in Gesellschaft

Die Weltbank ist auf globaler Ebene der größte Akteur in dem seit Jahrzehnten stattfindenden Kampf gegen die Armut. Als eine Bank händigt sie Kredite an Länder und private Akteure, um so Wirtschaftsleistungen zu erhöhen und folglich den Lebensstandard in armen Ländern zu heben. Der Fokus der Bank liegt dabei primär auf makro-ökonomischen Investitionen wie die Infrastruktur, große Energiekraftwerke oder Staudämme. Dies geschieht kollektiv im Rahmen der World Bank Group, welche sich aus mehreren Untergruppen zusammensetzt.

Während Offizielle der Weltbank vom Erfolg der Theorie ihrer Arbeit überzeugt sind, widerlegen Kritiker, NGOs und Bauern den Erfolg der Weltbank mit Beispielen aus den Empfängerländern. Dieses ‘Fehlschlagen’ der Politik wird von Seiten der Weltbank jedoch vehement abgelehnt: “Es macht mich traurig, wenn ich sehe, wie die Pionierarbeit und die politischen Errungenschaften der Bank angezweifelt und negativ betrachtet werden. […] Die Ärmsten werden den Preis dafür bezahlen”, sagte noch kürzlich ein ehemaliger hochrangiger Weltbankmitarbeiter in einem ‘Verteidigungspapier’ der Bank im Jahr 2014.

Eine neue Untersuchung des ‘International Consortium of Investigative Journalism (ICIJ)’ hat nun herausgefunden, dass von der Weltbank finanzierte Projekte für die physische oder wirtschaftliche Vertreibung von rund 3,4 Millionen Menschen allein in Afrika und Asien verantwortlich sind. Im Detail:

  1. Weltbankprojekte haben die Vertreibung von 3,4 Millionen Leuten zur Folge, durch Vertreibungen aus dem Haus, Zerstörung von Land und Schädigung des Einkommens.
  2. Damit ist die Weltbank mit ihrem Ziel zur Beschützung der Armen fehlgeschlagen.
  3. Es wurden Regierungen unterstützt, die mit Vergewaltigung, Mord und Folter bekannterweise gegen Menschenrechte verstoßen.
  4. Zwischen 2009 und 2013 wurden $50 Mrd. in Projekte investiert, die einen großen Schaden der Umwelt zur Folge hatten.

Die Weltbank ist sich dieser Tatsache bewusst. Sie gibt zu, dass das Problem ‘Umsiedlung’ nicht unbekannt ist, doch es sei oftmals unausweichlich, um wichtige Energie- oder Infrastrukturprojekte zu realisieren. “Wir stehen hinter der finanziellen Unterstützung von Infrastrukturprojekten, inklusive derer, die Landerwerb und unfreiwillige Umsiedlung erfordern”, sagte der Sprecher der Weltbank Theis.

Die Beschlagnahmung von Land und Vertreibungen beschreiben Aktionen, die ohne Erfahrungen damit nur schwer zu begreifen sind. Ein Beispiel soll hier weiterhelfen.

„Im Slum Badia Ost der 5 Millionen Einwohnerstadt Lagos in Nigeria kamen mehr als 100 bewaffnete Polizeikräfte in das Viertel mit dem Auftrag, das Wohngebiet zu räumen. Mit ihren Stücken schlugen sie gegen die Baracken: ‘Wenn euch euer leben lieb ist, verschwindet von hier.’ Tausende Menschen nahmen was ihre Hände tragen konnten und flohen. Die Rausschmeißer marschierten in einer Linie durch das Viertel, rissen die Gebäude nieder und nach wenigen Stunden war die alles ruiniert.“

Auch wenn es sicherlich Erfolge gibt, ist das eine nicht zu tollerierende Facette der Armutsbekämpfung. Aber da alles seinen Preis hat müssen manche in den sauren Armutsapfel beißen, den man eigentlich zu beseitigen versucht.

*Die Grafik ist Ergebnis der Untersuchung der Investigatoren und ist der Quelle entnommen.

Quelle:

http://projects.huffingtonpost.com/worldbank-evicted-abandoned/?utm_campaign=world_bank_release&utm_source=email&utm_medium=button_top&goal=0_ffd1d0160d-baaf87ecf9-100115993&mc_cid=baaf87ecf9&mc_eid=de03643aa1

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Kommentar

  1. Von einem Wohltätigkeitsverein kann man wohl nicht sprechen: Kredite vergeben heisst nicht das man wem was schenken will.
    Beschlagnahmung (von Land) und Vertreibung werden tolleriert – Perfekt! Warum beschlagnahmt man nicht das Vermögen von z.B. Warren Buffett ? Das verteilt man unter den Leuten – zack – keiner mehr arm und die Leute siedeln freiwillig in schicke neue Villen um.
    So muss nur einer leiden und nicht 3,4 Mio. Und der Buffet darf sogar auch noch ’ne Villa von seinem Geld bekommen – Sind ja keine Unmenschen.

  2. Armutsbekämpfung war nie das Ziel der Weltbank – damit streut man der Bevölkerung nur Sand in die Augen.

    Tatsächlich ist die Weltbank ein imperiales Finanzwerkzeug der usa um Schwellenländer in die Zinsfalle zu locken. Über den IWF werden dann Kredit-Konditionen aufgezwungen, welche die heimische Wirtschaft schutzlos vor der feindlichen Übernahme durch Wallstreet-Konzerne machen.

    Der nächste Schritt ist dann das Korrumpieren der Regierung, so dass diese die Plünderung heimischer Rohstoffe durch eben jene Konzerne zuläßt.

    Am Ende regiert dort CIA-flankiert eine korrupte Regierung, geschmiert von den Konzernen und die Bevölkerung versinkt in Armut – trotz wertvoller Bodenschätze.

    Ein perfides System des Finanzkolonialismus.

  3. warum macht die denn nicht zu wenn die gescheitert ist. der beitrag ist banane. es ist keine bank im park zum sitzen. es ist eine bank mit goldener schrift und ein häuschen mit menschlein die was unternehmen wollen. nicht wandern. die unternehmen viel mit leuten die auch was unternehmen wollen. und nicht mit leuten die nichts machen oder nichts mehr unternehmen können. gescheitert ist sicher keiner der was unternimmt mit Unternehmern.