in Politik

Auf meinem Facebookaccount trudeln gerade Filme und Fotos herein. Quelle? Unbekannt. Rechte auch. Kann sie deshalb  nicht veröffentlichen – aber beschreiben: 8.5.2014 – Transport deutscher Panzer Richtung Osten bei Tschechien, Brno. Erkennbar: Panzertransporter mit Leopard 2-Panzer. Vom gleichen Tag: Panzertransporte mit der Bahn, Aufnahmen aus Nürnberg. Erkennbar: mehrere Kampfpanzer, Panzerhaubitzen und Versorgungspanzer für Artilleriemunition. Ein weiteres Video zeigt Panzertransporte am Wiener Handelskai – ebenfalls Richtung Osten. Diese Meldung, die im Internet für viel Aufregung sorgte, ist eine Falschmeldung – die Panzer fahren Richtung Deutschland (siehe Freitag).

Erinnert daran, dass die Wahrheit immer das erste Opfer des Krieges ist – und man deshalb besser vorher genau hinschaut.

Wir brauchen allerdings keine unklaren Aufnahmen rollender Panzer, um die Kriegspläne der Nato erkennen zu können. Es reicht die normale Lektüre von Leitmedien – und die Informationen, die nebenher transportiert werden. Kein Grund hysterisch zu werden, jetzt jeden Panzertransporter im Internet zu beobachten: die Nato hat sich schon längst entschieden, eine lang andauernde Konfrontation mit Russland zu beginnen – auch militärisch.

Angela Merkel hatte das versprochen und eine Solidaritätsadresse beim britischen Oberhaus hinterlassen. Am 27. 2.2014 erklärte sie dem britischen Parlament um 13.49 Uhr, siehe Spiegel:

Deutliche Worte von der Bundeskanzlerin: Europa stehe der Ukraine bei, „wenn es darum geht, Recht und Freiheit zu schützen“, sagte Angela Merkel am Donnerstag in einer Rede in London.

Um 13,56 Uhr  fällt das Wort Krieg:

In ihrer Rede vor dem britischen Parlament sagte Merkel mit Blick auf die Ereignisse in Russland und der Ukraine, 100 Jahre nach dem Ersten und 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sei ein Krieg mitten in Europa nicht mehr denkbar.

Wie Frau Merkel (oder ihre Redenschreiber) sicherlich wissen, nimmt das Unterbewusstsein das Wort „nicht“ nicht wahr. Selbst aber wenn das eine Legende ist – auch für den Verstand steckt hier eine Botschaft: denken könnten wir uns den Krieg nicht … aber „passieren“ könnte er trotzdem. Wäre er wirklich undenkbar – es wäre müßig, das Thema während einer Krise überhaupt anzusprechen.

Die Botschaft zwischen den Zeilen ist deutlich: geht es gegen Russland, ist Deutschland mit dabei!

Dieser Auslegung muss man nun nicht folgen – doch die folgenden Ereignisse bestätigen sie. Zwei Monate später sind deutsche Soldaten in der Ukraine unterwegs. Ihr Mission erläutert Oberst Schneider im Bayrischen Rundfunk:

Er “schaut auf reguläre Kräfte” “in welchen Zustand sie sind, was sie leisten können”, ob sie “offensiv oder defensiv ausgerichtet” sind, sein Trupp  “geht in die Einheiten,” eruiert “Selbstbewusstein” und “Schlagkraft” der Truppen und beantwortet vor allem die Frage:

„Wie dieser Beitrag im politischen großen Bild eingesetzt werden kann“

Hierzu beantwortet er Fragen zum “Ausbildungsstand”, zur “Identifikation mit dem Land” kurzum zur

“Bereitschaft, für das Land in den Einsatz zu gehen”

Das diese Überprüfung der Einsatzbereitschaft der ukrainischen Armee Teil einer militärischen Planung ist, wird ebenfalls bestätigt. Auf die Frage, warum die Bundeswehr in der Ukraine überhaupt unterwegs ist, will er nicht so richtig antworten:

Die Entstehungsgeschichte und den entscheidenden Punkt an welcher Stelle man das in die Hände der Bundeswehr gegeben hat den kann ich jetzt so schnell nicht herzitieren. Es ist aber so das wir alles sehr eng mit unserem Auswärtigen Amt koordninieren, und dann lernen wir voneinander, wie Diplomatie und militärische Planung gut zusammenlaufen können.

