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Katalanen, die in Barcelona oder anderen katalanischen Städten demonstrieren sind nichts Ungewöhnliches. Aber in Spaniens Hauptstadt Madrid sind diese Demonstranten für eine katalanische Unabhängigkeit ein noch nie dagewesenes Bild. anlass für die Demonstration in Madrid war ein Gerichtsprozess gegen frühere Spitzenpolitiker, denen Rebellion und Aufruhr zur Last gelegt wird.

Erste Großdemonstration von Katalanen in Madrid

Es war das erste Mal, dass der zentral in Madrid gelegene Boulevard Paseo del Prado in die Farben der katalanischen Flagge gehüllt war. Zehntausende Katalanen kamen angereist, um für ein unabhängiges Katalonien zu demonstrieren und ihre Solidarität mit den zwölf angeklagten Separatistenführern, die sich vor Gericht wegen Rebellion und Aufruhr verantworten müssen, auszudrücken.

Es geht um das Volksreferendum zur Unabhängigkeit Kataloniens aus dem vergangenen Oktober 2017. Damals, so lautet es in der Anklage, wollten die Angeklagten durch ein solches, illegales Referendum, den spanischen Staat spalten und hätten im Zuge dessen auch zur Rebellion gegen die Regierung in Madrid aufgerufen. Die Beziehung zwischen der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez und Katalonien (im Nordosten Spaniens) gilt weiterhin als angespannt.

Ehemaligen Spitzenpolitikern aus Katalonien drohen langjährige Haftstrafen

Den zwölf angeklagten, ehemaligen Spitzenpolitikern aus Katalonien drohen langjährige Haftstrafen. Haftstrafen, wegen dem Wunsch nach Unabhängigkeit. Der Prozess selbst läuft dabei schon mehrere Wochen und wird im spanischen Fernsehen live übertragen. Dies solle höchste Transparenz gewährleisten. Nichtsdestotrotz ist der Prozess im Land höchst umstritten. Und das nicht nur unter den Katalanen.

Zur jüngsten Großdemonstration in Madrid kamen die Menschen mit Hunderten Bussen oder eigenen Fahrzeugen. Spaniens Hauptstadt bekam dabei die gelb-rot-blauen Farben der „Estelada“, der katalanischen Flagge, tausendfach zu sehen. Aufgerufen zur Demonstration wurde von der Katalanischen Nationalversammlung (ANC), als auch weiteren Verbänden und Parteien. Dabei erschienen auf der Demonstration auch der katalanische Regionalpräsident Quim Torra und zahlreichen Bürgermeister. „Spanien, höre diesen Schrei nach Freiheit, diesen Schrei nach Unabhängigkeit“, sagte Torra.

Ex-Regionalchef Carles Puigdemont bedankt sich via Twitter

Einer jedoch fehlte. Ein ehemaliger Spitzenpolitiker, der sich der Anklage, dem Verfahren und den Konsequenzen entzog. Die Rede ist von Ex-Regionalchef Carles Puigdemont. Er war einer der treibenden Kräfte im Spätsommer 2017 bzgl. des Unabhängigkeitsreferendums. Puigdemont floh jedoch vor der Justiz ins belgische Exil. Er ließ die Katalanen über Twitter wissen, wie sehr ihn die Demonstration berühre: „Mit Esteladas, auf den Straßen und in fröhlicher Atmosphäre. Danke.“

Es wird erwartet, dass die spanische Justiz mit großer Härte gegen die zwölf angeklagten entscheidet. Die Ereignisse im Oktober 2017 und den Monaten danach, stellten eine massive Krise in Spanien dar. Der spanischen Regierung wird viel daran liegen ein Exempel zu statuieren, das allen künftigen Unabhängigkeitsbemühungen zeigen soll, wie der spanische Staat mit diesen Bestrebungen umgeht.

Autor: Thomas Schmied

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Kommentar

  1. Es wird immer gern vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ geschwafelt – wo es unseren „Eliten“ in den Kram passt! Was man davon halten kann und was solche Sprüche wert sind sieht man, wenn man sich das Trauerspiel um Katalanien anschaut!