in Politik

Theresa May, die britische Premierministerin behauptet, dass russische Agenten hinter der Vergiftung des nach England übergelaufenen russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal stecken.

Von Manfred Gleuber – Beleg sei, dass Spezialisten der Britischen Chemiewaffen-Anlage Porton Down in einem Pub in Salisbury, wo die Skripals sich gestärkt hatten, Spuren von „Novichok“ entdeckten. Das Nervengift Novichok soll angeblich nur aus Russland stammen können. Aber weit mussten die Chemieexperten nicht dafür laufen: Porton Down liegt um die Ecke. Zufall?

In Porton Down geschehen seit mehr als Hundert Jahren grauenhafte Dinge. Auch mit Novichoke wurde dort vermutlich experimentiert, sonst hätte man es kaum identifizieren können. „Novichok“ russisches Wort heißt übersetzt „Neuling“ und steht für eine Gruppe von über hundert Nervengiften, die seit den 1970er Jahren in einem sowjetischen Programm namens „Foliant“ entwickelt worden sein sollen.  London leitet daraus eine Verantwortung Moskaus für den mutmaßlichen Giftanschlag in Salisbury ab, der auch ein Unfall oder sogar ein weiteres kriminelles Menschenexperiment sein könnte.

Davon gab es etliche in Porton Down, zehn Autominuten vom besagten Pub entfernt. Trinken in diesem Pub Porton-Down-Chemiker sonst ihr lauwarmes Bier? Haben sie trotz Privatisierungen, die London im Wahn des Neoliberalismus auch auf dem ABC-Waffensektor durchführte, immer noch hohe Standards in der Reinigung ihrer Kleidung bei Verlassen der Giftküche? Fragen, die Journalisten bislang nicht stellten.

Stattdessen wird die Geschichte „Novichoke beweist Russlands Verantwortung“ wiederholt, an der aber Zweifel bestehen: Die New York Times berichtete 1999, dass Novichoke in Usbekistan hergestellt wurde und die USA (!) die ABC-Waffenanlagen dort deinstallierten. Demnach hätten auch die USA diesen Kampfstoff seit 20 Jahren im Arsenal und die Giftlabors von Fort Detrick und Porton Down kooperieren bekanntlich eng miteinander.

Ergo: Theresa May selbst hatte höchstwahrscheinlich Zugang zu Novichoke. Aber hatte sie ein Motiv Skripal zu vergiften? Zumindest schlachtet sie den widerlichen Vergiftungsfall weidlich für die Kampagne der Nato-Staaten gegen Putin aus. Auch in den USA hat man Zweifel an den Britischen Pudeln des MI6 und ihren „Erkenntnissen“ zum Fall Skripal:

„Theresa’s May claims that the Skripals were poisoned with ‚Novichok‘ agents is highly questionable. Her claim that only Russia could be responsible for the Skripal incident is obviously bollocks.“ MoonofAlabama

„Theresas May Behauptung, dass die Skripals mit „Novichok“-Agentien vergiftet wurden, ist höchst fragwürdig. Ihre Behauptung, dass nur Russland für den Skripal-Vorfall verantwortlich sei, ist offensichtlich Schwachsinn.“

Die Britische Regierung ließ im Widerspruch zu diesen Fakten als „Hintergrund“ des Skripal-Falles verlautbaren, Novichok sei ein Nervengift, das die Chemiewaffen Konvention einer chemischen Waffe, giftige Chemikalie und Vorläufer erfüllt. So ist es von den Verboten des Übereinkommens betroffen. Die Chemikalie wurde von weltweit führenden Experten im Verteidigungs Defence Science and Technology Laboratory von Porton Down, einem  akkreditierten Labor im Labornetzwerk OPCW, positiv identifiziert. Russland ist der offizielle Nachfolgestaat der UdSSR. Als solcher hat Russland rechtlich die Verantwortung für die Gewährleistung der Sicherheit für alle ehemaligen sowjetischen Chemiewaffenbestände und Einrichtungen:

  • Novichok is a nerve agent, which meets the Chemical Weapon Convention’s (CWC) definition of a chemical weapon, toxic chemical and precursor. Thus it is covered by the Convention’s prohibitions
  • the chemical was positively identified by world-leading experts at the Defence Science and Technology Laboratory at Porton Down, which is one of the accredited and designated labs in the OPCW laboratory network.
  • Russia is the official successor state to the USSR. As such, Russia legally took responsibility for ensuring the CWC applies to all former Soviet Chemical Weapons stocks and facilities  GOV.UK

    • Novichok ist ein Nervengas, das der Definition der Chemiewaffenkonvention (CWÜ) für chemische Waffen, toxische Chemikalien und Vorläufer entspricht. Es fällt somit unter die Verbote des Übereinkommens.
    • Die Chemikalie wurde von weltweit führenden Experten im Defence Science and Technology Laboratory in Porton Down, einem der akkreditierten und benannten Labors im OPCW-Labornetzwerk, positiv identifiziert.
    • Russland ist der offizielle Nachfolgestaat der UdSSR. Als solches hat Russland rechtlich die Verantwortung dafür übernommen, dass das CWÜ für alle ehemaligen sowjetischen Chemiewaffenbestände und -anlagen GOV.UK gilt.