Muss man noch die Frage stellen, warum ein deutscher Oberst auf einer bilateralen Militärmission ohne Uniform durch die Ukraine reist und welche militärischen Planungen der dort vornimmt – neben der Überprüfung der Einsatzbereitschaft der ukrainischen Armee? Ist ein Krieg undenkbar – ist es völlig uninteressant, in welchen Dimensionen man in seinen Planungen auf die Truppen der ukrainischen Armee zurückgreifen kann.

Aber offensichtlich ist er gar nicht undenkbar. Offensichtlich laufen die Planungen zu diesem Krieg ganz offen vor unsern Augen ab.

Wir wissen auch genau, ab wann er gestartet wird und wie lange er dauert. „Diplomatische Kreise“ haben das dem Spiegel erläutert – und er hat es am 6.4.2014 veröffentlicht:

Hintergrund ist die Nato-interne Debatte um eine strategische Neuausrichtung des Bündnisses, die sich an einer anhaltenden, auch militärischen Konfrontation der Nato mit Russland orientieren soll. Sie wird, so verlautet es aus diplomatischen Kreisen, anders als bislang geplant im Zentrum des Nato-Gipfels der Staats- und Regierungschefs im September stehen.

Es ist völlig egal, ob Putin Frieden will oder nicht. Es ist völlig egal, ob es jetzt zum Krieg um die Ukraine kommt, oder nicht. Es ist völlig egal, ob jetzt Panzer durch Deutschland, die Tschechei und Österreich rollen oder nicht: im September setzt sich die Nato zusammen und wird ihre Strategie neu ausrichten. Diese Strategie wird sich an einer anhaltenden, auch militärischen Konfrontation mit Russland orientieren, was im Prinzip schon jetzt eine Kriegserklärung der Nato an Russland darstellt.

Ganz offiziell – in aller Öffentlichkeit.

Da macht es auch Sinn, dass der Bundeswehroberst durch die Ukraine reist und die Einsatzbereitschaft der Armee begutachtet: im September brauchen die Strategen eine konkrete Aussage, wie viele Fähnchen die Stabschefs der Nato für ukrainische Verbände auf den Kartentisch stellen können. Militärische Planung benötigt halt Kampfkraftanalyse der Verbündeten – sonst droht nachher ein neues Stalingrad.

Am Ende des Interviews mit dem bayrischen Rundfunk wird Oberst Schneider gefragt, ob er glaubt, dass es zu militärischen Auseinandersetzungen kommt. Die Antwort des geschulten „Spezialisten“ spricht Bände:

Das könnte ich jetzt so weder mit ja noch mit nein beantworten. Wir überwachen, wir bewerten, immer in kleinem Rahmen, aber ich glaube, ein bewaffneter Konflikt gehört ganz ganz ganz ans Ende von Optionen“.

Ich kann das mal übersetzen: jetzt vielleicht …. aber später ja. Ganz am Ende der Optionen stand schon damals die Möglichkeit eines Krieges der Nato gegen Russland. Ab September wird die strategische Neuausrichtung des Bündnisses dafür sorgen, dass diese Option auch mit Sicherheit Realität wird – nur der Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Dass nun die militärische Option gewählt wird, ist reinweg logisch. Putin hatte durch drastische Reduktion der Staatsverschuldung verhindert, dass die Kapitalmärkte ihren Herrschaftsbereich auf Russland ausdehnen. Der ursprüngliche Plan zur Vernichtung der russischen Wirtschaft war gescheitert. Bekannt ist das seit 1992.

