in Politik

Wir wissen ja jetzt, dass wir in den Zeiten des Dritten Weltkriegs leben. Das konnte man in freien Blogs, politischen Foren und alternativen Medien schon vor einem halben Jahr lesen, aber jetzt ist es offiziell: die deutschen Intellektuellen haben sich im Rahmen eines „Intellektuellengipfels“ im Rahmen eines „Literarischen Salons“ der Universität Hannover dazu bekannt – der Spiegel hatte darüber berichtet.

Endlich kann und darf man offen darüber sprechen, wieso und warum eigentlich unsere Welt gerade dermaßen aus den Fugen gerät, dass die Leute vor lauter Angst nur noch vor dem Fernseher sitzen und Heile-Welt-Serien schauen – Serien, in denen es zwar auch Mord- und Totschlag gibt, aber auch noch echte Helden im Kampf gegen Außerirdische, Dämonen oder den gemeinen Großstadtgangster, Helden, die das Böse einfach besiegen – und zwar immer, auch wenn es oft dramatisch verläuft.

Sie werden nun zurecht sagen: die spinnen, die Intellektuellen. Wir sehen ja überhaupt keinen Krieg vor unserer Haustür! Das einzige, was uns nervt (laut Befehlsausgabe aktueller Tageszeitungen) ist der Streik der Lokführergewerkschaft, aber Krieg?

Nun – vielleicht erinnern Sie sich noch an Napoleon? Ist lange her, aber wir brauchen den Rückblick gerade. Wenn Napoleon einen Krieg führte, so stellt er seine Truppen in Blöcken auf – in Reih´ und Glied. Die jungen und alten Männer standen aufrecht eng beieinander, ihnen gegenüber standen ebensolche Blöcke. Diese Blöcke beschossen sich nun gegenseitig, jeder 30.te Schuss war ein Treffer. Man wählte diese Schlachtordnung einerseits aus Gründen der Disziplin (Menschen schießen im Ernstfall nicht wirklich gerne aufeinander), andererseits aufgrund der Erhöhung der Trefferquote durch Salvenfeuer, aber auch, um die Stimmung richtig anzuheizen: waren erstmal neben einem drei- vier Kameraden gefallen, breitete sich schnell Zorn und Hass aus, den man für den Sturmangriff mit dem Bajonett gut gebrauchen konnte.

Ja – das war mal „Krieg“. Einige technische Neuerungen haben dazu geführt, dass er sich änderte. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg gab es noch die großen Schlachtformationen – aber man ging aufgrund der Verbesserung der Gewehre und der Artillerie (Sprenggranaten konnten üble Dinge mit geschlossenen Formationen anrichten) dazu über, in Schützengräben zu kämpfen. Der amerikanische Bürgerkrieg wurde so zum ersten „modernen“ Krieg und knapp hundert Jahre behielt man dann die neue Strategie bei – mit immer größer werdenden Soldatenhaufen – … und mehr Angriffen auf die Zivilbevölkerung.

Das änderte sich im August 1945: „Massenvernichtungswaffen“ waren endlich so erfolgreich, dass man geschlossene Panzerverbände (die Kavallerie des 21. Jahrunderts) mit einem Schlag vernichten konnte. Nach einigem Zögern (genau sechzig Jahre lang dachte man darüber nach) stellte man fest, dass Hiroshima und Nagasaki wieder blühende Großstädte waren – für jeden Militär das Zeichen, dass es mit dieser „Strahlung“ ja nun wirklich nicht so schlimm sein konnte.

Also änderte man flugs die Doktrin, die angeblich  jahrzehntelang den Frieden gesichert hatte:

„Die Kommandeure im Kampfeinsatz wären für die nuklearen Waffeneinsatz im Kriegsgebiet verantwortlich. Sie hätten die Befugnis, Kommandoentscheidungen im Zusammenhang mit Kernwaffen nicht nur umzusetzen, sondern auch auszusprechen“ (M. Chossudovsky, Das Szenaro eines Dritten Weltkrieges, Kopp-Verlag 2012, Seite 24, zitiert aus: Joint chief of Staffs, „Doctrine for Joint Nukleas Operations“ aus dem Jahre 2005).

