in D/A/CH

Die Ärzte in Deutschland sind offenbar mit ihrer Entlohnung nicht zufrieden. Hausbesuche, gerade auf dem Land, wird es künftig nicht mehr geben, wenn es nicht mehr Geld „gibt“, so die Kassenärzte jüngst. Das Gesundheitssystem in Deutschland hat ohnehin zahlreiche Lecks und Pannen. Jetzt kommt offenbar ein neues Problem hinzu. Denn die Versorgung auf dem Land gilt perspektivisch als hochgradig gefährdet. Noch hat Jens Spahn die Gesundheitsversorgung nach Meinung von Kritikern nicht annähernd verbessern können.

Vergütung muss steigen

Dass die Vergütung für Hausbesuche steigen müsse, hat der Chef der „Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)“ damit begründet, dass die Ärzte nur 23 Euro bekämen („etwa“). Eine Fahrpauschale würde die Vergütung auf eine „Größenordnung von 25 Euro“ anheben helfen. Sollte auch noch ein Parkplatz gesucht werden müssen, dann sei schnell eine Stunde Arbeitszeit erreicht. Das Problem umfasst also nicht nur Land-Hausbesuche, sondern ebenso die Versorgung in Großstädten.

Die gesetzlichen Krankenkassen sehen den Umstand aber offenbar anders. Denn die 23 Euro seien lediglich der „Zuschlag“, wenn es zu einem Hausbesuch käme. Die ärztliche Leistung würde ohnehin vergütet und sei in diesem Modell vergessen worden. Die „normale Versichertenpauschale“ würde ebenfalls gezahlt werden und ein weiteres „Extra“ dafür, dass es ein Arzt-Patienten-Gespräch gäbe.

Ärzte verdienten demnach pro Hausbesuch 86 Euro. Bei Besuchen nach 19 Uhr würde der Satz auf 112 Euro ansteigen, nachts würden 131 Euro zu Buche schlage. Zusätzlich erhielten die Ärzte eine sogenannte „Wegepauschale“. Das fiktive Stundenhonorar würde bei mehreren Besuchen pro Stunde sogar noch höher ausfallen. Der Streit allerdings ist damit nicht geklärt. Die Ärzte verweisen darauf, dass die Praxis bei solchen Hausbesuchen geschlossen werden müssten – bei laufenden Kosten.

Die Fakten insgesamt verweisen tatsächlich auf ein enormes Problem. 2009 noch haben 30,3 Millionen Hausarzt-Besuche stattgefunden. 2016 sank die Zahl auf 25,2 Millionen. Das hat offensichtlich Gründe.

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Kommentar

  1. Selbst wenn es 86 € pro Hausbesuch wären, das muss ich auch schon pro Stunde bezahlen, wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe. Hinzu kommen dann noch die Aufschläge auf die Ersatzteile.