in Politik

Die Machtverhältnisse im Vatikan offenbaren sich von Tag zu Tag mehr. Nun ist der Benedikt-Getreue Georg Gänswein, Kurienerzbischof aus Deutschland, von Papst Franziskus „als Präfekt des Päpstlichen Hauses“ beurlaubt worden, wie der Focus berichtete. Die Freistellung würde auf „unbestimmte zeit“ gelten. Dies wiederum zeigt nach Ansicht von Beobachtern die Konfliktlinien im Vatikan.

Franziskus gegen Benedikt

Franziskus und Benedikt, dessen Rücktrittsgründe noch immer nicht als gesichert gelten, sind sich dem Bericht nach nicht besonders nahe. Benedikt sei der menschenscheue Intellektuelle aus Deutschland. Der Argentinier, also der amtierende Papst Franziskus, würde Fussball und Tano nahestehen.

Benedikt wird übel genommen, er würde sich aus seinem Ruhestand immer wieder in die aktuellen Geschehnisse einmischen. So habe er zum Thema Zölibat kürzlich geschrieben, die Priesterweihe ohne Zölibat bzw. von Verheirateten würde der Kirche schaden. Diese Äußerung kam den Stellungnahmen von Franziskus zuvor, womit sich wiederum die Frage stellt, a) welche Position Franziskus eingenommen hätte und b) wie groß der Einfluss von Benedikt noch ist. Tatsächlich rechnen jedoch Beobachter damit, hier tobe lediglich der Machtkampf an einer bestimmten Stelle. Wir haben verschiedentlich über Hintergründe berichtet.

„Wieder geht es um das Thema Kindesmissbrauch innerhalb von Kirche und Vatikan. Der ehemalige Vatikan-Botschafter in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen Papst Franziskus und fordert offen dessen Rücktritt. Vigano wirft dem Papst vor, von dem mutmaßlichen Missbrauch von jungen Männern in einem Priesterseminar durch den US-Kardinal Theodore McCarrick gewusst zu haben. Der heute 88-jährige soll zudem Minderjährige missbraucht haben.

Viele Gläubige dürften sich indes fragen, wieviel der Papst über diesen Missbrauch und eventuell weitere tatsächlich weiß. Papst Franziskus sagte vor Journalisten auf dem Rückweg von seiner Irland-Reise, „er werde dazu kein Wort sagen“. Vigano wirft dem Papst vor, die Vorwürfe gegen Theodore McCarrick ignoriert und Strafmaßnahmen gegen den Kardinal aufgehoben zu haben. Papst Benedikt XVI hatte die Strafmaßnahmen gegen McCarrick wegen „stark unmoralischen Verhaltens gegenüber Seminaristen und Priestern“ verhängt.

Das Schreiben des Ex-Vatikan-Botschafters Vigano wurde in mehreren katholischen Publikationen in den USA veröffentlicht. Vigano fordert darin den Rücktritt des Papstes. Franziskus solle als gutes Beispiel vorangehen und mit all den Kardinälen und Bischöfen zurücktreten, die das Verhalten McCarricks gedeckt hätten. Der Papst selbst habe McCarrick „bis zum bitteren Ende gedeckt“, empört sich Vigano.

Franziskus verteidigte sich vor den Journalisten. Aufgrund der unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der Bischöfe, sei sein Plan, ein Sondergericht für den Missbrauch von Minderjährigen einzusetzen, nicht umsetzbar gewesen.

Auch in Irland wurde Franziskus mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Aus Protest gegen die mangelnde Zusammenarbeit der vatikanischen Kurie im Kampf gegen Missbrauch mit der päpstlichen Kinderschutzkommission „Come una madre amorevole“ (Wie eine liebende Mutter), trat im vergangenen Jahr eine Frau aus der Kommission aus, die als Kind in Irland Opfer von Kirchengeistlichen wurde. Sie beschuldigte den Papst, gegen die Einrichtung von Sondergerichten zu sein.“ Weitere Kirchenanalysen finden Sie hier….

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  • Die Papst-Krise: Rauswurf des Benedikt-Getreuen – Die Welt

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