Seit 2005 entscheiden nicht mehr Präsidenten über den atomaren Erstschlag, sondern unbekannte, nur taktisch geschulte Divisionskommandeure, die Verantwortung für das nukleare Chaos wurde den Kommissköpfen vor Ort übertragen, was US-Politikern eine große Macht gibt: während man zu Zeiten des Kalten Krieges noch immer mit der großen Keule rechnen musste und sich deshalb auf Nadelstiche … oder sogar auf „vertrauensbildende Maßnahmen“ … verlassen musste, kann man seit 2005 wieder Dolche einsetzen – und erstaunlich offensiv werden.

Natürlich nicht mehr, in dem man wie Hitler einfach andere Länder überfällt: man will ein weiteres amerikanisches Jahrhundert, weshalb man immer und überall nur als Befreier auftritt – „böse Dämonen“ sind immer die anderen. Man weiß aus dem Fernsehen, dass diese Rollenverteilung immer gut ankommt. Bei wallstreet-online fand ich eine interessante Erklärung der nun aktuellen Methodik:

„Gene Sharp hat mit seinen beiden Nichtregierungs-Tarnorganisationen OTPOR und CANVAS zwei Gruppierungen an der Hand, mit deren Hilfe er jederzeit und überall auf der Welt „Aufstände“ gegen missliebige Regierungen anzetteln kann; in Ländern, die sich der von der Wall Street und dem Pentagon verordneten „Neuen Weltordnung“ widersetzen, finden sich immer genügend Leute, die sich mit Bargeld, Versprechungen, i-Pads, i-Phones oder auch nur mit Nahrungsmitteln für eine „Revolution“ gewinnen lassen und dann mit auf das jeweilige Land abgestimmten Transparenten, Plakaten, Nationalfahnen aus früheren Zeiten und anderem Propagandamaterial auf die Straße gehen.“

So was kann man sich erlauben, wenn die nukleare Hemmschwelle so weit herabgesunken ist, dass jeder, wirklich JEDER erfolgreiche Widerstand gegen US-Truppen SOFORT nukleare Vergeltung nach sich zieht.

Wir sehen also: will man heute Krieg führen, muss man die nukleare Option berücksichtigen – und zwar nicht nur wie früher die große, sondern auch die kleine. Gehen wir jetzt mal ins Detail, welche Fronten sich aufgrund geänderter Bedingungen der modernen Kriegsführung sich so ergeben:

Die militärischen Fronten

Hier gibt es drei. Nehmen wir zuerst die Front gegen China, wo sich nach zwei Japanisch-Chinesischen Kriegen im letzten Jahrhundert der dritte japanisch-chinesische Krieg anbahnt. Japan rüstet zu diesem Zwecke schon mal „massiv“ auf (siehe Focus), ein halbes Jahr später sprechen die USA eine „scharfe“ Warnung aus (siehe Welt), China weiß: gewinnen sie gegen Japan, wird es atomar. Das entscheiden dann kleine Flottenkommandeure vor Ort, deren Entscheidungen mit Sicherheit „alternativlos“ sind … oder – wie mitlerweile üblich – aus „Versehen“ „Kollateralschäden“ verursachen. Doch worum geht es bei dem Streit um harmlose Inseln?

Denken Sie mal kurz strategisch und schauen auf eine Weltkarte (z.B. Stepmap): diese Inseln verhindern – entsprechend befestigt – das Auslaufen der chinesischen Flotte in den Pazifik. Im Westen liegen Korea und Japan, im Süden Taiwan, im Südosten die von den USA dominierten philippinischen und indonesischen Inselwelten: die chinesische Flotte wäre eingeschlossen … was die im Prinzip nicht zulassen dürften. Im Handelsblatt spricht eine „Investor-Legende“ ganz offen aus, dass er davon ausgeht, dass „westliche Mächte“ die „verschollene“ Maschine aus Malaysia abgeschossen haben, damit gewisse Informationen China nicht erreichen können: der Krieg dort ist womöglich schon viel heißer, als wir uns vorstellen dürfen.