So konstruiert London eine recht wackelige Anklage gegen Putin, die die Usbeken und die USA ausblendet -und ohne sich dessen bewusst zu sein selbst auf PortonDown und seine Giftlabors verweist. Wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst zurück, sagt das Sprichwort. Von diesen drei Fingern der Theresa May tropft das Nervengift literweise, könnte man ergänzen.

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12 Kommentare

  1. England bereitet einen Krieg vor, höchstwahrscheinlich. Es gibt Fakten und Beweise, die durch unsere Geheimdienste vorgelegt wurden, aber aus diesem Grunde nicht der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden können. In Ermangelung alternativer Erklärungen wird England verurteilt, bekommt aber danach die Chance, seine Unschuld zu beweisen. Vorerst wird England mit Sanktionen aller friedliebenden Länder belegt und insgesamt 200 Diplomaten weltweit ausgewiesen!
    Satire

  2. Der Pub , wo die beiden Geschädigten ihren Kaffee tranken liegt nur einen Steinwurf entfernt von einer der größten Giftküchen in GB . Hier werden seit Jahrzehnten Versuche mit Giften, die selbst der Teufel meidet, durch geführt. In der Anlage in Porton Down liegt so nahe an den Unfallort, dass die ganze Sache in einen völlig neuen Licht darstellt.Hatte sich vielleicht ein Mitarbeiter aus dieser Chemie Bude nicht richtig die Hände gewaschen, oder war das alles geplant.

  3. Keine Nation der Welt hat nach dem Verlust seiner „Kolonien“ einen derart dramatischen wirtschaftlichen Niedergang erleben müssen wie das U.K…..England ist ja nur ein kleiner Teil davon….
    Beispiel : verwandte aus England schickten ihren Neffen zur Konfirmation jeweils eine 10 Pfund Banknote…. 1970 = 150 DM // 1972 = 13,50 DM //1973 = 11,50 DM….. jetzt läuft das britische Pfund unter ferner liefen….. Keine eigene Textil – oder Autoindustrie mehr, Kohle wird importiert…
    Der Brexit wird Ihnen endgültig das Genick brechen…. Das dämmert einigen schon…

  4. Wer sich heute die TV-Nachrichten reingezogen hat, konnte eine gewisse Hetze und Genugtuung seitens Herrn Tusk, NATO-Stoltenberg, dem Deutschen Heiko Maas nicht unverborgen bleiben. Hält wirklich jemand die russische Regierung für so blöd, einen Agenten ermorden zu wollen, den sie schon in Haft hatten? Sicher hatte die Sowjet-Union 1970 das Nervengift hergestellt, die Bestände aber unter Aufsicht der UN 1991 vernichtet. Wer sagt denn, dass nicht Kiew oder NSA / CIA ihre Finger im Spiel haben, um so Trump das Handeln gegen Russland aufzuzwingen? Kiew wegen der Krim und der Ost-Ukraine, die US-Dienste wegen Aversionen gegen Trump. Alle wollen Antworten des Kreml, liefern aber, außer unbewiesenen Anschuldigungen, keinerlei Fakten, auf die Herr Putin antworten könnte. Für mich sind da zuviel „könnte, möglicherweise und dgl.“ im Spiel.

    • Ergänzung: Die Labors in Usbekistan wurden mit Hilfe der USA im Jahre 1991 aufgelöst. Die USA haben sich dort sehr engagiert. Weiter brauche ich wahrscheinlich nicht schreiben. Jedenfalls konnten die USA danach neue Forschungsergebnisse im Bereich Nervengifte präsentieren.

    • sehr interessante Sichtweise, die ich soweit noch nicht gedacht hatte: „… um so Trump das Handeln gegen Russland aufzuzwingen…“. Ich denke man versucht in der Tat Trump zum handeln zu bewegen. Bisher hat er sich erfolgreich mit seiner „america first“-Strategie durgemogelt und versucht mit Isolationismus sich dem Kriegstreiben zionistischer Finanzeliten zu entziehen. Trump könnte damit einen Status quo wie vor dem Ersten Weltkrieg herstellen, als die USA mit der „splendid isolation policy“ sich noch weitgehenst selbst regierten.