in D/A/CH

Am Freitag wurden neun Menschen mitten unter uns in München erschossen. In einem Einkaufzentrum, einem Tempel des Konsums. Der Täter erschoss sich selbst, er war 18 Jahre alt. Es gab zehn Tote.

Die Beiträge der Medien in den Tagen danach suchen nach einem Ausweg, nach einer Erklärung für die vollkommen überforderten Menschen, die zusehen müssen, wie alles Vertraute, alle Regeln die sie kannten und die das Fundament der paar ruhigen Stunden waren, sich in Nichts verwandeln und einfach weggehen. Alle sind verunsichert, fast jede Meinung der Freunde und Nachbarn ist eine, die so oder so ähnlich bereits in den Medien aufgetaucht ist. Ein unermesslich wichtiger und weicher Zustand, denn wo keine persönliche Orientierung aufgrund von eigenen oder überlieferten Erfahrungen zur Verfügung steht, ist man leicht Opfer anderer Meinungen und Strömungen. Das Dumme an der Sache ist, dass die meisten Leute nicht innehalten und über die wahren Gründe dieser unglaublich explodierenden Gewalt nachdenken, sondern sich wie sie es gewohnt sind, sich vorgefertigter Meinungen bedienen, die auch durchaus auf den ersten Blick gar nicht zusammen passen müssen. Für jeden Dreck gibt es in allen Kanälen den mehr oder weniger geeigneten Werbeträger. Muss nur analysiert werden.

Worum geht es?

Wer das Münchner Höllenszenario auf Twitter verfolgte, konnte gut erkennen, was sich in der Gesellschaft entwickelt. Es laufen in den Köpfen mittlerweile stereotype Denkmuster ab, die Angst machen. Man kennt Krisen und Terrorgruppen und Religionsfanatiker. Menschen in Bayern kennen sogar schon die Hauptstadt von Syrien. Je nach Attentat, Ort und Art und Weise können wir diese Verbrechen verbal schnell zuordnen. Na, da ging es hier um einen gewöhnlichen Amoklauf. Die eine oder andere Besonderheit mag uns noch überraschen, im Grunde wundert uns aber nichts mehr wirklich. Einzig die Anzahl der zur Trauer verfügbaren Tage bis zum nächsten Entfernen der Menschlichkeit bringt einem Blutbad eine gewisse Prominenz.

Der Junge aus München war bekannt dafür, dass er in der Schule ein paar Mal Dresche bekommen hat, dass er gemobbt wurde, dass er öfter verlor, als gewann. Er wollte vielleicht nur Würde. Gerade in diesem Alter. Es geht nicht darum, dass jeder und auch er die gleichen Chancen hat. Auf dem Papier oder wo auch immer. Es geht um das reale Leben hier und überall auf der Erde. Hat man das Glück der Geburt und landet in Mitteleuropa, zählt die Sorge um das nächste Mittagessen zwar nicht zu den drängenden. Dennoch beginnt mit dem Tag der Geburt das Wettrennen um einen der begehrten Plätze, die einem ein zufriedenes Leben versprechen.

Japanisch im Kindergarten und Geigenstunden in einer 50 Stundenwoche eines Jugendlichen. Es gibt nichts, was den ersten Pädagogen dieser Gesellschaft, den Eltern, nicht zu lächerlich ist, was sie nicht unter den Mantel der Verantwortung für ihre Kinder werfen könnten. Und alles Herr Gott lässt sich hier verstecken! Die Kinder heute haben keine Wahl. Sie sind im Moment verloren, eine Generation des Marktes, unten oder oben auf der sozialen Leiter. Das Geld wird längst auch im Lager der totalen Verweigerung verdient. Jede Sekunde unseres Lebens ist bares Geld wert. Der Kapitalismus ist in uns. In allem. Effizienzsteigerung ist das Schlagwort. mach es schneller, dann nützt es. Die Taktraten des Konsums müssen schneller und immer schneller werden, da ansonsten das System kollabiert. Nur ein permannentes Wachstum hält den Kapitalismus am Leben. Es müssen Konsumenten her, man muss die Zeit knapp machen. Oder so tun, als wäre sie es. Der Junge aus München wollte einmal auf der anderen Seite stehen. In einer Situation sein, die er bestimmen könnte. Ich bezweifle, dass er wusste, was er tat. Dieser Junge Mensch war krank und war ein Ergebnis unserer Welt, Freunde und Kerzenanzünder, auch der Münchner Welt.