Im Herbst 1992 erläuterte mir ein russischer Wirtschaftswissenschaftler „Wir leben in Russland in einer Nachkriegssituation, aber es gibt keinen Wiederaufbau. Der Kommunismus und das Reich des Bösen sind besiegt, aber der kalte Krieg, obwohl offiziell beendet, hat seinen Höhepunkt immer noch nicht erreicht. Den G-7-Staaten geht es darum, das Herz der russischen Wirtschaft, den militärisch-industriellen Komplex und unsere High-Tech-Industrien zu zerschlagen … Das Ziel des IWF-Wirtschaftsprogrammes ist es, uns zu schwächen und die Entwicklung einer rivalisierenden kapitalistischen Macht zu verhindern. (aus: Global Brutal, Michel Chossudovsky, 1.Auflage 2002, Seite 261).

Der Höhepunkt des kalten Krieges wird der Krieg gegen Russland sein – wie seit 1945 geplant. Man wähnt Russland jetzt schwach genug, um den Waffengang wagen zu können. Fals es schiefgeht, lagert in Spitzbergen jetzt schon Saatgut für den Wiederaufbau – siehe Wikipedia:

Erklärtes Ziel der Initiative ist eine möglichst vollständige treuhänderische Aufbewahrung der 21 wichtigsten Nutzpflanzenarten wie Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln, Äpfel, Maniok, Wasserbrotwurzel oder Kokosnuss

Jetzt ist also auch das ganz große nukleare Spiel denkbar geworden – und immerhin: in Hiroshima und Nagasaki wohnen ja auch wieder Menschen.

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Kommentar

46 Kommentare

  1. Könnte auch Kalkül sein.

    Denn man kann davon ausgehen, dass Rußland Sateliten im Orbit hat, welche natürlich potentielle Aufmarschgebiete im Westen permanent scannen.

    Das weiß auch die Nato. Truppenbewegungen in dieser Zone können somit ein Signal sein, eine Drohgebärde.

    Putin spielt diese Nummer drüben an der ukrainischen Grenze bekanntlich genauso.

    Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.

    Ungeachtet dessen ist die Kriegslüsternheit des Pentagon vor dem Hintergrund seiner wirtschaftlich-finanziell desaströsen Lage natürlich offensichtlich.

    Vermutlich versucht die usraelische Mischpoke dort einen Stellvertreterkrieg zu provozieren. Die Anheizerei in den BRD-„Qualtätsmedien“ spricht da Bände.

    • @Richard: wir reden hier nicht von einer Schwalbe, wir reden hier zentral von einer Absichtserklärung „diplomatischer Kreise“ für einen langen zukünftigen Zeitraum. Und wie es aussieht, sind die ersten Truppen schon in der Ukraine aktiv: 400 Söldner. CIA- und FBI-Mitarbeiter sind aktuell in Kiew aktiv. Und das ist nur das, was aus „öffentlichen“ Quellen zu erfahren ist.

      • Die feindliche Ausrichtung der Nato begann m.E.n. ab dem Augenblick, als der Nationalist Putin die Macht übernahm, die Übernahme Rußlands durch den IWF stoppte und den industriell-militärischen Komplex Rußlands vor dem Zugriff der Wallstreet rettete.

        Deren Handlanger Cholodkovsky ging ins Gefängnis und der IWF wurde aus dem Land gejagt.

        Damit war die Rückkehr zur Selbstbestimmung Rußlands eingeleitet und es somit ein potentielles Ziel der usraelischen Kapitalmafia.

        Das ist aber alles nichts Neues.

        Eine wesentliche Neuausrichtung sehe ich da weniger, es könnte aber natürlich sein, dass die usa jetzt verstärkt die MIlitärkarte gegen Rußland spielen will – viel Anderes hat sie ja nicht mehr.

