in D/A/CH

Wie in allen Städten Deutschlands steht auch in Oldenburg eine Messstation zur Messung von Stickoxiden des Straßenverkehrs. Bei überhöhten Messwerten von Stickoxiden in der Luft drohen Dieselfahrverbote. Die Messstation in Oldenburg steht an einer sehr belebten Straße, also dort, wo man sicher sein kann, sehr hohe Werte zu messen. Der Container, in dem die empfindliche Messapparatur steht, sieht jedoch alles andere als vertrauenserweckend aus. Verrostet und verdreckt, ein abgerissener Schlauch hängt heraus, durch ein Loch können Tiere und Insekten in den Container eindringen. Dennoch soll die Apparatur in der Lage sein, sehr genaue chemische Analysen der Luft vorzunehmen.

Im Oktober 2018 wurden in Oldenburg jedoch erstaunliche Messwerte erzielt. Die Werte für Stickoxid schnellten in die Höhe. Sie lagen sogar über dem erlaubten Grenzwert. Das erstaunliche war jedoch, dass an diesem Tag kaum Autos an der Messstation vorbeifuhren. Denn die Straße war wegen eines Marathonlaufs gesperrt. Über die hohen Stickoxid-Werte wunderte sich selbst der NDR in einem Beitrag. Jedes Mal wenn die Stadt Oldenburg beim Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim nachfragte, ob denn mit den Messungen alles stimme, bekam sie immer die gleiche Antwort: Die Messstation messe richtig, sie sei geeicht, zertifiziert und werde regelmäßig geprüft.

Die einzige Messstation in Oldenburg am Heiligengeistwall taucht immer wieder dann in den Medien in der Niedersachsenstatistik auf, wenn es um Dieselfahrverbote geht. Deshalb will die Stadt Oldenburg nun doch wissen, wie es sein kann, dass der Stickoxid-Grenzwert überschritten werde, wenn es kaum Verkehr gebe und hat jetzt eine Anfrage an das Umweltministerium gestellt. Denn die Messstation misst offensichtlich nicht korrekt. Dennoch haben die Betreiber der Messstation eine App entwickelt, mit der sich jeder Smartphonebesitzer in Niedersachen über die Luftqualität informieren und abschätzen kann, ab wann es gefährlich wird. Auf die Frage nach der Seriosität der Messungen haben die Luftmessexperten bislang jedoch keine Antwort.

Kürzlich stellte die Stadt Oldenburg ihre eigenen Messergebnisse vor. Sogenannte „Passivsammler“ haben während normalem Verkehr an verschiedenen Stellen in Oldenburg Stickoxidwerte gesammelt. Sie lagen allesamt im Normbereich. Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim jedoch misst in Oldenburg nur am Heiligengeistwall. Dort wurde in vergleichbaren Zeiträumen der Grenzwert jedes Mal überschritten. An genau der Messstation, die sogar Grenzwertüberschreitungen misst, wenn gar kein Verkehr herrscht. Dennoch drohen der Stadt jetzt Fahrverbote. Es wurde bereits mehrfach gefordert, die Messanlage am Heiligengeistwall prüfen zu lassen. Dass die Messungen nicht stimmen können, hat der Marathon gezeigt: Wenn kein Auto fährt und nur Menschen laufen, dann werden Grenzwerte überschritten. Das stinkt gewaltig.

Es gibt jedoch noch eine andere Erklärung für hohe Stickoxidwerte: die Landwirtschaft. Oldenburg liegt in einer landwirtschaftlich geprägten Region. Kalifornische Forscher haben nachgewiesen, dass Stickoxide durch den bakteriellen Abbau von Dünger wie Gülle oder Stickstoffdünger entstehen. Und zwar in Bereichen, die über den Grenzwerten liegen, schreibt die AfD Gelsenkirchen. Hohe Temperaturen erhöhen die Reaktionsgeschwindigkeit. Deshalb gibt es im Sommer höhere Stickoxidwerte. Somit sei es fraglich, ob ausschließlich Dieselfahrzeuge für erhöhte Stickoxidwerte verantwortlich seien. So lange das nicht abschließend wissenschaftlich geklärt sei, dürfe es keine Dieselfahrverbote geben, fordert die AfD.

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