Die BAYERN-Wahl wird zum MERKEL-Tag

Die Bayern wählen nun den bayrischen Landtag. Dies sei, so resümiert die „FAZ“, der Einstieg in einen „heißen Herbst“. Die Kanzlerin habe eine solche Phase noch nicht erlebt. Würde die CSU ins „Desaster“ gestürzt, dann würden die „Auswirkungen nicht nur für die Christsozialen verheerend sein“, so die Zeitung in ihrem Vorausblick.

Merkel mit einer taumelnden Partei

Die CDU selbst würde anfangen zu taumeln. Es gab zwei große Regierungskrisen in den vergangenen Monaten. Nun steht die Partei vor dem Problem, dass auch die Koalitionspartner vor mächtigen Unwettern stehen. Die SPD könnte kippen, wenn Andrea Nahles die zu erwartenden Tiefschläge nicht wegsteckt. Die CSU könnte Horst Seehofer loswerden wollen. Der wiederum steht für die „alte Politik“ der Union, die auch Angela Merkel betreffen würde.

Horst Seehofer verteidigt sich jetzt schon: „Wir haben alles Menschenmögliche getan“, weiß er. Markus Söder hat in den vergangenen Stunden ebenfalls zur Friedenspfeife gegriffen. „Am Sonntag ist eine Bayernwahl, keine Berlinwahl“, lässt er wissen. Fünf oder zehn Sekunden am Sonntag reichten, und es würden fünf Jahre des Landes „geprägt“.

Die CDU selbst verweist eher auf den Ausgang der Hessen-Wahlen am 28. Oktober. Wenn es nicht gelingt, die Hessenwahl zu gewinnen und Volker Bouffier als Ministerpräsident im Amt zu halten, dann wird es eng für die Kanzlerin. Es gelte als nicht unwahrscheinlich, heißt es, dass die Kanzlerin sich Anfang Dezember beim CDU-Wahlparteitag dann gar nicht mehr zur Wahl stelle.

Wie die Wahlen ausgehen, ist offen. Die CSU meint mittlerweile, magisch sei die Marke von 35 %. Darüber könnten sich möglicherweise sowohl Seehofer wie auch Söder noch im Amt halten. Ein „Gemetzel“ solle es auch nach der Wahl nicht geben. Die Aussichten für Söder allerdings gelten erst dann als schlecht, wenn die Partei auf weniger als 30 % fallen würde. Dies gilt als unwahrscheinlich.