Die nächste Front richtet sich gegen Russland (wie ebenfalls schon zweimal im letzten Jahrhundert). Nach massiver Unterstützung der prowestlichen Opposition (sogar durch die deutsche Konrad-Adenauer-Stiftung) gelang es, einen Bürgerkrieg in der Ukraine zu entfachen – sogar die Tagesschau sprach schon von einem „mörderischen Krieg“, an dem sich Deutschland erstmal mit Sonderierungsoperationen und  im Anschluss mit Materiallieferungen beteiligte. Die EU-Staaten billigten inzwischen ein Partnerschaftsabkommen mit der Ukraine – eins der Kriegsziele ist erreicht (siehe Spiegel):

Der damalige ukrainische Präsident Wiktor Janukowytsch hatte den unterschriftsreifen Vertrag Ende 2013 auf Eis gelegt, wenig später verlor Janukowytsch im Zuge der Maidan-Revolution sein Amt.

Sogar eine EU-Mitgliedschaft ist in Aussicht gestellt worden, aktuell werden Großmanöver an der russischen Grenze geplant (siehe Spiegel), die – vorausgesetzt, die Meldung stimmt (westliche Medien haben da in letzter Zeit ein wenig geschwächelt, was mehrfach kritisiert und …. zugegeben wurde) – schnell mit angeblich russischen Panzerkolonnen ins Gefecht kommen könnten, die von der Ukraine gemeldet wurden (siehe Spiegel). Nun – von dort wurde auch schon mal der Einsatz russischer Atomwaffen gemeldet (siehe Spiegel), was der Glaubwürdigkeit von „Kiew“ nicht geschadet hat: immer noch wird alles verbreitet, was sich die Leute dort ausdenken … wie zum Beispiel auch die angeblichen massiven Drohungen Putins gegen „Europa“ (siehe Süddeutsche).

Die dritte militärische Front richtet sich gegen den arabischen Großraum: der damalige Nato-Generalsekretär sprach schon martialisch von einer „neuen Schlacht“ (siehe t-online)  (offenbar kennt er auch ältere, die uns noch verborgen bleiben sollen):

„Wir stehen an der Front einer neuen Schlacht, einer Schlacht zwischen Toleranz und Fanatismus, zwischen Demokratie und Totalitarismus, zwischen offenen und geschlossenen Gesellschaften“.

Das die Nato aufgrund der bestehenden Verträge da nichts zu suchen hat, ist kaum noch im Bewusstsein der Nachrichtenkonsumenten, an den Einsatz amerikanischer Bomber im Irak hat man sich ja sowieso schon gewöhnt (siehe „Der Standard„). Die Folgen des Eingriffs von Nato-Truppen im arabischen Raum? Eine unglaubliche Destabilisierung  – wie zum Beispiel in Libyen, wo Räuberbanden die Kontrolle über die Hauptstadt übernommen haben (siehe Spiegel): ein Schlag ins Gesicht all jener, die die Bedeutung von „Staat“ für „gesellschaftlichen Frieden“ noch kennen.

Die ideologischen Fronten

Während die militärischen Fronten noch an der polnischen Grenze halt machen – was sehr bequem ist für europäische Kriegstreiber – tobt der ideologische Krieg auch mitten in Europa … doch kaum einer bemerkt ihn.

Natürlich haben die militärischen Fronten auch eine ideologische Zielrichtung – „Toleranz“ und „Demokratie“ werden verbreitet (die Menschen in Panama, Grenade, in Syrien, Libyen und Irak können ein Lied davon singen – auch die in Afghanisten, im Jemen oder in den östlichen Gebieten der Ukraine): doch hinter diesen Schutzschildern tobt ein „Kampf der Kulturen„, der uns im Alltag ganz persönlich betrifft.

