„Die USA erzählen der Welt Lügen über den Tod von Osama bin Laden“

Nach Angaben der US-Regierung wurde Bin Laden am frühen Morgen des 2. Mai 2011pakistanischer Zeit[169] von Spezialeinheiten der Navy Seals im zweiten Stock seines Anwesens in Abbottabad erschossen. Bei der von US-Präsident Obama befohlenen, etwa 40-minütigen Militäraktion wurden nach US-Angaben vier weitere Personen getötet, darunter ein Sohn Bin Ladens. Mehrere Anwesende wurden verletzt und insgesamt 17 Personen gefesselt zurückgelassen.[170] Bin Ladens Identität wurde nach Angaben der US-Regierung mit einer DNA-Analyse festgestellt und sein Leichnam noch am 2. Mai 2011 an geheimer Stelle von Bord eines Flugzeugträgers im Arabischen Meer bestattet.

Erste Angaben, wonach Bin Laden am Feuergefecht beteiligt gewesen sei, korrigierte die US-Regierung wenige Tage später: Er sei unbewaffnet gewesen. Jedoch hätten sich ein Sturmgewehr und eine Pistole in seiner Reichweite befunden, und er habe keine Anzeichen gezeigt, sich zu ergeben. Daraufhin sei er erschossen worden.

Das Vorgehen der USA wurde international häufig als mit dem Völkerrecht undRechtsstaatlichkeit unvereinbare Exekution kritisiert. Am 4. Mai 2011 erklärte die US-Regierung dazu, die Erstürmung und Tötung sei in voller Übereinstimmung mit demKriegsvölkerrecht vollzogen worden. Die Beteiligten hätten Bin Laden wegen der Lebensgefahr für sich nicht lebend festnehmen können. Im Oktober 2014 bekannte sich der ehemalige Navy Seal Robert O’Neill, den tödlichen Kopfschuss auf Bin Laden ausgeführt zu haben, was aber umstritten ist.

„Der US-Journalist und Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh äußert nun aber große Zweifel an jener Version. „Die Geschichte des Weißen Hauses könnte von Lewis Carroll verfasst worden sein“, schreibt er in einem nun veröffentlichten Text. Die USA hätten nicht alleine operiert, wie sie immer behaupten. Hersh stützt sich bei seinem Bericht auf eine hochrangige anonyme Quelle, die eng in die Jagd auf bin Laden eingebunden gewesen sein soll. Bin Laden habe demnach bereits seit 2006 unter strenger Beobachtung des pakistanischen Geheimdienstes ISI gestanden, wie der „Blick“ auf seiner Seite berichtet. Ein Mitarbeiter jenes Geheimdienstes soll es schließlich auch gewesen sein, der den Amerikanern für eine Belohnung von 25 Millionen Dollar den Aufenthaltsort bin Ladens verraten habe. Dieser Mitarbeiter soll inzwischen sogar als Berater für die CIA tätig sein. Die USA hatten bisher behauptet, das Versteck bin Ladens über das Kurier-Netzwerk des Terrorfürsten aufgespürt zu haben.

Die USA und Pakistan hätten sich schließlich auf einen pikanten Deal geeinigt. Die amerikanischen Spezialeinheiten hätten die Erlaubnis gehabt, bin Laden zu fassen, sollten es aber so aussehen lassen, als wäre der frühere al-Qaida-Führer bei einem Drohnenangriff gestorben, wie der „Blick“ weiter schreibt. In der Nacht des Zugriffs hätten die Pakistani ihre Wachleute vom Haus bin Ladens abgezogen, die US-Einsatzkräfte hätten freie Bahn gehabt. Doch dann sei es zu einem folgenschweren Unglück gekommen, schreibt der „Blick“ weiter: Einer der eingesetzten Black-Hawk-Helikopter ging in Flammen auf – die US-Spezialeinheiten waren dadurch enttarnt. Nun musste alles sehr schnell gehen: Die US-Soldaten stürmten das Haus, in dem sich bin Laden zu diesem Zeitpunkt mit seiner Familie befand und erschossen ihn. Er sei regelrecht hingerichtet worden. Über die pakistanische Hilfe sei anschließend kein Wort verloren worden.“ – so der FOCUS.