          • Ja, zweifellos! Putin führt Rußland in die Unabhängigkeit. Das mag die Zockerbande überhaupt nicht.

            Putin – most hated person of wallstreet!

            Verschärft wird die Situation noch mit dem Entkoppeln der Wirtschaft vom Petro-Dollar zwischen immer mehr östlichen Staaten.

            Und auch das Energie-Oligopol gerät zusehends ins Wanken. Prof. Turtur hat jetzt sogar ein Buch mit Herleitung und Bauplänen zum Raumenergie-Konverter veröffentlicht.

            Die dunkle Seite der Macht gerät unter Druck…

  2. Die aktuellen Transporte von Material dürften eine Vorbereitung auf die NATO Manöver in den osteuropäischen Staaten sein. Eine ganz klare Provokation gegenüber Russland von denen man Deeskalation fordert.

      • @Redaktion: In Rumänien üben nur 12 Flugzeuge – das meinte ich nicht. Mir fehlen die Panzermanöver in Rumänien, die die Truppenbewegungen erklären sollen. Spring Storm findet jährlich statt … ist also erstmal auch nicht außergewöhnlich, die Zahl der beteiligten Truppen ist ebenfalls recht klein – wenn ich wsws glauben darf. Allerdings sollte klar sein: Deeskalierend ist das nicht. Da aber FBI und CIA schon direkt in Kiew vor Ort sind (mit 400 Profikillern – wie ich die Söldner jetzt mal unmaskiert nennen möchte), spielen meiner Meinung nach die kleinen Grenzmanöver weniger eine Rolle.

          • @Redaktion: die Meldung von rt – wenn da so der Realität enspricht – nennt gerade mal 60 Flugzeuge – verteilt auf mehrere Länder. Wäre mir zu wenig, um einen Alarmknopf zu drücken. Jawtex in Deutschland allein hat 4500 Mann – und ist auch nur eine kleine Übung. Ich sehe eher die langfristigen Strategie als Gefahr an – und die lautet eindeutig „Krieg“. Es sei denn, die „diplomatischen Kreise“ haben den Spiegel angelogen. Allerdings scheint mir das Umfeld dagegen zu sprechen – die Meldung passt einfach zu schön in eine seit 1992 andauernde Entwicklung – und in jene Strategie, die John Perkins in seinen „Bekenntnissen eine Economic hit man“ aufgezeigt hat: wenn gar nichts mehr geht, kommt das Militär, um die Konkurrenz auszuschalten.

  3. Putin sieht mit seinen sehr sehr fähigen Beratern alles das sehr klar. Verdächtig ist, dass man viel zu wenig von russ. Seite warnt. wieviel Lobby in Russland kommt das sehr gelegen? die geplanten Rüstungsausgabenbis 2015, in Zeiten einer Rezession wohlbemerkt, sprechen Bände

    • @sc marcos: Moskaus Rüstungsausgaben machen selbst nach der Erhöhung nur einen Bruchteil jener Ausgaben aus, die die Nato vornimmt. Was man – wie ich finde – Moskau zu gute halten muss: die haben nicht weltweit 700 Militärbasen, um ihre Gegner einzukreisen. Merke ich als Land, wie ich eingekreist werden, würde ich auch dazu neigen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Man weiß ja nie …

    • Danke für die Hinweise. Will nicht hoffen, dass auch andere Vermutungen aus stetig lächerlich gemachten „verschwörungstheoretischen Kreisen“ wieder Wahrheit werden. Zum Thema „Gold“ hätte ich gerne weitere Quellen – ginge das?

  4. Die Nato braucht auch erstmal keinen großartigen Truppenaufmarsch. Russland hat so gut wie kein Vorland mehr – und kaum die Kraft, bis Berlin vorzudringen, geschweige denn, bis zum Atlantik. Kommt es zum Krieg, wird er sich in nicht-nuklearen Bereich in den ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes abspielen, bis die Verstärkung aus dem Westen die russische Industrieanlagen eingenommen hat, die nahe zu alle „dicht“ hinter der Grenze liegen – wie Moskau selbst.