Eine neue Ideologie verbreitet sich da mit unglaublicher Geschwindigkeit, eine Ideologie, die sich mit der grundsätzlichen Solidarität kommunistischer Gesinnungen (was nichts aussagt über den real existierenden Staatskapitalismus im kommunistischen Gewande) und der grundsätzlichen humanen Geistigkeit religiöser Prinzipien nicht vereinbaren läßt (wer oft betet, kauft halt weniger). Die Ideologie wird verbreitet von Unternehmensberatern, Lebenshilfeautoren, Unternehmern, leitenden Angestellten, Lehrern und Millionen von „Gläubigen“ (siehe „Sein.de„):

Da ist zum einen die Vorspiegelung eines absoluten, mit 100prozentiger Sicherheit eintretenden Erfolges (Dr. Murphy: «Positives Denken führt unausweichlich zum Ziel»). Da ist die Tendenz der Positivdenker, dem kognitiven Element (Denken und Sprache) eine übermässige Bedeutung beizumessen (Dr. Murphy behauptet, „dass Krankheit und Leid nichts anderes als die körperlichen Erscheinungsformen destruktiver Denkgewohnheiten sind“). Andere Persönlichkeitsanteile wie Gefühle, Stimmungen, unbewusste Prägungen, energetischer Gesamtzustand usw. werden in ihrem Einfluss auf die Psyche weitgehend ausgeblendet. Der Einzelne wird von Vertretern des Positiven Denkens in manchmal belastender Weise mit der Alleinschuld für alles, was ihm widerfährt, konfrontiert (Erhard F. Freitag: „Es gibt kein Problem, keine Krankheit auf dieser Erde, deren Ursache wir nicht in uns selbst erfahren könnten“).

Das ist die Ideologie des Neoliberalismus – eine Ideologie, die in allen klassischen Demokratien für die Abschaffung sozialer Solidarität sorgt, für die Vernichtung traditioneller Werte des christlichen Abendlandes („Nächstenliebe“) und die eigenartige Aussagen trifft:

Ein nicht mehr zu überbietender Zynismus sowie haarsträubende Ignoranz gegenüber den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ursachen tragischer Menschenschicksale tritt auch zutage, wenn Dr. Joseph Murphy behauptet: „Armut ist eine Krankheit des Geistes“. Millionen von «Kranke» in der Sahelzone, den Favelas der brasilianischen Millionenstädte oder den menschenunwürdigen Müllhalden-Siedlungen am Stadtrand von Mexico City müssen sich als Negativdenker mit „Armutsbewusstsein“ verhöhnen lassen.

Für den Kommunist ist Armut ein Ergebnis von Klassengegensätzen, für den religiösen Menschen eine Prüfung Gottes … oder direkt das Werk des Teufels – in der Welt von „Toleranz“ und „Demokratie“ ist sie nur das Problem des minderwertigen, minderleistenden Individuums, dass sich selbst noch dafür verdammt, dass es so erbärmlich ist – was seine Armut ihm tagtäglich beweist.

Kein Wunder das hier eine lebendige Religion (der Islam ist in dieser Hinsicht bei weitem nicht so handzahm gemacht worden wie das Christentum) ein Hauptgegner werden muss, dem man dadurch begegnet, dass man im arabischen Raum die ordnenden staatlichen Strukturen zerschlägt.

Merken Sie, wie dicht der Krieg nun schon an Sie herangerückt ist? Wahrscheinlich haben sie die „Gläubigen“ schon in der Familie – oder der Nachbarschaft.

Die wirtschaftlichen Fronten

Die militärischen Fronten sind noch weit entfernt, die ideologischen Fronten haben schon einen massiven Einfluss auf die deutsche Sozialgesetzgebung gehabt (wo der Arbeitslose auf einmal selbst dafür verantwortlich ist, für sich einen Arbeitsplatz zu erfinden – am besten noch sozialversicherungspflichtig: die Funktionselite will auch gut leben) und werden tagtäglich in unterschiedlichen Ausformungen von einer ganzen Armee von Unternehmensberatern aller Art vorgebetet und vom Arbeitgeber weiter nach unten durchgegeben, die wirtschaftlichen Fronten jedoch betreffen uns in unserem Alltag aber ebenso direkt.

Natürlich ist Wirtschaft auch eine Waffe im Rahmen der militärischen Konflikte – etwa der Ölpreis, der mutmaßlich infolge geheimer Absprachen der USA mit Saudi-Arabien zu Ungunsten von Russland, Venezuela oder dem Iran stark gefallen ist (siehe Handelsblatt) oder durch die willkürliche Herabstufung ganzer Länder durch US-Rating-Agenturen (siehe Handelsblatt). Natürlich gehören auch die „Sanktionen“ dazu – ein Mittel, dass auch gerne zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland angewendet wird, und eine Methode, die man in früheren Kriegen noch einfach „Belagerung“ nannte – eine Form des Krieges, die zu den „heißen“ Kriegsformen gehört, obwohl dort nicht ein Pfeil oder ein Schuss abgegeben werden muss. Im Irak sind dieser Kriegsform 500 000 Kinder unter 5 Jahren zum Opfer gefallen (siehe Zeitenschrift).

