in Politik

Vor wenigen Tagen gaben über 100 Wissenschaftler eine schriftliche Erklärung darüber ab, dass es „derzeit keine wissenschaftliche Begründung für die aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid gebe“. Die aktuellen Grenzwerte seien viel zu niedrig. „Da herrsche ein hohes Maß an Hysterie“. Daher fordern die Ärzte eine Neubewertung der Feinstaub- und Stickoxid Studien durch unabhängige Forscher.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kommentierte bereits die Erklärung der Ärzte. Er hält eine mögliche Aussetzung des EU-weiten Feinstaubgrenzwerts für verantwortungslos. Es gebe keine Studien, die die Gefährlichkeit von Feinstaub und Stickoxiden wiederlegten, so Lauterbach. Ganz im Gegenteil – neue Studien würden zeigen, dass die Grenzwerte noch zu hoch seien.

In die Diesel-Debatte mischt sich jetzt auch Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ein und greift die skeptischen Ärzte an. Um die Kritik der Lungenfachärzte an den Schadstoffgrenzwerten zu widerlegen, veranstaltete Schulze eine Pressekonferenz. Doch der Konflikt spaltet auch die Regierung. Denn Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert von der EU-Kommission eine Überprüfung der Stickoxid-Grenzwerte.

Schulze sagte in Berlin, die „Debatte trage nicht zur Versachlichung bei. In den letzten Tagen seien viele Fakten verdreht worden“. Verunsicherung dürfe aber nicht die Basis von Politik sein, so Schulze. Grenzwerte seien eine Garantie für saubere Luft. Es gebe keinen Anlass, dies zu ändern.

Verkehrsminister Scheuer (CSU) will das Thema dennnoch mit anderen EU-Verkehrsministern diskutieren und sich gegebenenfalls für eine Entschärfung der Werte einsetzen.

Hessens Ministerpräsident Bouffier (CDU) fordert eine Überprüfung der Stickoxid-Messungen in deutschen Innenstädten. Es lohne sich darüber nachzudenken, weshalb in Deutschland Messgeräte direkt an der Straße stünden, während die EU-Verordnung lediglich fordere, dass die Messgeräte 100 Meter von der Straße entfernt stehen müssen. Bouffier will damit nicht die EU-Grenzwerte verändern, sondern glaubt, dass eine Neuplatzierung der Messgeräte das Thema Dieselfahrverbote in deutschen Städten erheblich entschärfen würde.

 

 

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

  1. Der Lauterbach macht sich beliebt wie Antonia Hofreiter!
    Man kann auch leise herumbrüllen, Herr Lauterbach. Zu dieser Kategorie gehören Sie offensichtlich …
    Welche Art von „Doktor“ sind Sie denn? Ein „Umweltmediziner“?
    ;-)