in D/A/CH

Immer mal wieder gibt es diese Diskussion. Wahlrecht ab 16 auf Bundesebene, ja oder nein? Sehr oft erstaunen mich die Stimmen der Leute, die dagegen sind. So auch vorgestern.

Gut, es ist selbstverständlich, dass sich CDU/CSU Politiker und Politikerinnen mit Händen und Füßen gegen eine mögliche Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre wehren. Amüsant ist, welche Argumente sie immer wieder in den Raum werfen. Der Hauptgrund ist ganz simpel: Manche Parteien würden von einem niedrigeren Mindestalter profitieren, andere würden etwas darunter leiden. Ganz sicher mit großem Abstand am meisten schaden würde es der Union. Das erkannte Sonntag sogar der Rapper Sido, ansonsten nicht gerade als intellektueller Überflieger bekannt, im Polit-Unterhaltungstalk “Absolute Mehrheit” bei Pro 7.

Wahlrecht ab 16 in Deutschland

Wahlrecht ab 16 gibt es in Deutschland teilweise schon. In Niedersachsen auf Kommunalebene bereits seit 1996, vor kurzem hat es auch die Hamburgische Bürgerschaft eingeführt. Negative Folgen sind bisher nicht bekannt, aber dennoch wird immer wieder dagegen gewettert. Mit 16 Jahren wäre man noch nicht reif genug, ist beispielsweise eine unsinnige Pauschalkritik. Die meisten 16 und 17 jährigen, auf die das zutrifft, würden wahrscheinlich gar nicht zur Wahl gehen, Zehntausenden anderen täte man einen Gefallen.

Ich interessiere mich für Politik seit ich 14 oder 15 bin, mit 16 wäre ich mit Sicherheit ein kompetenterer und besser informierter Wähler gewesen als meine Großeltern. Hätte damals eine Bundestagswahl stattgefunden und nicht zufällig erst gut zwei Monate nach meinem 18. Geburtstag, ich hätte mich vielleicht komplett von diesem Thema abgewandt. Das mag aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich sein, unmöglich ist es nicht. Das Festhalten am Mindest-Wahlalter von 18 Jahren widerspricht auch der Jammerei über Politikverdrossenheit. Will man mehr Menschen involvieren, sollte man diesen eben schon eher die Chance geben, in dem hierzulande ohnehin sehr beschränktem Maß mitzubestimmen.

Kein gutes Argument gegen eine Änderung

Von den nicht wenigen Menschen, die sich vorgestern am Abend in Foren oder bei Twitter gegen ein Wahlrecht ab 16 aussprachen, habe ich dagegen nicht ein gutes Argument gelesen. Das Mindest-Wahlalter auf Bundesebene in Deutschland wurde 1970 (Aktives Wahlrecht, das passive folgte 1974) mit der Änderung der Volljährigkeit von 21 auf 18 Jahren herabgesetzt. In den mehr als vier Jahrzehnten seitdem hat sich eine Menge getan. Nicht zuletzt dank des Internets haben heute auch junge Menschen schon viel früher Chancen, sich über Politik zu informieren und herauszufinden, welche Partei am besten die eigenen Interessen vertritt. Selbst wenn man nur ganz simpel den Wahl-O-Mat bemüht, wird man kaum oberflächlichere Entscheidungen treffen als viele deutlich ältere und erfahrenere Menschen. 

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Jedes Wahlalter ist mehr oder weniger willkürlich. Aber 18 ist ein ganz guter Fixpunkt, denn viele Verbote oder Rechte sind damit verbunden.

    In Hamburg bspw. klafft jetzt das aktive und das passive Wahlrecht auseinander. Wählen darf ich ab 16, gewählt werden ab 18.

    VG

  2. Negative Folgen sind bisher nicht bekannt,

    Was sind denn negative Folgen?

    Die Linke 100% ? Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Rente mit 60? Politiker müssen Steuern zahlen?

    Antikorruptionsgesetze – nicht unter 10 Jahren Haft ?

    Oder was ist damit gemeint? Schalom

  3. ich finde es sehr gut da man auch mal die stärken eines jugendlichen Schülers in Betracht ziehen kann. ich denke es hat eine positive Auswirkung auf die Politik haben wird!