Während Europa und Japan an der militärischen Front noch an der Seite der Aggressoren stehen, sind wir mit unserem europäischem Sozialstaatsgedanken auch schon Feind der ideologischen Auseinandersetzung geworden (auch wenn wir uns sehr bemühen, hier aufzuholen) – an der wirtschaftlichen Front stehen wir jedoch als Feind ganz vorn: unser Wirtschaft und unsere Währung sind den US-Konzernen ein Dorn im Auge – weshalb sie alles daran setzen, den europäischen Wirtschaftsraum zu zerstören und den Euro zu vernichten.

Deutschland spielt hier noch eine außerordentlich gefährliche Zwitterrolle (gefährlich für Deutschland, das sich schon gefährlich weit gegen Russland aus dem Fenster gelehnt hat) wie die Washington Post beschreibt (zitiert bei Heise):

Die deutsche Wirtschaftspolitik ist gefährlicher und zerstörerischer als die jeder anderen Nation. Das Land nutzt seine Dominanz in der Europäischen Union dazu, den kriselnden Staaten im Süden Austerität aufzuzwingen, und verurteilt dadurch mehr als 50 Prozent der jungen Leute in Spanien und Griechenland zur Arbeitslosigkeit. Die deutsche Politik hat den sozialen Zusammenhalt in den Mittelmeerländern erschüttert und dazu beigetragen, dass rechtsextreme Parteien wie der Front National in Frankreich und die Goldene Morgenröte in Griechenland erstarken. Die schlichtweg dumme Haushaltspolitik der Merkel-Regierung beginnt zudem, sogar der deutschen Wirtschaft zu schaden. Der weltweit erfolgreichsten Exportnation fehlt es an Nachbarn, die ihre Produkte noch kaufen könnten.

So ist Deutschland die Speerspitze des Wirtschaftskrieges der US-Konzerne gegen Europa – eines Krieges der aufgrund deutlich erkennbaren Protektionismus seitens der USA schon länger läuft (siehe clubofpolitics).

Das ist aber noch nicht alles.

Die sozialen Fronten

Im Rahmen des globalen Umbaus der gesamten politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Welt kommt auch noch eine ganz besondere wirtschaftliche Front zum Vorschein: die Front des Krieges reich gegen arm; eines in erster Linie aus den USA herüberwachsenden Bürgerkrieges, der sich wiederum aus der besonderen Ideologie ableitet: die reichen (richtig denkenden, richtig fühlenden, richtig wünschenden, richtig handelnden und absolut richtig seienden) Herrenmenschen gegen die armen (falsch denkenden, falsch fühlenden, falsch wünschenden, falsch handelnden und absolut falsch seienden) „Ballastexistenzen“, zu deren Bekämpfung die EU gerade die Grundlagen für einen Militäreinsatz geschaffen hat (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten) – was gerade richtig kommt angesichts der nächsten, aus Europa heranwachsenden Systemkrise (siehe Wiwo).

Dieser Krieg wird Sie persönlich demnächst mit aller Härte treffen: die „Dienstleistung Bank“ wird für Ballastexistenzen in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen: wer nicht mindestens 100 000 Euro auf dem Konto hat, gilt nur noch als lästiges Anhängsel (siehe Focus). Zudem läuft aktuell ein großer Schlag gegen den Sparer (was wohl in erster Linie der Kleinsparer sein dürfte, der nicht nebenbei mal eben Immobilien erwerben kann): offen droht der Anlagestratege der Deutschen Bank mit Strafzinsen (siehe Welt). Extreme Meinungen hierzu sprechen schon von einem „Finanzputsch“ der „unseren Wohlstand, unsere Demokratie und unsere Sicherheit gefährdet“ (aus: Info-shot Nr. 43 zum Finanzputsch von Magister Dr. Matthäus Thun-Hohenstein, österreichischer Bankvorstand, Infos bitte dort anfordern).