Die Gewinner separieren sich von den Verlierern überall. Schuld daran ist das entartete System des Kaptialismus auf der Welt. Dem Cent Gewinn unterm Strich wird alles geopfert, bei Bedarf sich Moral erkauft, um ihn zu ermöglichen. Die Politik ist längst nicht mehr in der Exekutive und der technischen Entwicklung zwangsläufig hinterher, denn ihre Aufgabe der Staatsmacht ist nicht das Geldverdienen. Man mag sie belächeln, aber ich habe großen Respekt vor einigen deutschen Politikern, die dies zwar erkannt haben, aber dennoch kämpfen, weil der Kampf alternativlos ist.

Wir verschleudern unsere Kinder dem Konsum und der Angst vor dem Versagen

Solange wir alle nicht verstehen, wieder lernen zu verstehen, wie wunderbar und einzigartig schön diese Welt und unser gemeinsames Leben ist und dies unseren Kindern auch zeigen, solange wird sich dies alles immer und immer heftiger wiederholen. Ein guter Anfang wären unsere Schulen und deren System. Lernen, um sofort wieder zu vergessen ist lange genug ein Parameter für Bildung und die Voraussetzung für sozialen Aufstieg gewesen. Junge Menschen müssen lernen zu leben bevor sie zu wissen glauben, was sie damit anfangen möchten. Man muss Ihnen beibringen, dass alle hinter ihrer Seele her sind. Sie müssen Werte unterscheiden lernen und für diese auch einstehen. Sie müssen verlieren lernen und sich gewinnen erarbeiten. Wir müssen diesen Zug langsamer machen. Irgendwie.

Dein Kommentar

Kommentar

21 Kommentare

  1. Was ich nicht verstehe ist, dass man im Kindergarten schon lernt zu teilen.
    Wieso schaffen es nicht die Erwachsenen ?
    AUFLÖSUNG : Weil der oder die Erwachsene gierig geworden ist und Angst hat das was er sich einverleibt hat, zu verlieren und mit nichts da steht !!!!

  2. Wenn jemand 9 Menschen umbringt, bin ich immer etwas vorsichtig, diesen Menschen ein Opfer zu nennen. Ein Opfer opfert nicht.

    Die toten Menschen allerdings, die in München umgekommen sind, sind auch Opfer der AfD- und Pegida-Hetze.
    Der Schütze: In Deutschland geboren und nicht „Deutsch“ im Gesicht, das birgt seit einiger Zeit große Probleme für den Ein- oder Anderen.

    Mit der AfD und dem anderen rechten Pack im Rücken verstecken viele Menschen ihre Ausländerfeindlichkeit hinter der hochstilisierten Islam-Phobie.

    In der kurzen Diskussion auf dem Parkdeck, anscheinend mit Anwohner, bekommt er (der Schütze) auch noch mal die Rechnung seiner Heimatstadt München: „Scheiß Kanaken“. „Dir gehört der Schädel eingeschlagen“…

    • achso jetzt sind die, die „deutsch im Gesicht“ sind noch schuld, wenn einer, der Zitat „nicht deutsch im Gesicht“ auf einem Gebäude mit Knarre rumläuft und sich vorgenommen hat, so viel wie möglich Leute abzuknallen. Nennen Sie bitte ein Land der Welt, wo man dafür gelobt wird, mit einer Schusswaffe Turnübungen auf Gebäuden zu machen.

      • @eswirdjaimmerbesser

        Die Kausalität haben Sie jetzt aber hinten rechts fallen lassen, oder?
        Ignoranz ist auch eine Zierde.

        PS: Bitte nicht wählen gehen.
        Danke!