  5. Es ist doch beängstigend, dass die Kriegstreiberei seitens der USA und dadurch auch ihrer Vasallen so offenkundig betrieben wird, ohne dass sich das gemeine Volk daran wirklich stört.

    Was offenbar einige übersehen ist, dass es hier nicht „nur“ um USA (inkl. NATO) vs. Russland geht. China hat seine Bereitschaft, Russland als Verbündetem beizustehen, bereits offiziell bestätigt. Russland UND China sind keine Gegner, die man unterschätzen darf. Die militärische Schlagkraft dürfte enorm sein. Ebenso sollte nicht vergessen werden, dass die USA aufgrund ihrer Handlungen der letzten vielen Jahrzehnte weltweit „Feinde“ produziert hat.

    So wäre ein sofortiger „Kriegseintritt“ von Nord-Korea sehr denkbar und wahrscheinlich – gegen die USA…

    • Die Wahrheit ist: die militärische Schlagkraft der Nato und ihrere asiatischen, australischen und südamerikanischen Verbündeten ist der „Manpower“ von China UND Russland überlegen – vorausgesetzt, die USA empfinden sich als „angegriffen“. Hinzu kommt die technische Überlegenheit. So etwas kann schon zu Abenteuern einladen.

  6. Aus sicherer Quelle, deren Name ich nicht kenne weiß ich, dass es sich bei dem hier verorteten NATO- Truppenaufmarsch um eine verdeckte- und von langer Hand seitens der Merkelregierung vorbereitete Waffenlieferung handelt. Die genannten Leopard 2- Panzer landen über den Umweg durch Osteuropa letztendlich auf Lampedusa von wo aus sie getarnt als Flüchtlingsrückführungstransporte direkt nach Saudi Arabien verschifft werden. Wie bitte?? Blödsinn? Na, wenn ich die Tendenz dieses Artikels mal verinnerliche…also…ich meine, vielleicht sollte zumindest die kritische Szene einmal einen Schritt zurück treten um das Treiben aus der Entfernung zu betrachten. Ich lese hier kluge Kommentare, die Wirtschaftsinteressen favorisieren. Das lässt hoffen.

    • Nun – Kernpunkt dieses Artikels ist ein Spiegelzitat aus „diplomatischen Kreisen“. Ist wohl nicht wahr genommen worden. Und die wirtschaftlichen Hintergründe beleuchtete Chossudovsky schon 2002 – ohne großen Erfolg. Mag sein, dass die „kritische Szene“ schon so weit zurückgetreten ist, das sie die Realität nur noch als ganz kleinen Punkt fernab ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen wahrnimmt, der in Wirklichkeit niemanden mehr interessiert.

  7. Hier wird die Frage aufgeworfen, warum alles vor der Öffentlichkeit stattfinden kann und die Bevölkerung schweigt. Ich möchte eine Lanze für die Bevölkerung brechen und darauf verweisen, dass es für einen normal gebildeten Menschen, der nur durchschnittlich an politischen Belangen interessiert ist, eine tatsächliche Unmöglichkeit darstellt, durch den ganzen Informationswust zu steigen. In den Medien erfährt man gar nichts oder nur zielgerichtete Hetze und im Internet ist derzeit jeder der absolute Infobringer. Maximal ein wenig Kenntnis aus Geschichte, was ein Interesse voraussetzt, hilft einem leitfadenähnlich die Richtung auszumachen. Das komplette politische Gesülze der vergangenen 20 Jahre hat die Leute desinteressiert gemacht…

    • @Enrico: nun – dieses Desinteresse der Bevölkerung führt dazu, dass aufmerksame Leser ab und zu einen wertvollen Informationsbrocken erhaschen können – wie die Anwesenheit von 400 Söldnern in der Ukraine: das stand nur in einem Nebensatz, der Spiegel hat dann einen Artikel daraus gemacht. Jeder rechnet inzwischen mit dem Desinteresse – und die paar, denen was auffällt, setzen das dann halt ins Internet. Allerdings kann kaum einer jemanden die Arbeit abnehmen, für seine Informationen selbst verantwortlich zu sein. Die öffentlich-rechtlichen Medien, die früher dafür bürgten, sind heute in einem Netz von Rücksichtnahmen gefangen.