Am Ende dieses Putsches werden Ballastexistenzen auch als Kostenfaktoren entsorgt: vollautomatisierte Schiffe (siehe Spiegel), voll automatisierte Kassen (siehe Facility-Management) und voll automatisierte Meldeämter (siehe Kölner Stadtanzeiger) sorgen dafür, dass man von Hilfsleistungen von Negativdenkern mit Armutsbewusstsein immer unabhängiger wird.

Es hat sich einiges geändert seit Napoleon – jetzt steht jeder Mensch auf der ganzen Welt vier Fronten gegenüber (den fast unsichtbaren Kampf um die Rohstoffe haben wir da noch gar  nicht berücksichtigt) – das dürfte wohl die von Herrn Gras getroffene Bezeichnung „Dritter Weltkrieg“ hinreichend legitimieren.

Für Europa hat er übrigens auch deutliche Gefahren ausgemacht (nochmal: Spiegel):

„Nicht die Rechtsradikalen und nicht der Islam gefährden die Demokratie, sondern der um sich greifende Lobbyismus in Brüssel und hier bei uns.“

Da wäre wohl TTIP als weitere Teilfront der Wirtschaftsfront zu nennen.

Und sein Kollege Oskar negt legt noch einen drauf:

„Die Polarisierung von Arm und Reich nimmt zu, es gibt eine wachsende Armee der dauerhaft Überflüssigen.“

Aber gegen diese Armee haben Militär und Regierung ja schon vorgesorgt.

Wer nun mag, darf als fünfte Front noch die Umweltfront hinzufügen – oder als sechste Front die medizinische Front … was den Rahmen aber weit sprengen würde.

Für eine „Dritten Weltkrieg“ haben wir ja auch schon genug Fronten.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar

12 Kommentare

  1. Interessanter Beitrag

    Ergänzend :
    Im vorausschauenden Lissabon Vertrag
    wurde den EU Battletroups schon ein Eingreifen gegen die Bevölkerung auch in EU Mitgliedsstaaten ermöglicht ,
    so wie die Tötung auch von EU Bürgern .
    Francis Fukuyama (Mitglied PNAC)
    hat mit dem „Ende der Geschichte“ das 1000jährige Reich deutlich in den Schatten gestellt
    und Samuel Huntingtons „clash of civilizations“
    hat die Muslime zum kollektiven Feindbild des Westens erklärt .

  2. Junge Menschen sollen also für die westliche Wertegemeinschaft sterben. Was ist das eigentlich? Frauenparkplätz,schwullesbische Hochzeiten, Zerstörung der Familie, Multikulti (außer Islam), Transenshows, Zerstörung der Familien, EU-Diktat? Pressefreiheit, Glaubensfreiheit und gleiches Recht für alle kann es nach den jüngsten Ereignissen ja nicht sein.

    • @Lallajunge: also: von mir aus soll keiner sterben, noch in den Krieg ziehen. Was Sie beschreiben, sind Erscheinungen einer Gesellschaft im Vielfrontenkrieg, die man zum Teil auch anders bewerten kann. Sehr schön aber die Erkenntnis: Islam ist spontan nicht mehr Teil von Multikulti. Seltsam, oder?

      • Einige haben tatsaechlich gemerkt, dass es systematisch gegen die Muslime in der Welt geht. Wird hier die Berechtigung beworben, muslemische Staaten zu ueberfallen um deren Rohstoffe an sich zu nehmen ?

        • Also …. denkbar ist es schon. Aber ebenso ist es plausibel, dass der Islam die letzte überlebende antikapitalistische Ideologie ist, die Menschen begeistern kann (den „Kommunismus“ in China kann ich aktuell nicht mehr so ganz ernst nehmen) – das ist das Übel an der Religion: wer schon einen Gott hat, ist für Mammonismus unempfänglich.

