in Politik

Der Zug für Martin Schulz schien abgefahren. Der Kandidat für das Amt des Bundeskanzleramtes ist bei der vergangenen Bundestagswahl krachend gescheitert. Er musste auch den SPD-Parteivorsitz räumen. Häme ist unangebracht, denn die SPD hat offensichtlich vor allem ein inhaltlich-politisches Problem. Nur: Jetzt wirbt die Partei wieder mit Martin Schulz. Kritiker Fragen: Muss das sein?

„Europa ist die Antwort“

Das Wahlplakat vermittelt die Botschaft „Europa ist die Antwort“. Zumindest hat der „Focus“ entsprechende Plakate in der Stadt München ausgemacht. Spitzenkandidatin der SPD ist übrigens die Justizministerin Katarina Barley. Nicht Martin Schulz. Der lächelt lediglich freundlich und „beantwortet“ eine Frage, die niemand gestellt hat.

Sein Konterfei ist vielmehr dem Umstand zu verdanken, dass er sich in den Wahlkampf einmischen wollte. Das hatte er im Dezember bereits angekündigt. Er war lange Zeit selbst in der EU aktiv, zu guter Letzt über Jahre als Parlamentspräsident. In dieser Rolle sollte er eigentlich die „Regierung“ oder „Exekutive“ der EU überwachen, wie es Aufgabe eines Parlaments ist. Er fiel jedoch vor allem durch seine enge Freundschaft zum Regierungschef, zu EU-Kommissionspräsident Juncker auf.

Und dennoch: Er tritt wieder an. Zumindest im Wahlkampf. Als früherer Verlierer, denn die vorhergehende EU-Parlamentswahl sah ihn ebenfalls als „Spitzenkandidaten“, den es so formal gar nicht gibt – aber er schaffte diese Rolle einfach. Es ging um das Amt des EU-Kommissionschefs. Schulz verlor. Also wirbt die SPD mit einem Zweifachverlierer. „Europa ist die Antwort“ – auf welche Frage? Wie die SPD sich selbst ein weiteres Bein stellt? Warum die SPD in Deutschland kein Bein mehr auf den Boden bekommt? Worum sich die SPD als Regierungspartei derzeit eigentlich kümmert? Die neue Kampagne hinterlässt viele Rätsel.

Unklar bleibt bis dahin, ob die Bundes-SPD sich dieser Strategie angeschlossen oder sie selbst erdacht hat. Bislang darf Schulz nur im Süden der Republik werben – so jedenfalls sind die ersten Berichte.

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Dein Kommentar

Kommentar

    • Ja gut, wenn es keine alten Plakate waren, die irgendwo vom Hof geholt wurden, dann frage ich mich, was will der Teufelsaustreiber aus Würselen?
      Man sollte diese gespenstige Figur sogar unterstützen, denn somit könnte der Abgang der Arbeiterverräter noch vor den EU-Wahlen geschehen. 5%-X und in die Strassen weht ein Hauch von Freiheit!
      Man muss nur dafür sorgen, dass das Klirren von Flaschen in seinem Schreibtisch aufhört – am Telefon könnte das irritieren wenn man ihn nach dem Datum fragt.