwangen ihn unter Gewaltandrohung in einen Geländewagen einzusteigen. Die Entführer verließen dann mit hoher Geschwindigkeit den Tatort. Schüsse wurden in die Luft abgefeuert, um Augenzeugen am Eingreifen zu hindern.

Personen im engsten Kreise des Präsidentschaftskandidaten sind, nicht unbegründet, davon überzeugt, dass die in zivil gekleideten Entführer Verbindungen zu einer von Frankreich beeinflussten Fraktion innerhalb der Staatssicherheits Dienste oder dem Militär von Mali haben. Bislang haben die Entführer weder mit den Behörden oder der SADI Partei Kontakt aufgenommen. Es wird befürchtet, dass eine Ermordung des in Mali sehr beliebten Oppositionsführers geplant ist.

In seinem jüngsten Gespräch mit dem Autor des Artikels, berichtete Dr. Mariko, dass er im Laufe der letzten Monate wiederholt Drohungen aus den Kreisen um den von Frankreich unterstützten Interims-Präsidenten Dioncounda Traoré empfangen hat. So wie der Gründer der SADI Partei in der Bevölkerung Respekt geniest,  so hat sich Dr. Mariko, während der demokratischen Revolution im Jahr 1991, durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten, die durch Korruption und Unterschlagung erwirtschaftet wurden, mächtige Feinde in Mali und in Frankreich gemacht. Unter der Bevölkerung in Mali gilt Mariko als eine der bedeutendsten Personen der demokratischen Revolution von 1991 und als unbestechlicher Politiker.

Mitglieder des Nationalrates für Widerstandsbewegungen in Mali, warnen davor, dass die Entführer und die Hintermänner, durch eine Ermordung von Dr. Mariko, die die bereits ernsthaft gefährdete Stabilität des Landes noch weiter beschädigen könnten. Sie warnen vor der Gefahr eines unkontrollierbaren Bürgerkrieges, und ziehen den Interims-Präsidenten Dioncounda Traoré für die Sicherheit von Dr. Mariko zur Verantwortung.

Dr. Mariko hatte wiederholt die Regierung der Republik Mali aufgefordert, den Missbrauch der Geheimdienste des Landes zur Unterdrückung politischer Gegner zu untersuchen. Der Missbrauch der Sicherheitsdienste und Geheimdienste des Landes arten oftmals in direkten Staatsterrorismus aus.

In einem Gespräch mit Dr. Mariko vor drei Tagen, berichtete er, dass er damit rechnet, dass Frankreich versuchen wird darauf hin zu arbeiten, dass Wahlen in Mali schon in Juni – Juli 2013 stattfinden werden. Dr. Mariko deutete an, dass Frankreich sehr wahrscheinlich massiv ihren Favorit, Modibo Sidibe unterstützen werden. Modibo Sidebe hat engste Beziehungen zur politischen und finanziellen Elite von Frankreich und Mali. Sidibe ist auch für seine engen Verbindungen zur organisierten Kriminalität in Mali und Frankreich bekannt. Unter anderem geht es um organisierten Drogenhandel, Entführungen und Lösegeld Erpressung.

In dem Gespräch vor drei Tagen erklärte Dr. Mariko, dass die Stadt Bamako ruhig sei, aber dass er sich durchaus des Risikos bewusst sei, dass er von Mitgliedern der von Frankreich unterstützten ADEMA Partei des Dioncounda Traoré, oder von Elementen der Geheimdienste von Mali, die Verbindungen zu Frankreich pflegen bedroht ist.

Dr. Mariko berichtete, dass ihm innerhalb des vergangenen Monats zwei Mal, durch Einflussnahme von Frankreich, ein Visum zur Einreise in die USA verweigert wurde. Nächste Woche sollte Dr. Mariko nach Schweden und Dänemark reisen, um sich mit Politikern und Mitgliedern befreundeter Parteien zu treffen. Wahrscheinlich wurde auch diese Reise durch Einflussnahme von Frankreich verhindert. Dieses Mal jedoch, durch die Entführung des malischen Präsidentschaftskandidaten.

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Kommentar

  1. Dr. Mariko wurde heute von der Securité dÈtat freigelassen. Es war die Staatssicherheit, die ihn entführt und die Büros verwüstet hatte. Mariko wurde verhört, und es sieht so aus als wolle man dem SADI Präsidentschaftskandidaten, der SADI Partei und der COPAM Allianz genau die Dinge vorwerfen, die Frankreich mit ihren Alliierten, den Touareg, der AlKaida, Traoré, u.s.w. gemeinsam durchgeführt haben um Mali zu destabilisieren. Morgen wird darüber ein ausführlicher Bericht von mir geschrieben, der hoffentlich hier bei NEOPresse zu lesen sein wird.