  8. Unzählige Opfer der afganischen Bevölkerung und 3500 tote Soldaten auf Seiten der „Allianz gegen den Terror“. Das ist die Bilanz der militärisch schlagkräftigen NATO nach 13 Jahren Krieg gegen einen Gegner, der noch nicht einmal in der Lage ist, US- Drohnen wirksam zu bekämpfen. Ich frage mal die Experten hier: Wieviel Tote wird es wohl auf beiden Seiten geben, wenn die drei grössten Waffenlieferanten der Welt aufeinander losgehen? Welcher der entscheidenden Politiker wird freiwillig den Rest seines Lebens im Bunker verbringen wollen? Wer glaubt hier allen Ernstes, dass ein Krieg mit Russland auch nur in Erwägung gezogen wird? Und wer profitiert davon, dass wir alle genau das glauben?

    • Nun – die Zahl der Toten wurde schon ausgerechnet, ich hatte sie schon mal erwähnt, aus Zeitgründen hier ohne Verlinkung: bis zu 200 Millionen Tote werden billigend in Kauf genommen .. für den „Fortschritt“. Kriege tilgen auch wunderbar Staatsschulden – und für die Politiker gibt es reichlich Platz auf vielen wunderschönen Inseln, Ranches und Berghütten in den USA und der Karibik. Manche fahren da jetzt schon freiwillig hin, nur um Urlaub zu machen. Ein Krieg mit Russland wird in Erwägung gezogen (siehe oben – das ist ja nicht auf meinem Mist gewachsen sondern ein Zitat des SPIEGEL). Wir sollen ausserdem NICHT daran glauben. Sagt: Angela Merkel in der Westfalenpost. Die Nato plant aber trotzdem – sagt der Spiegel.

  9. @Richard: die dunkle Seite gerät unter Druck – und reagiert irrational immer gleich: im Irak, in Lybien … und vielleicht auch bald in Russland. Unabhängigkeit vom Dollar ist lebensgefährlich – darüber sollte die „Eurozone“ mal gesondert nachdenken.

  10. Dass das diesjährige Bilderberger-Treffen Ende Mai in Dänemark stattfindet, ist kein Zufall. Der Generalsekretär der NATO Rassmussen ist Däne. Dort wird wohl der Krieg gegen Russland geplant. Die Vorbereitungen laufen ja schon.

  11. @Eifelphilosoph:Na klasse. 200 Millionen Tote hast Du schon mal erwähnt. Dumm nur, dass Du vergessen hast, die entscheidenden Politiker zu benennen die diesen Super- GAU billigend in Kauf nehmen. Dumm auch, dass Du vergessen hast, die 400 von Dir erwähnten Kämpfer in der Ostukraine als US- Söldner zu deklarieren (SZ, Spon, NDR). Dummerweise scheint Dir auch entgangen zu sein, dass der Sohn des US- Vizepresdenten, Hunter Biden, in dem Vorstand des ukrainischen Energiekonzerns Burisma platziert wird. Und richtig dumm ist ein Schuldenschnitt durch Krieg. Ca. 200000 Tote und 3000 Milliarden$ hat allein der Irakkrieg bisher gekostet. Einmal abgesehen von unersetzbaren Menschenleben-, glaubst Du, dass der Irak den USA 3Billionen$ geschuldet hat?

