in Politik

Noch immer schweigen die deutschen Medien mehrheitlich zu der Polizeigewalt in Frankreich gegen die protestierenden Gelbwesten sowie zu den massiven Verletzungen, verursacht durch die Polizei. Seit Beginn der Demonstrationen in Frankreich im letzten November sind rund 8.000 Menschen verhaftet und 1.800 verurteilt worden, berichtet die französische Zeitung „Le Figaro“. Gegen 1.500 Gelbwesten sollen laut Innenministerium Verfahren laufen, über 1.300 wurden festgehalten und 316 wurden unter Haftbefehl gestellt.

Und die Strafen gegen die Regimekritiker regnen weiter. Selbst vor Minderjährigen macht die französische Justiz keinen Halt: Sogar ein 12-jähriges Mädchen wurde verhaftet. Der Boxer Christophe Dettinger, der am 5. Januar während des 8. Aktes der Gelbwesten in Paris zwei Polizisten geschlagen hatte, musste vor dem Pariser Strafgericht erscheinen. Die Staatsanwaltschaft beantragte drei Jahre Gefängnis, darunter ein Jahr zur Bewährung. Dettinger wurde zu 30 Monaten Haft verurteilt. Zudem verhängte das Gericht ein sechsmonatiges Aufenthaltsverbot in Paris.

Das Innenministerium verschweigt allerdings die Zahlen der Verletzten durch Polizeigewalt, die von dem Journalisten der französischen Tageszeitung „Libération“ David Dufresne dokumentiert werden. Demnach soll es einen Toten, 5 abgerissene Hände, 20 Menschen, die ein Auge verloren haben und rund 190, die am Kopf schwer verletzt wurden, geben. Gegen die Polizisten, die diese Verletzungen verursacht haben, gibt es keine Verfahren, berichtet das französische Alternativ-Nachrichtenportal „Mediapart“.

 

Während das französische Innenministerium von sinkenden Teilnehmerzahlen der Demonstranten spricht – am vergangenen Samstag sollen es nur noch 41.500 gewesen sein – sprechen die Gelbwesten von einer Verdoppelung der Teilnehmer. Der Eindruck drängt sich auf, dass die Regierung mit ihren Zahlen versucht, die Proteste kleinzureden um die Gelbwesten zu demoralisieren. Demnach sollen am vergangenen Samstag nur noch 5.000 Gelbwesten in Paris unterwegs gewesen sein. Jérome Rodrigues, ein Sprecher der Gelbwesten, der selbst vor wenigen Wochen ein Auge durch Flashballs der Polizei verloren hat, dementierte: „Wir sind 15.000 – die Bewegung verdoppelt sich“, sagte er den Nachrichtenagenturen.

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