        • Sie selbst sollten nicht wählen gehen – denn Sie sind bereits so programmiert (möglicherweise durch Propagandaunternehmen) dass Sie sich in erster Linie dem Schutz des Täters widmen und nicht dem Schutz möglicher Opfer. Damit kann eine Gesellschaft nicht überleben.

          • So ist es nicht ganz, wie Sie es hier darstellen.
            Es ist wichtig, einen Vorgang von mehreren Seiten zu beleuchten, das tue ich.
            Ich habe oben erwähnt, das ich ein Problem damit habe, den Täter als Opfer zu sehen.
            Mir geht es darum, zu verstehen, warum so etwas passiert, nicht, den Täter zu verstehen. Das ist etwas schwierig zu verstehen, ich weiß…

  3. Selten so ein sinnloses Geseier gelesen. Recherche: Null!
    Also: München war höchstwahrscheinlicfh eine False Flag, die Sache stinkt auf jeden Fall zum Himmel!
    Stichworte für Recherche:
    – Polizeiensatz schon vorher
    – Anzahl Täter, Zeugen
    – Richard Gutjahr
    – Video-Lüge: https://www.youtube.com/watch?v=NbvIfBD1LVM
    Warum wurde das Video gefälscht und dann von Sky News Germany verbreitet?
    Von wegen „Kapitalismus“!
    Die Waffen führen die Geheimdienste und der Staat. Die Bevölkerung ist zu unmündigen Schafen degradiert, ohne eine Möglichkeit sich zu verteidigen.
    Faschismus ist das!

    • Ich kann dieses Geschwafel von wegen „der Kapitalismus ist an allem Schuld“ nicht mehr hören. Es ergibt keinen Sinn. Attentat, Konsumenten? Ja ne is klar.
      WER profitiert denn?
      WER braucht denn den Terror?
      Politiker sind Krisenmanager, welche ohne Krisen nutzlos wären. In der Rüstungsindustrie werden Gewinnmargen gemacht, davon können Drogenhändler, Zuhälter und Menschenhändler nur träumen…
      Wie bekommt man aber das Volk dazu fett Steueren für Rüstung auszugeben, wenn es keine Bedrohung gibt?
      Wer lebt denn von der Angst? Wer führt die Kriege? Coca Cola?
      Fangt endlich mal an, nachzudenken!

      • Die Frage stellt sich wo deutsche Waffenhersteller den gigantischen Gewinn machen? Wenn ich mir die Webseite von Rheinmetall angucke machen die mit ihrer Waffensparte ein Jahresgewinn von 90Mio Euro vor Steuern, Heckler und Koch ähnlich. Im Vergleich dazu macht Exxon Mobile mit Öl und Gas 7 Milliarden Dollar Reingewinn pro Quartal also 28 Milliarden pro Jahr Reingewinn. Denke mal mit Öl und Gas ist immer noch mehr drin daher werden auch die Kriege deswegen geführt. Siehe Kuwait, Irak, Syrien. Natürlich braucht man dafür Waffen!

  4. @ Amuesemong: Es ist eben schon im Kindergarten falsch, dass, wenn der eine die Bauklötze aufräumt und der andere nicht, das Eis nachher geteilt wird. Gute Taten = Belohnung, schlechte Taten = keine Belohnung. Konditionierung nennt man das. Wenn alles geteilt wird, egal was man macht, ist das Kommunismus und es wird gar nichts mehr gemacht. Mein Vorschlag: Gehen Sie zum lernen dieser Grundlagen in ein kommunistisches Land.

  5. Was in München geschah ist ein Verbrechen das sich einreiht in die mörderischen Akte von Paris und anderen Verbrechen auf dieser Welt. Warum erschießt ein 18 jähriger Mensch andere unschuldige Menschen? Wie kam er an die Waffe und die Munition? Kann man unvorbereitet ohne Schießübungen eine Pistole beherrschen? Spricht man mit Soldaten oder Polizisten besteht grundsätzlich die Meinung ohne Übung ist eine Pistole nicht so einfach beim Schießen zu handhaben.
    Die Waffe soll aus dem Internet kommen! Ich weiß nicht ob das so alles richtig ermittelt wurde. Das sind Fragen den Opfer hilft es nicht mehr und die Angehörigen ist es egal ob ein terroristischer Anschlag vorliegt oder eine andere wie auch genannte Mordtat.