    • @Wolfgang Engler: Wenn ich alle Namen aufgeführt hätte, die in diesem Zusammenhang erwähnt gehören, wäre der Artikel ein Buch geworden. Aber in Ordnung, mache ich noch. Dauert ein wenig: bis dahin empfehle ich, Google mal selbst zu benutzen, so lange es noch geht. Stichwort; Kosovo-Krieg, Afghanistan-Krieg, Irak-Krieg, Lybien-Krieg. Dort nach den politischen Entscheidern suchen – und die nach der Unersetzbarkeit von Menschenleben fragen.

  12. @ Eifelphilosoph:
    Sorry. Umgekehrt. Einmal abgesehen von unersetzbaren Menschenleben-, glaubst Du, dass die USA dem Irak 3Billionen$ geschuldet hat?

    • @Wolfgang Engler: Es geht nicht darum, dass die USA Geld aus dem Irak ziehen. So denkt kein CEO. Es geht darum, dass Unternehmen Geld aus dem Krieg ziehen. Haliburton zum Beispiel geht aus durch den Irakkrieg außerordentlich gut. Mir sind die US-Söldner nicht entgangen (aber auch nicht das Dementi der Firma, die hierfür verantwortlich sein soll) und die Information über Hunter Biden haben mir Leser schon längst zugespielt. Hier jedoch geht es um etwas wesentlich Schlimmeres – wie oben beschrieben. Das beunruhigt inzwischen auch Ex-Kanzler Helmut Schmidt. Man braucht ja nicht daran zu glauben – Dumm nur, wenn man die Argumente für die Kriegstreiberei selber bringt.

  13. Einen Krieg der privaten russischen Rothschild-Zentralbank mit der privaten amerikansischen FED ist sehr unwahrscheinlich. Allerdings möchte man die Lagerspaltung vertiefen, um für den dritten Weltkrieg gerüstet zu sein. Was dort abläuft, ist ein vom Tavistock-Institut geplantes Schauspiel, an dem Darsteller auf und abtreten und ihre Sprüche loslassen dürfen.

    Es kann natürlich sein, daß die Herrschenden eine Reduzierung der Population wieder mal beschlossen haben. Aber es sieht so aus, als ob man nur darstellen will, daß die Welt, wie vor dem 2. Weltkrieg gespalten ist. Dabei standen die gleichen Leute hinter den Symbolen, Logen und sonstigen „Männergesangsvereinen“.

  14. Ziel ist es, die Leute an Krieg zu gewöhnen. Der geplante Weltkrieg zur Auslöschung von ca. 90 Prozent der Weltbevölkerung soll spätestens im August 2017 beginnen. Die Meldungen über die Ukraine erinnern stark an das orwellsche Wahrheitsministerium.

  15. Sollte es zu einem Krieg zwischen Nato und Russland kommen, dann wäre dieser wohl der letzte, den die Menschheit miterlebt. Im 21. Jahrhundert mit einer solchen atomaren Rüstung wie sie jetzt besteht, würde der Krieg ein auslöschen aller beteiligten mit sich ziehen. „Wer als erstes schießt, stirbt als zweiter“ trifft es in dem Fall ziemlich gut.
    Die Menschheit kann sich keinen dritten Weltkrieg leisten. Unter keinen Umständen.

  16. Das System der weltpolitischen Meinungsbildung der US-Eliten enthält immanent eine geradezu programmatische Selbstüberschätzung des eigenen Systems, die auch vor den berühmt-berüchtigten Think Tanks nicht halt macht. Der „Rest“ der Welt wird dagegen systematisch unterschätzt, um nicht zu sagen, gering geschätzt, vielleicht mit Ausnahme Deutschlands. So existieren auch fehlerhafte Vorstellungen über die technisch-wissenschaftlichen Standards und Fähigkeiten Russlands, tragischerweise verbunden mit einer Neigung zum Ausblenden historischer Erfahrungen mit militärischen Angriffen auf Russland.
    Fortsetzung folgt!

