in Politik

Italien steht vor einem sogenannten Defizit-Verfahren. Das Land erfüllt die Stabilitätskriterien des EU-Vertrags nicht und hat unter anderem einen Schuldenstand von deutlich über 100 % des Bruttoinlandsproduktes. Die EU-Kommission wird zu einem massiven Sparhaushalt aufrufen. Vor der EU-Wahl war von diesem Verfahren und den drohenden Konsequenzen nicht die Rede. Aus gutem Grund. Jetzt geht es bald rund…

EU-Kommission packt aus….

Die EU-Kommission kann auf Basis der EU-Stabilitätskriterien jederzeit gegen Italien das Verfahren eröffnen und beinahe beliebige Sanktionen aussprechen. Italien hat sich dieser EU-Norm unterworfen. Dass das Land hochverschuldet ist, bestreitet niemand. Die Kommission jedoch kann beispielsweise die Neuverschuldung und damit einhergehende Investitionen in die Infrastruktur, in Straßen, Schulen und Universitäten unterbinden.

Die EU-Kommission kann zudem Hilfsprogramme im Süden Italiens einschränken lassen, ganz so, wie es Brüssel möchte. Genau dies wird zur nächsten Regierungskrise in Italien führen, mutmaßen Beobachter. Giuseppe Conte als Premier hatte bereits mit seinem Rücktritt gedroht. Noch ist er im Amt. Er geht jedoch davon aus, dass das Defizit-Verfahren Italien „sehr weh tun“ würde.

Doch die Wirkungen gehen darüber hinaus. Aktuell sind Anleihen aus Italien noch mit einem vergleichsweise kleinen Renditeaufschlag versehen. Je größer das Risiko der Nicht-Rückzahlung, desto mehr Rendite verlangen Investoren. Durch die Deckung seitens der EZB, der Europäischen Zentralbank, waren die Renditen in Italien handhabbar. Für bereits am Markt handelbare Staatsanleihen aber würden höhere Renditen bedeuten, dass die Kurse fallen. Bei festem Zins können nur sinkende Kurse für Neuinvestoren die Rendite nach oben treiben.

Wer also Staatsanleihen aus Italien im Depot hat, muss sich auf sinkende Kurse einstellen, die wiederum erst bei Ende der Laufzeit, wenn Italien zurückzahlen soll, keine Rolle mehr spielen würden.

Es ist davon auszugehen, dass auch zahlreiche Versicherungen in italienische Staatsanleihen investiert haben. Dies dürfte unter anderen auch Sparer aus Deutschland treffen. Die Euro-Krise schlägt jetzt erst nach der EU-Wahl durch.

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