  3. Das was wir hier ERLEBEN, ist Teil des Zykluses. WIR SIND DUAL.
    Die Seele ist nur durch SICH SELBER zu erfahren.Wir sind Teil eines GANZEN. Sich selber der Einsicht, der Liebe, dem Wissen, dem Sein, hingeben um zu Verstehen was WIR SIND. Die Prüfung ist nahe, welchen WEG ( LIEBE o. HASS ) wir gehen wollen. Es gibt NICHTS was VERLOREN gehen kann, aber es gibt Wege, die sehr lange sind.

    http://www.tz.de/bayern/unheimlichen-prophezeiungen-alois-irlmaier-423987.html
    http://www.j-lorber.de/proph/seher/hopis.html

    In Erinnerung an eine Welt der Anteilname und der Bewusstheit im Sein füreinander.

  4. hallo eifelphilosoph

    zugegeben, einen netten artikel haben sie hier verfasst … allerdings hat mich dann doch der exkurs richtung murphy etwas irritiert …. meines erachtes vermischen sie dort 2 völlig unterschiedliche themen …. des einen betrachten sie die welt und kommen zu einem lesbaren ergebnis – eine meinung die sich ja auf grund ihrer natur abgrenzt und somit immer … immer bedingt ist – auf der anderen seite ziehen sie eine grundlegende theorie, die versucht sich an die ursprünge unserer existenz heran zu tasten um gegebenenfalls positiv drauf einwirken zu können, heran, um ihrem weltbild argumentativ die rundungen geben zu können.

    weiter bei #2

  5. #2
    zugegeben …. was aus dieser grundsätzlichen betrachtung gemacht wurde ist gruselig – sie wurde auf das reduziert was man heute auch bei sein.de nachlesen kann – haben sie sich schon einmal gedanken gemacht ob es sich so verhällt wie murphy es beschreibt, das wir durch unser innerstes nicht nur unsere gedanken und handlungen beeinflussen sondern auch in einem viel umfänglicheren rahmen durch unser inneres bild wirken …. könnte das die intension sein die hinter diesem kulturzerstörenden verhalten steht – geht es um unsere visionen von einem möglichen leben was wir zusammen auf dieser erde erleben können … ich denke dort sollte man ansetzten – nicht nur durch kritik und das hervorheben von missständen

    #3

  6. mich interessiert zunehmend die frage – wie wollen wir in zukunft unser leben gestallten …. und viel viel weniger – was machen die anderen falsch –

    die überlegungen die durch dr. murphy möglich sind, sind eine gute grundlage unser prädestinierendes lineares weltbild in frage zu stellen und frei jeglicher kirchlicher doktrin uns um eine adäquate betrachtung unseres seins hinzugeben ….

    das wir nicht nur in eine toilette schaun, sondern schon drin baden ist mittlerweile zumindestens mir offensichtlich …

    wir benötigen zukunftsvisionen – und keine klagen – den das formulieren von mangel bringt ja nach murphy eben genau dieses bild hervor ….

    einen schönen tag noch

  7. #1
    Mir gefällt der Artikel sehr gut, obwohl es hier und da etwas unvollständig und zusammengewürfelt scheint, d.h. der Artikel dürfte ruhig länger sein ;)
    Ein Beispiel, was im Zusammenhang mit der medizinischen Front und dem Konsum noch ausgeführt werden könnte, ist das Thema Ernährung. Die sog. „dauerhaft Überflüssigen“, zu armen und/oder zu unwissenden Konsumenten werden mit überteuerten und gesundheitsschädlichen Konsumgütern in Abfallqualität vollgestopft bzw. stopfen sich selbst voll, um dann die besten Kunden der Pharmaindustrie zu werden. Dies verkürzt nicht nur die Lebenserwartung der sog. „dauerhaft Überflüssigen“, sondern bewirkt, dass sie müde, aphatisch und desinteressiert ihre Lebensumstände hinnehmen und TV schauen.

  8. #2
    Des Weiteren kann diese gesundheitsschädliche Ernährungsweise nicht nur unterschiedlichste und unnötigsten Zivilisationskrankheiten verursachen, wie Diabetes Typ 2, Herzinfarkt, Allergien, Depressionen, AD(H)S, usw., die den Pharmakonzernen die Profite der Zukunft sicherstellen, sondern nebenbei auch zur Zeugungsunfähigkeit, damit sich die sog. „dauerhaft Überflüssigen“ mit der Zeit selbstausrotten.