  17. Die angebliche technische Unterlegenheit des russischen Militärs sehe ich überhaupt nicht, im Gegenteil: Z.B. ist der neue Kampfpanzer T 90, der in Kürze in das russische Heer eingeführt werden wird, allen anderen Panzern weit überlegen, auch dem Leopard 2. Er kann den Gegner viel früher orten als andere und er kann feindliche Panzer aus 5 km Entfernung per Raketen abschießen. Der Leopard hätte gar keine Chance, in Schussweite heranzukommen.
    Dass die neuen russischen Luftabwehrsysteme den westlichen deutlich überlegen sind, ist auch kein Geheimnis.
    Fortsetzung folgt!

  18. Wer z.B. die Leistungsdaten der neueren Kampfflugzeuge Russlands und des Westens vergleicht, stellt fest, dass insbesondere die russischen Suchois z.B. den entsprechenden amerikanischen Modellen in allen Punkten deutlich überlegen sind. Dann gibt es ja noch so neckische Features wie das Blockieren der feindlichen Luftabwehrelektronik, wie es die Russen gerade einem vorwitzig im Schwarzen Meer herumfahrenden amerikanischen hochmodernen Zerstörer eindrucksvoll demonstriert haben. Woraufhin 24 Matrosen völlig demoralisiert sofort gekündigt haben sollen. Solche Vorführungen scheinen aber wichtig zu sein, weil das ja sonst keiner glaubt.

  19. Man könnte noch weitere Beispiele anführen, aber ich möchte vor allem auf die Tatsache hinweisen, dass seit den Zeiten des Mongoleneinfalls noch jeder Einmarsch in die russischen Weiten mit einer vernichtenden Niederlage geendet hat. Das hat zwei Gründe:
    Erstens besitzt der russische Soldat eine ganz andere Kampfmoral, wenn seine Heimat angegriffen wird, als wenn er selber in fremde Territorien eindringt (Afghanistan). Zweitens verlieren in Russland eindringende Armeen aufgrund der riesigen Entfernungen buchstäblich ihre Kraft. Die Erfahrung musste nicht nur die deutsche Wehrmacht machen. Auch die Tragödie der napoleonischen Armee bei ihrem Russlandfeldzug ist jedermann bekannt. Dem Schwedenkönig Karl XII war es vorher nicht besser…

  20. Er hatte noch in der Nähe seiner eigenen Heimat sehr beeindruckende Erfolge gegen russische Übermacht errungen (bei Narva hatten 7000 Schweden 40000 Russen mit einem Überraschungsangriff in die Flucht geschlagen). Aber dann war er leichtsinnig oder überheblich genug, mit seinem Heer bis kurz vor Kiew vorzudringen (wo seine Vorfahren das erste russische Reich geründet hatten). Der sehnlichst erwartete Nachschubtransport mit unzureichender Bedeckung wurde unterwegs abgefangen und damit war es zu Ende mit der Herrschaft des berühmten Kriegerkönigs.
    Der NATO werden diese Dinge bewusst sein, aber dann gibt es Leute, die argumentieren damit, dass die russische Rüstungsindustrie in erreichbarer Nähe in den westlichen Landesteilen liegt.

  21. Ich sage dazu mal etwas Radikales: Wenn es sein muss, dann zieht sich der Russe mit seinen Kalaschnikows so weit nach Osten zurück und verteilt sich in den Riesenraum des Landes, das eigentlich mehr ein Kontinent ist, dass jedem Aggressor dort nur eine Option bleibt: zu verbluten. Niemand hat die Ressourcen und die Ausdauer, eine solchen Krieg gegen eine entschlossene russische Bevölkerung zu gewinnen.
    Selbst ein Atomkrieg würde zwar mit der völligen Auslöschung der USA und möglicherweise großflächiger Verwüstungen in Europa enden, aber in Russland würden immer noch Inseln übrigbleiben, auf denen vielleicht auch menschliches Leben weiterhin möglich wäre.