    • Das alleine kanns nicht sein. Gerade in der westl. Welt gibt es unglaublich viel Depressive die Tabletten einfahrn. Wenn von denen immerzu ein vergleichbarer Anteil Amokläufe durchführte, hätten wir schon seit Jahrzehnten allein in DE jede Woche einen Amoklauf.
      Außerdem ist eine Depression schon ohne Medikation kein geeigneter Amoklauf-Zustand, und mit erst recht nicht. Die erzählen uns Geschichten vom Weihnachtsmann, weil auf gar keinen Fall sein darf was ist, nämlich der islamische Hintergrund.
      Dieser Schlächter Breivik war und ist auch nicht depressiv, der ist schlicht ein Fanatiker.
      Psychologische Gutachten die von staatlicher Seite angefordert werden, fallen IMMER nach Wunsch aus.

      • @Mona Lisa
        Zum Thema: Breivik
        Sehr richtig. War immer meine Meinung, so tritt keiner auf, der ein Problem hat, den Tag zu überstehen.

        Danke.

    • @Rolf Ehlers

      Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
      Leider nur den halben Kopf.
      Das ganze System krankt. In D z.B. sind alle Psycho-Kliniken ausgebucht. Dabei haben nach eigenen Erfahrungen über einen Verwandten in diesen Kliniken 70-80% keine Probleme, die mit Medikamenten „beruhigt“ werden können, sondern Traumata aus der Vergangenheit, und dafür gibt es beinahe nur Privat-Kliniken. In denen gibt es Psychologen und Arbeitskreise, die mit Traumata-Patienten umgehen können. etc. etc.
      Hier wird sehr viel Geld gemacht durch die Pharma-Industrie neben Krebs und AIDS.
      Milliarden und die Krankenkassen stöhnen…
      Das alles ist ein System… es geht um Geld. Fertig.
      Und wer den Typ aus München als Rechts einordnet, den ist…

      • Es ist genau wie du sagst, die Pharmaindustrie sorgt für Krankheitsbilder für die sie Medikamente parat hält, und die wurden in vielen Fällen nicht aufgrund von echten Krankheiten entwickelt, sondern zufällig entdeckt. Das heißt in der Praxis, im Zuge der Forschung werden Wirkstoffe entdeckt, die bei einer bestimmten Krankheit helfen könnten, wenn es sie nur gäbe. Nun, da unproduktive Forschung teuer ist und immer teurer wird solange nichts adäquates gegen Krankheit XY gefunden wird, müssen die, immer anfallenden Forschungs-Nebenwirkstoff-Kombis vermarktet werden. Also redet man den noch Gesunden ein, sie seien krank. Der angeblich zu hohe Cholesterinspiegel ist eine Paradebeispiel dafür. Und stimmt die Kasse nicht, wird der „gesunde“

        • Spiegel eben runtergesetzt. Selbstverständlich alles hochseriös u. durch viele tolle Studien untermauert. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wenn nur wirkliche Krankheiten behandelt würden, gäbe es auch nur halb so viel Kranke. Die andere Hälfte der so kriminell Behandelten wird durch die Behandlung erst krank.
          Und in der „Fachabteilung Psychologie“ bleibt ja überhaupt kein Auge trocken, hier kennt die Phantasie keine Grenzen mehr ! Psychater, Psychologen, Psychotherapeuten und haste nicht gesehen, vergehen sich mit wachsender Begeisterung an eigentlich Gesunden. Wenn es nach den strengen Vorgaben für Gesunde ginge, müsste die gesamte Menschheit in der Klappse sitzen.
          „Krankheit“ als Mehrwert = Wertschöpfung !
          DAS ist krank !

  6. „Der Krieg geht an keinem vorbei: Ob du willst oder nicht, der Krieg ist jetzt in jedem Leben gegenwärtig, in der Feigheit des einen, in der Tapferkeit des anderen wie in der eingeigelten Teilnahmslosigkeit des dritten.“