in D/A/CH

Der „Deutschlandfunk“ hat einen interessanten Beitrag zum Leben und Wirken in Deutschland veröffentlicht. „Die Kultur der Verantwortungslosigkeit“ beleuchtet Umstände, die wir früher in diesem Land nicht vermutet hätten. Die Deutsche Bahn, die weitgehend unpünktlich ist und bei der auch Anschlussverbindungen in vielen Situation nicht funktionieren. Eine Deutsche Post, die Pakete zu spät ausliefert. Oder gar nicht. Oder an bestimmten Wochentagen in bestimmten Gemeinden nicht. Oder einen Flughafen wie in Berlin, der möglicherweise niemals fertig gestellt wird, im Land der Ingenieurskunst.

Wer trägt die Verantwortung?

Wir alle scheinen allerdings seltsam unbeteiligt. „Alle“ heißt wirklich alle. Denn Führungsverantwortung für die Projekte scheint nirgends zu existieren. Beim Berliner Flughafen BER werden zwar alle Nase lang Geschäftsführer ausgetauscht, mehr passiert jedoch nicht. Die Hamburger Elbphilharmonie ist zu einem Millionengrab geworden, das ein Vielfaches der früher prognostizierten Gelder verschlungen hat. Aber wir feiern noch dessen Eröffnung und den laufenden Betrieb.

Brücken, die nicht befahren werden dürfen, hat offenbar über Jahre und Jahrzehnte niemand betreut. Die Deutsche Bahn kennt keinen richtig Verantwortlichen mehr. Und dies ist die Intention des Beitrags. Es gibt keine Antworten mehr auf die Frage nach der Verantwortung. Es gibt lediglich Fingerzeige in irgendeine Richtung. Und dort ist dann niemand mehr.

Gravierender ist dieser Mangel noch in der digitalen Industrie. All das, was unser Leben mittlerweile ordnet und widerspiegelt, die sozialen Medien, die Suchmaschinen mit ihren Ergebnissen, die Algorithmen, die den Börsenverlauf steuern – all dies kennt keine Verantwortung mehr. Wir haben sie den Programmen auferlegt und allenfalls symbolischen Figuren wie Facebook-Chef Zuckerberg.

Ohne Verantwortung jedoch auch keine Teilhabe an unseren gesellschaftlichen Entwicklungen. Lassen wir uns die Verantwortung täglich nehmen? Sind wir unbeteiligt? Oder können wir der eigenen Verantwortung noch gerecht werden? Als Nutzer, als Konsumenten, als Verweigerer, als Wähler – die organisierte Verantwortungslosigkeit, die uns heute umgibt, die hätte es früher bei uns nicht gegeben.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Wer den Allgemeinzustand in D mal gut reflektiert sehen will, der sollte auf YT nach Lisa Fitz suchen …
    Ein sehr helles Köpfchen – und deswegen wohl teilweise auch von Zensur bedroht!

  2. Jawohl, das hätte es früher nicht gegeben! Dafür gab es aber einen Kaiser und seine kaiserliche Verfassung, die alle anderen Fürsten mitgetragen haben. Die gibt es aber auch seit dem 29.11.1918 nicht mehr. Seit dem gibt es keine rechtsgültige Verfassung und schon gleich gar keine volksherrschaftliche. Die Weimarer Verfassung wurde vom Volk (Art.1) nicht in kraft gesetzt, darauf aber das Ermächtigungsgesetz von Hitler mit Zustimmung des Zentrum (CDU) gepfropft wurde. Nach dem Krieg gab es nur die von den Besatzern angewiesenen Grundgesetze, auch wenn sie Verfassungen hießen. Nach 1990 nicht ein Verfassungswerk, was tatsächlich vom deutschen Volk per verfassungsgebenden Kraftakt eingesetzt wurde. All diese Kraftakte, insbesondere dem der neune Präambel zum GG sind erstunken und erlogen. Und genau deshalb, weil das Volk seine selbstbewusste Eigenverantwortung links und rechts liegen läßt, gibt es nun die im Artikel genannten Probleme und tausende mehr. Sie potenzieren sich regelrecht. Und richtig, was im Artikel geschrieben wird, dass ohne Verantwortung keine Teilhabe an der gesellschaftlichen Entwicklung möglich ist. Es besteht eben nun mal die Pflicht der Verantwortung, die uns unsere Rechte aufgeben. Und wer zu faul, zu dumm, vielleicht sogar zu blöd oder einfach nur opportunistisch ist, wird weiter dazu beitragen, dass das deutsche Volk rasend dem Tod entgegenschlittert. Deswegen immer wieder mein Aufruf – gut zu denken, gut zu reden und gut zu handeln um eine volksherrschaftliche Verfassung zu schaffen.